Die Competition and Markets Authority (CMA) hat eine förmliche Untersuchung der Milliardeninvestition von Amazon in das US-amerikanische Künstliche-Intelligenz-Unternehmen Anthropic eingeleitet.

Ziel der Untersuchung ist es, festzustellen, ob die Partnerschaft möglicherweise den Wettbewerb in Großbritannien beeinträchtigen könnte. Die CMA gab am Donnerstag bekannt, dass sie eine Untersuchung der „Phase 1“ eingeleitet hat, um festzustellen, ob der Amazon-Anthropic-Deal eine relevante Fusionssituation darstellt, die sich negativ auf das Wettbewerbsumfeld auswirken könnte.

Erste Ergebnisse führen zu förmlicher Untersuchung

Nach einer vorläufigen Prüfung kam die CMA zu dem Schluss, dass sie genügend Informationen gesammelt habe, um eine formelle Untersuchung der Allianz zwischen Amazon und Anthropic einzuleiten. Der Hinweis der Aufsichtsbehörde auf ihrer Website besagt, dass sie nun bis zu 40 Arbeitstage Zeit habe, um zu entscheiden, ob die Transaktion eine eingehendere Untersuchung der „Phase 2“ rechtfertigt.

In diesem Schritt wird ermittelt, ob die Transaktion tatsächlich den Wettbewerb beeinträchtigen könnte und welche Maßnahmen gegebenenfalls erforderlich sind, um diese Auswirkungen abzumildern.

Details zu Amazons Investition in Anthropic

Amazon schloss seine 4-Milliarden-Dollar-Investition in Anthropic im März ab. Der in zwei Phasen abgeschlossene Deal umfasste eine anfängliche 1,25-Milliarden-Dollar-Beteiligung, die im September erworben wurde, gefolgt von einer zusätzlichen 2,75-Milliarden-Dollar-Transaktion Anfang dieses Jahres.

Im Rahmen der Vereinbarung werden die fortschrittlichen großen Sprachmodelle von Anthropic in die Bedrock-Plattform von Amazon integriert, die zur Entwicklung generativer KI-Anwendungen verwendet wird. Diese Modelle werden auf Amazons maßgeschneiderten KI-Chips trainiert und eingesetzt, die von der Cloud-Computing-Abteilung von Amazon Web Services (AWS) entwickelt wurden.

Reaktionen von Amazon und Anthropic auf die Untersuchung

Als Reaktion auf die Entscheidung der CMA, mit einer ersten Phase-1-Fusionsuntersuchung fortzufahren, äußerte sich ein Amazon-Sprecher enttäuscht. Der Sprecher betonte, dass die Zusammenarbeit mit Anthropic keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwerfe und die Prüfschwelle der CMA nicht erfülle.

Amazon betonte, dass es durch seine Investition in Anthropic eine Rolle bei der Erweiterung von Auswahl und Wettbewerb im Technologiesektor spiele. Sie wiesen auch darauf hin, dass Amazon bei Anthropic weder einen Sitz im Vorstand noch Entscheidungsbefugnis habe und das Unternehmen sich die Freiheit vorbehalte, Partnerschaften mit anderen Anbietern einzugehen.

Anthropic schloss sich Amazons Ansichten an und bekräftigte seine Unabhängigkeit als Unternehmen. Ein Sprecher von Anthropic erklärte, dass die strategischen Partnerschaften und Investorenbeziehungen des Unternehmens weder seine Unternehmensführung noch seine Freiheit zur Zusammenarbeit mit anderen beeinträchtigen würden.

Der Sprecher begrüßte die Gelegenheit, mit der CMA zusammenzuarbeiten und einen umfassenden Einblick in die Investitionen von Amazon und ihre kommerzielle Zusammenarbeit zu geben.

Weiter gefasster Kontext der Regulierungsprüfung

Die Partnerschaft zwischen Amazon und Anthropic ist nicht der einzige Deal, den die CMA unter die Lupe nimmt. Die Aufsichtsbehörde untersucht auch die Multimilliarden-Dollar-Partnerschaft zwischen dem US-Softwaregiganten Microsoft und dem KI-Marktführer OpenAI. Die CMA hat noch nicht bekannt gegeben, ob sie eine Phase-1-Untersuchung des Microsoft-OpenAI-Deals einleiten wird.

Auch in den USA hat die Federal Trade Commission (FTC) Interesse an den jüngsten Investitionen und Partnerschaften im Technologiesektor gezeigt. Im Januar erließ die FTC Anordnungen an große Technologieunternehmen wie Microsoft, Amazon und Google sowie an KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic, wonach diese Informationen über ihre jüngsten Kooperationen und Investitionen offenlegen müssen.

Dieser Schritt unterstreicht den wachsenden regulatorischen Fokus auf die Auswirkungen erheblicher Investitionen und Partnerschaften im sich rasch entwickelnden Bereich der künstlichen Intelligenz.

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