
Der dänische Steuerrechtsrat hat die Einführung eines Gesetzesentwurfs zur Besteuerung nicht realisierter Gewinne und Verluste aus Kryptowährungsanlagen empfohlen, ein Schritt, der die Landschaft für dänische Krypto-Investoren erheblich verändern könnte.
Der Vorschlag des Rates ist Teil eines breiteren Trends in Ländern weltweit, die eine Verschärfung der Regulierung und eine gerechte steuerliche Behandlung verschiedener Anlageklassen anstreben.
Bericht des dänischen Steuerrechtsrates
In einem ausführlichen 93-seitigen Bericht legte der Rat seine Gründe für den neuen Steuerrahmen dar und betonte, dass die Asymmetrie im derzeitigen Steuersystem beseitigt werden müsse, die dazu führe, dass viele Anleger im Rahmen traditioneller Kapitalertragsteuermodelle einer unfairen Besteuerung ausgesetzt seien.
Die Empfehlungen legen nahe, alle Krypto-Assets einem einheitlichen Regelwerk zu unterliegen, um den Besteuerungsprozess zu vereinfachen und die Transparenz zu erhöhen.
Der Rat beriet über drei mögliche Besteuerungsmodelle: Kapitalertragsteuer, Lagerbesteuerung und Bestandsbesteuerung.
Letztlich scheint es das Modell der Bestandsbesteuerung zu bevorzugen, bei dem das gesamte Krypto-Portfolio eines Anlegers als ein einziges „Inventar“ behandelt wird, das jährlich zu versteuern ist, unabhängig davon, ob die Vermögenswerte verkauft wurden.
Ziel dieses Modells ist die Einführung einer kontinuierlichen Besteuerung. Das bedeutet, dass die Anleger Steuern auf der Grundlage der jährlichen Wertschwankungen ihrer Anteile zahlen müssen und nicht nur bei der Veräußerung von Vermögenswerten.
Steuerminister Rasmus Stoklund erkannte die Komplexität der Besteuerung von Krypto-Vermögenswerten an, insbesondere angesichts ihres dezentralen Charakters und des Fehlens einer zentralen Regulierungsaufsicht.
Die vorgeschlagene Steuer auf nicht realisierte Gewinne könnte sich auf rund 42 Prozent belaufen und würde nicht nur für neu erworbene Vermögenswerte gelten, sondern möglicherweise auch für Vermögenswerte, die seit der Einführung von Bitcoin im Januar 2009 gehalten werden.
Diese breite Anwendung hat bei den Befürwortern der Kryptowährungen Bedenken ausgelöst, die darin ein erhebliches Hindernis für Investitionen in digitale Währungen sehen.
Der Rat betonte auch die Notwendigkeit erweiterter Berichtspflichten für Krypto-Dienstleister wie Börsen und Zahlungsunternehmen.
Diese Anbieter wären verpflichtet, Transaktionsdaten den Behörden auf eine für alle EU-Staaten zugängliche Weise zur Verfügung zu stellen, was eine bessere Kontrolle und Einhaltung der Vorschriften ermöglichen würde.
Der Gesetzesentwurf wird für Anfang 2025 erwartet
Der Gesetzesentwurf soll Anfang 2025 vorgelegt werden, mit einem Inkrafttreten der neuen Steuerregelungen ist nicht vor dem 1. Januar 2026 zu rechnen.
Es muss jedoch unbedingt darauf hingewiesen werden, dass diese Empfehlungen noch kein Gesetz sind; vor ihrer Umsetzung müssen sie vom dänischen Parlament geprüft und genehmigt werden.
Dieser vorgeschlagene Steuerrahmen spiegelt einen wachsenden globalen Konsens über die Notwendigkeit klarerer und angemessenerer Regeln für den Umgang mit Kryptowährungen wider.
Während Länder wie Dänemark regulatorische Maßnahmen vorantreiben, müssen Anleger und Teilnehmer am Kryptomarkt auf dem Laufenden bleiben und sich an die sich entwickelnde Steuerlandschaft anpassen.
The post Dänemarks Steuerrechtsrat schlägt vor, nicht realisierte Kryptogewinne zu besteuern appeared first on Invezz