Der Aktienkurs von Lattice Semiconductor Corp. (NASDAQ: LSCC) verzeichnete heute einen deutlichen Rückgang und eröffnete mit einem Minus von über 10 % nach einem enttäuschenden Ergebnisbericht für das zweite Quartal und einer deutlichen Herabstufung durch die Bank of America.
Aufgrund dieses starken Rückgangs fragen sich die Anleger, ob sie ihre Aktien verkaufen oder behalten sollen.
Am Dienstag revidierten die Analysten der Bank of America unter der Leitung von Duksan Jang ihre Einschätzung zu Lattice, stuften die Aktie von „Neutral“ auf „Underperform“ zurück und senkten das Kursziel von 83 auf 47 Dollar.
Auslöser dieser Anpassung war, dass der Umsatz von Lattice im zweiten Quartal unter dem Mittelwert seiner Prognose lag und die Prognose für das dritte Quartal gedämpft war. Der erwartete Umsatz lag zwischen 117 und 137 Millionen US-Dollar und damit deutlich unter den erwarteten 141,12 Millionen US-Dollar.
Ergebnisbericht für das 2. Quartal
Lattice, bekannt für seine programmierbaren Logikgeräte, meldete im zweiten Quartal einen Umsatz von 124,1 Millionen US-Dollar, was einem deutlichen Rückgang von 35 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und einem deutlichen Rückgang gegenüber 140,8 Millionen US-Dollar im ersten Quartal entspricht.
Der Umsatzrückgang ging mit einer stabilen, jedoch niedrigeren Bruttomarge nach GAAP im Vergleich zum Vorjahr von 68,3 % und einem Nicht-GAAP-Nettogewinn von 31,4 Millionen US-Dollar einher, was 0,23 US-Dollar pro Aktie entspricht.
Trotz dieser herausfordernden Zahlen bleibt Lattice hinsichtlich seines langfristigen Wachstumspotenzials optimistisch, was durch die laufende Erweiterung seines Produktportfolios unterstrichen wird.
Analystenmeinungen zur Umbesetzung des CEO-Postens
Auch andere Analysten äußerten Bedenken hinsichtlich der kurzfristigen Aussichten von Lattice.
Im April betonte Baird-Analyst Tristan Gerra, dass bis 2025 eine „steilere Erholung“ notwendig sei, um die Bewertung des Unternehmens zu rechtfertigen. Er behielt seinen vorsichtigen, aber optimistischen Ausblick mit einem „Outperform“-Rating und einem Kursziel von 70 Dollar bei.
Im Gegensatz dazu wies die Deutsche Bank Bedenken im Zusammenhang mit dem kürzlich erfolgten CEO-Wechsel zurück und betonte, dass die Fundamentaldaten des Unternehmens weiterhin robust seien. Zudem bekräftigte sie ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 82 Dollar.
Im Zuge betrieblicher und führungsbezogener Veränderungen hat Lattice sein FPGA-Portfolio erweitert und seine Position bei sicherheitsorientierten Hardware- und Softwarelösungen gestärkt.
Das Unternehmen führte die Certus™-NX-Serie und die Lattice MachXO5D™-NX-Familie ein, die ein breites Spektrum industrieller Anwendungen abdecken.
Diese Expansion ist Teil der umfassenderen Strategie von Lattice, zyklische Gegenwinde in der Branche zu meistern, insbesondere im Automobil- und Industriesektor.
Bewertungsbedenken
Aus Bewertungssicht erscheint Lattice überbewertet und wird mit einem Gewinn-Multiple von über 45 gehandelt, was deutlich über dem historischen Durchschnitt liegt.
Dies führte zu einer pessimistischen Marktreaktion, die eine erhöhte Skepsis hinsichtlich der Wachstumskurve des Unternehmens in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Umfeld widerspiegelte.
Als Hauptsorgen sehen Analysten das verlangsamte Wachstum bei Servereinheiten und den potenziellen Wettbewerbsdruck durch große Player wie Intel.
Mit Blick auf die Zukunft möchte Lattice seine Innovationen bei Serverinhalten und Sicherheitslösungen nutzen, um das Wachstum kommender Produktgenerationen wie Granite Rapids/Turin voranzutreiben.
Das Unternehmen steht jedoch vor der schwierigen Aufgabe, seine Bestands- und Betriebsstrategien an diesen langfristigen Zielen auszurichten, insbesondere angesichts der anhaltenden Herausforderungen einer Normalisierung der Bestandssituation und einer Marktsättigung.
Die rückläufige Dynamik könnte anhalten
Die Lattice-Aktie befindet sich seit September letzten Jahres in einem Abwärtstrend, als sie von einem Höchststand über 96 USD auf 52 USD fiel. Obwohl sie sich im ersten Quartal dieses Jahres ordentlich erholte, konnte sie diese Gewinne nicht halten und fiel nach der heutigen Bewegung unter ihr mittelfristiges Swing-Tief bei 52 USD, was kein gutes Zeichen für die Bullen ist.

LSCC-Chart von TradingView
Anleger, die optimistisch in Bezug auf die Aktie sind, sollten nicht versuchen, die Aktie in der Hoffnung auf eine schnelle Trendwende zu kaufen. Sofern die Aktie nicht erneut einen Schlusskurs über 56,2 USD verzeichnet, sollten keine neuen Long-Positionen eröffnet werden.
Händler, die pessimistisch auf die Aktie eingestellt sind, haben derzeit einen risikoarmen Einstieg in der Hand. Sie können die Aktie über 50 USD mit einem Stop-Loss bei 56,3 USD leerverkaufen. Wenn die pessimistische Dynamik anhält, kann die Aktie auf ihre kurzfristige Unterstützung bei etwa 44 USD fallen, wo man Gewinne verbuchen kann.
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