Angesichts der jüngsten Turbulenzen im Halbleitersektor prognostizieren Analysten der Bank of America (BofA) eine mögliche Erholung der Halbleiteraktien.
Der Sektor wurde erheblich durch die schwankenden Auswirkungen der Investitionen in die KI-Infrastruktur beeinflusst, was zu erhöhter Volatilität und Unsicherheit bei den Anlegern führte.
In den letzten Wochen mussten die Aktienkurse von Halbleitern erhebliche Verluste hinnehmen, da die Marktteilnehmer die langfristigen Erträge von KI-Investitionen nur schwer einschätzen können.
Da sich die KI noch in der Entwicklungsphase befindet, haben unterschiedliche Meinungen über ihr Wachstum und ihre potenziellen Erträge zur Instabilität des Sektors beigetragen.
Diese Volatilität bietet Anlegern jedoch die Möglichkeit, Aktien zu reduzierten Preisen zu erwerben.
Volatilität hält bis Oktober an
BofA-Analysten, darunter Vivek Arya, gehen davon aus, dass die Volatilität im Halbleitersektor in den nächsten Monaten wahrscheinlich anhalten wird.
Historisch gesehen war der September für Halbleiteraktien immer ein schwieriger Monat, und der Sektor geht mit bereits verzeichneten erheblichen Rückgängen in diese Phase.
Arya weist darauf hin, dass „die Volatilität während der NVDA-Gewinne und dann bis in den September hinein anhalten könnte, den historisch schlechtesten Monat für den SOX, mit Rückgängen von 70 % der Zeit.“
Politische und geopolitische Unsicherheiten haben die Marktschwankungen zusätzlich verschärft.
Zwar haben sich die Unsicherheiten hinsichtlich der Wahl durch den Rückzug von Präsident Biden verringert, doch die geopolitischen Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran, bleiben hoch.
Arya weist darauf hin, dass sich der Halbleitersektor trotz dieser Herausforderungen noch am Anfang seines Erholungszyklus befindet.
Frühere Aufwärtszyklen dauerten rund zehn Quartale, während der aktuelle Aufwärtstrend erst seit vier Quartalen anhält.
Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete während des aktuellen Aufwärtstrends eine Rendite von 28 %.
Angesichts der Tatsache, dass frühere Aufschwünge durchschnittliche Renditen von 67 % erbrachten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die derzeitige Hausse noch nicht die Hälfte ihres Weges gegangen ist.
Aus dieser Perspektive könnte der jüngste Einbruch der Halbleiteraktien eine Kaufgelegenheit darstellen.
Nvidia bleibt die erste Wahl für Investitionen
Trotz eines Anstiegs des Aktienkurses um 122 % in diesem Jahr bleibt Nvidia eine der führenden Wahlen unter den Halbleiterinvestitionen.
Die jüngste Volatilität der Aktienkurse ist teilweise auf Verzögerungen bei den Blackwell-GPUs von Nvidia zurückzuführen, einem mit Spannung erwarteten Produkt in der Branche.
Allerdings dürfte die marktbeherrschende Stellung von Nvidia die langfristigen Auswirkungen dieser Verzögerungen abmildern.
Analysten bleiben hinsichtlich der Aussichten von Nvidia optimistisch.
UBS-Analyst Timothy Arcuri beharrt weiterhin auf einer Kaufempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 150 Dollar.
Er spielt außerdem die Bedeutung der GPU-Verzögerung herunter und betont, dass diese die Marktposition von Nvidia nicht wesentlich beeinträchtigen werde.
Arcuri weist darauf hin, dass die ersten Blackwell-Instanzen für führende Kunden voraussichtlich bis April 2025 verfügbar sein werden.
Darüber hinaus stützt die wachsende Nachfrage von KI-Laboren und Unternehmen die optimistischen Aussichten für Nvidia.
Arcuri revidiert außerdem frühere Vorhersagen und geht davon aus, dass sich die Erträge von Nvidia wahrscheinlich bis 2026 verbessern werden, anstatt wie zuvor erwartet im Jahr 2025 ihren Höhepunkt zu erreichen.
Diese positive Stimmung gegenüber Nvidia könnte zur Stabilisierung des Halbleitersektors beitragen und die Grundlage für eine mögliche Markterholung im Oktober schaffen.
Zwar ist der Halbleitersektor weiterhin von Volatilität betroffen, doch die prognostizierte Erholung und die starke Leistung wichtiger Akteure wie Nvidia geben Anlass zur Hoffnung auf eine Marktwende in den kommenden Monaten.
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