Die jüngste Ankündigung von Macy‘s, bis Anfang 2027 fast 150 Filialen zu schließen, stellt einen Wendepunkt für den US-Einzelhandel dar und spiegelt die anhaltenden Herausforderungen wider, vor denen traditionelle Ladengeschäfte in einer zunehmend digitalen Welt stehen.

Diese Geschäftsschließungen betreffen etwa 25 % der gesamten Bruttoquadratmeterzahl von Macy’s, tragen jedoch weniger als 10 % zum Gesamtumsatz bei.

Diese strategische Entscheidung unterstreicht, dass sich Macy’s darauf konzentriert, seinen profitableren Standorten den Vorrang zu geben und sich gleichzeitig an das sich verändernde Verbraucherverhalten anzupassen.

Der Niedergang traditioneller Einkaufszentren

Die Auswirkungen der Ladenschließungen von Macy‘s werden in den Einkaufszentren am stärksten zu spüren sein, da diese Standorte in der Vergangenheit als Ankermieter gedient haben.

Nach dem Ausstieg von Macy’s müssen die Einkaufszentren erhebliche Veränderungen durchlaufen, um in der sich wandelnden Einzelhandelsumgebung bestehen zu können.

Der Niedergang traditioneller Einkaufszentren ist seit Jahren zu beobachten: Die Zahl der Einkaufszentren der Klasse A und B in den USA wird von 352 im Jahr 2016 auf 316 im Jahr 2022 zurückgehen.

Bei den Einkaufszentren der Klassen C und D ist der Rückgang sogar noch steiler: Ihre Zahl sank im gleichen Zeitraum von 684 auf 287.

Die Eigentümer von Einkaufszentren stehen nun vor der Herausforderung, diese Räume neu zu gestalten.

Einige haben bereits begonnen, alternative Nutzungsmöglichkeiten zu erkunden, von der Umwandlung von Einzelhandelsflächen in medizinische Einrichtungen bis hin zur Schaffung von Unterhaltungszentren, die ein breiteres Publikum ansprechen.

Die Schließung der Macy‘s-Filialen könnte diese Entwicklung beschleunigen und den Eigentümern von Einkaufszentren die Möglichkeit bieten, ihren Mietermix zu diversifizieren und sich an die sich verändernde Einzelhandelslandschaft anzupassen.

Macys Abgang könnte wertvolle Immobilien freisetzen

Für Einkaufszentren in Toplagen könnte der Weggang von Macy‘s wertvolle Grundstücke für die Neuentwicklung frei machen.

Einige Einkaufszentrumsbesitzer machen sich dies zunutze, indem sie einen Mix aus Lebensmittelgeschäften, Gesundheitseinrichtungen und Unterhaltungsmöglichkeiten einführen.

Brookfield Properties etwa hat seit 2012 über zwei Milliarden Dollar investiert, um über 100 Ankerplätze in seinen Einkaufszentren zu revitalisieren.

Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Stonestown Galleria in San Francisco, wo ein ehemaliges Macy’s in ein Whole Foods, ein Kino und ein Sportartikelgeschäft umgewandelt wurde.

Diese Bemühungen unterstreichen die veränderten Vorlieben der heutigen Verbraucher, die zunehmend nach einer Kombination aus Einkaufs-, Gastronomie- und Unterhaltungserlebnissen an einem Ort suchen.

Allerdings wird der Übergang nicht an allen Macy’s-Standorten reibungslos verlaufen.

In Gegenden, in denen eine Sanierung weniger praktikabel ist, könnten die Schließungen von Macy’s den Niedergang der bereits krisengebeutelten Einkaufszentren noch verstärken. Zurück bleiben Leerstände, die zur Verwahrlosung der Städte und zur Verschlechterung der örtlichen Gemeinden beitragen.

Macy’s hat mehr als ein Drittel seiner Geschäfte geschlossen

Die Ladenschließungen von Macy‘s sind Teil eines breiteren Trends zur Verkleinerung der Kaufhäuser.

Im letzten Jahrzehnt hat Macy’s mehr als ein Drittel seiner Geschäfte geschlossen, was den Schwierigkeiten anderer traditioneller Einzelhändler wie Sears, Lord & Taylor und JCPenney entspricht.

Diese Schließungen spiegeln den anhaltenden Wandel im Verbraucherverhalten wider: Immer mehr Käufer wenden sich aus Bequemlichkeit und wegen der Vielfalt Online-Plattformen zu.

Dieser Trend verändert die Einzelhandelslandschaft und führt zu einer wachsenden Kluft zwischen florierenden Einkaufszentren und solchen, die kurz vor der Schließung stehen.

Es wird erwartet, dass bis 2030 die Einkaufszentren der Spitzenklasse einen größeren Anteil der Verbraucherausgaben auf sich ziehen werden, während die Einkaufszentren der unteren Preisklasse entweder schließen oder mehr Fläche für nicht-kommerzielle Zwecke umwandeln werden.

Da Macy’s weiterhin Filialen schließt, bleibt die Zukunft vieler Einkaufszentren ungewiss.

Einige leerstehende Macy’s-Standorte könnten einer innovativen Nutzung zugeführt werden, die den veränderten Bedürfnissen der örtlichen Gemeinden Rechnung trägt.

In Salt Lake City beispielsweise wird ein ehemaliges Macy’s-Geschäft in eine Trainingsanlage für den neuen Utah Hockey Club der NHL umgewandelt. Gleichzeitig verwandeln E-Commerce-Giganten wie Amazon ehemalige Einkaufszentren in Logistikzentren, wie man an der Umwandlung der Randall Park Mall im Nordosten Ohios sehen kann.

Für die Eigentümer von Einkaufszentren stellt die Schließung der Macy’s-Filialen sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar.

Wer sich in der sich wandelnden Einzelhandelslandschaft erfolgreich zurechtfindet, findet möglicherweise neue Wege, Kunden anzuziehen und die Relevanz seiner Immobilien zu erhalten.

Für andere hingegen könnte die Schließung von Macy’s den Anfang vom Ende ihrer Einkaufszentren bedeuten.

The post Wie die Schließung von 150 Macy’s-Filialen bis 2027 das Einkaufserlebnis in den USA neu definieren wird appeared first on Invezz