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In einer dramatischen Wendung der Ereignisse haben Aktionäre des Cybersicherheitsgiganten CrowdStrike eine Sammelklage gegen das Unternehmen eingereicht.

In der Klage wird behauptet, CrowdStrike habe „falsche und irreführende“ Angaben zu seinen Softwaretestprozessen gemacht, was zu einem katastrophalen IT-Ausfall geführt habe, von dem über acht Millionen Computer weltweit betroffen waren.

Dieser Vorfall hat nicht nur Fragen zur Softwareintegrität des Unternehmens aufgeworfen, sondern auch erhebliche finanzielle Auswirkungen gehabt.

Haben die Führungskräfte von CrowdStrike die Investoren in die Irre geführt?

In der vor einem Bundesgericht in Austin (Texas) eingereichten Klage wird behauptet, dass Führungskräfte von CrowdStrike ihre Anleger in die Irre geführt hätten, indem sie ihnen versicherten, dass die Software-Updates des Unternehmens gründlich getestet worden seien.

Im Mittelpunkt der Beschwerde stehen Aussagen von CEO George Kurtz während einer Telefonkonferenz am 5. März, in der er behauptete, die Software des Unternehmens sei „validiert, getestet und zertifiziert“.

Die Aktionäre fordern eine Entschädigung für die erheblichen finanziellen Verluste, die sie erlitten haben, und verweisen auf einen Rückgang des Aktienkurses von CrowdStrike um 32 % nach dem Vorfall.

Dieser Rückgang entsprach einem erstaunlichen Verlust des Marktwertes von 25 Milliarden Dollar.

Ziel der geplanten Sammelklage ist die Geltendmachung eines nicht näher bezifferten Schadensersatzes für Anleger, die zwischen dem 29. November des Vorjahres und dem 29. Juli Aktien hielten.

CrowdStrike hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, sich energisch gegen die Klage verteidigen zu wollen.

„Wir glauben, dass dieser Fall unbegründet ist, und werden das Unternehmen energisch verteidigen“, sagte CrowdStrike in einer Erklärung.

Der Ausfall verursachte einen Schaden von 5,4 Milliarden Dollar

Das fehlerhafte Software-Update vom 19. Juli führte zu weitreichenden Störungen in verschiedenen Sektoren, darunter Fluggesellschaften, Banken und Krankenhäuser.

Laut dem Cloud-Risikounternehmen Parametrix verursachte der Ausfall direkte Verluste in Höhe von 5,4 Milliarden Dollar.

Der Gesundheitssektor war mit einem Verlust von 1,9 Milliarden Dollar am stärksten betroffen, während der Bankensektor Verluste von 1,4 Milliarden Dollar hinnehmen musste. Die Unternehmen in jeder Branche erlitten schätzungsweise im Durchschnitt Verluste von 43,6 Millionen Dollar.

Delta Air Lines gehörte zu den Fluggesellschaften, die am stärksten betroffen waren. CEO Ed Bastian meldete einen Verlust von 500 Millionen Dollar aufgrund von Flugverboten und Entschädigungen für Passagiere.

Auch Spirit Airlines rechnete aufgrund des Ausfalls mit einem Einbruch des Betriebsergebnisses im dritten Quartal in Höhe von 7,2 Millionen Dollar. Die Fluggesellschaft war gezwungen, 470 Flüge zu streichen.

CrowdStrike erkannte das Problem an und führte den Absturz auf einen „Fehler“ in einem System zurück, das die ordnungsgemäße Funktion von Softwareupdates sicherstellen soll.

Das Unternehmen gab seitdem an, dass die betroffenen Computer am 29. Juli um 17.00 Uhr Ortszeit, zehn Tage nach dem ersten Vorfall, wieder in den Normalbetrieb zurückgekehrt seien.

Als Reaktion auf die Klage betonte CrowdStrike, dass das Unternehmen künftige Vorfälle durch verbesserte Softwaretests und die Durchführung strengerer Kontrollen verhindern wolle.

Darüber hinaus bereitet Delta Air Lines Berichten zufolge eigene Klagen gegen CrowdStrike vor, um Schadensersatz für die erheblichen Verluste zu fordern.

Diese mögliche Klage könnte den Ruf und die finanzielle Stabilität von CrowdStrike weiter beeinträchtigen.

Beispiele für Aktionärsaktivismus

Die rechtlichen Schwierigkeiten von CrowdStrike sind Teil eines breiteren Trends zum Aktionärsaktivismus nach Firmenpannen.

Boeing sah sich nach dem Vorfall mit dem durchgebrannten Türstopfen im Januar mit einer Aktionärsklage konfrontiert. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, dem Profit Vorrang vor der Sicherheit zu geben.

Ebenso wurde Tesla von institutionellen Anlegern verklagt, weil das Unternehmen seine KI-Talente angeblich zu Elon Musks neuem, auf KI spezialisierten Unternehmen xAI abwanderte.

Diese Beispiele unterstreichen den wachsenden Druck der Investoren auf die Unternehmen, Verantwortung zu übernehmen, insbesondere wenn es um finanzielle Verluste und Sicherheitsprobleme geht.

Während CrowdStrike diese schwierige Zeit durchmacht, könnten die Klage und ihre Folgen weitreichende Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und Marktposition des Unternehmens haben.

Da sowohl für das Unternehmen als auch für seine Aktionäre viel auf dem Spiel steht, werden Branchenanalysten und Investoren den Ausgang dieses Rechtsstreits aufmerksam beobachten.

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