JP Morgan hat seine Prognose für eine mögliche Rezession in den USA deutlich angehoben. Die Wahrscheinlichkeit bis Ende 2024 liegt nun bei 35 Prozent. Zuvor hatte die Prognose noch bei 25 Prozent gelegen.

Diese erhöhte Wahrscheinlichkeit ist auf die jüngsten Veränderungen der Arbeitsmarktbedingungen zurückzuführen, die sowohl bei Ökonomen als auch bei Marktteilnehmern Besorgnis ausgelöst haben.

Die revidierte Prognose folgt auf einen enttäuschenden Beschäftigungsbericht für Juli, der die Sorgen vor einer drohenden Rezession verstärkte.

Der Bericht enthüllte ein schwächer als erwartetes Beschäftigungswachstum, das zusammen mit der Abwicklung von Yen-finanzierten Carry Trades zu Beginn dieser Woche zu einer starken Ausverkaufswelle bei den globalen Aktienmärkten führte.

Diese Reaktion des Marktes unterstreicht die wachsende Besorgnis über die Gesundheit der US-Wirtschaft und ihre umfassenderen Auswirkungen auf die globale Finanzstabilität.

Kurswechsel der US-Notenbank

Als Reaktion auf diese wirtschaftlichen Signale erwarten die Marktteilnehmer eine deutliche Änderung der Politik der Federal Reserve.

Laut dem FedWatch-Tool der CME besteht nun eine Wahrscheinlichkeit von 100 % für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte im September.

Dieses Tool verfolgt die Markterwartungen hinsichtlich Änderungen der Politik der Federal Reserve und spiegelt die erhöhte Erwartung einer geldpolitischen Lockerung wider.

Ein entscheidender Faktor bei der von JP Morgan revidierten Rezessionswahrscheinlichkeit ist die beobachtete Verlangsamung der Lohninflation in den USA.

Die Ökonomen der Bank weisen darauf hin, dass die Verlangsamung des Lohnwachstums im Vergleich zu anderen entwickelten Märkten einzigartig sei.

Dieser Trend lässt darauf schließen, dass eine Lockerung der Arbeitsmarktbedingungen zu einer Verringerung der Dienstleistungspreisinflation beitragen könnte.

Aus diesem Grund ist JP Morgan davon überzeugt, dass die aktuelle Geldpolitik der US-Notenbank restriktiv genug ist, um diesen Inflationsdruck in den Griff zu bekommen.

Angesichts dieser Entwicklungen geht JP Morgan davon aus, dass die Federal Reserve von ihrem schrittweisen Ansatz zu einer aggressiveren Haltung übergehen und die Zinsen bis zum Jahresende möglicherweise um mindestens 100 Basispunkte senken wird.

Diese Prognose deutet auf einen wachsenden Konsens hin, dass angesichts der zunehmenden Rezessionsrisiken eine stärkere Lockerung der Geldpolitik erforderlich sein könnte, um die Wirtschaft zu stützen.

Goldman Sachs revidiert Rezessionsprognose

Goldman Sachs hat seine Rezessionsprognose ebenfalls angepasst und die Wahrscheinlichkeitsschätzung um 10 Prozentpunkte auf 25% im nächsten Jahr angehoben.

Diese Anpassung, die den Kunden kürzlich in einer Mitteilung mitgeteilt wurde, spiegelt die gestiegene Besorgnis über einen möglichen Konjunkturabschwung wider.

Die Aussicht auf eine Rezession in den USA hat weitreichende Folgen sowohl für die Binnenwirtschaft als auch für die Weltwirtschaft.

Ein Abschwung in der größten Volkswirtschaft der Welt könnte zu geringeren Verbraucherausgaben, niedrigeren Unternehmensinvestitionen und einer erhöhten Volatilität auf den Finanzmärkten führen.

Darüber hinaus könnte es zu Störungen der globalen Handelsdynamik kommen, was insbesondere Volkswirtschaften treffen könnte, die stark von Exporten in die USA abhängig sind.

Während sich die Situation weiterentwickelt, werden Ökonomen und Marktanalysten künftige Wirtschaftsindikatoren aufmerksam beobachten, um das Rezessionsrisiko und die Wirksamkeit von Anpassungen der Geldpolitik einzuschätzen.

Zu den wichtigsten Kennzahlen, die es zu beobachten gilt, zählen Beschäftigungsdaten, Inflationsraten, Trends bei den Verbraucherausgaben und Investitionsmuster der Unternehmen.

Diese Indikatoren werden wichtige Erkenntnisse über die Gesundheit der US-Wirtschaft und die möglichen Auswirkungen politischer Maßnahmen zur Eindämmung der Rezessionsrisiken liefern.

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