Japanese eateries

Japan erlebt einen Rekordanstieg des Tourismus und damit einhergehend einen ungewöhnlichen Anstieg der Restaurantpreise.

In beliebten Touristenzielen wie Niseko und Tokio sind die Preise für Mahlzeiten exorbitant; manche Gerichte kosten drei- bis fünfmal so viel wie üblich.

Dieser Trend spiegelt sowohl die wirtschaftliche Dynamik eines geschwächten Yen als auch den boomenden Zustrom internationaler Besucher wider.

In Niseko, einem bekannten Skigebiet in Hokkaido, kann eine Schüssel Krabben-Ramen bis zu 3.800 ¥ (20,78 £) kosten, und Katsu-Curry kann bis zu 3.200 ¥ (17,50 £) kosten.

Diese Preise sind deutlich höher als im nahe gelegenen Sapporo, einem der kulinarischen Zentren Japans.

Im Toyosu Senkyaku Banrai in Tokio kann eine Schüssel Reis mit Sashimi fast 7.000 Yen (38,32 £) einbringen, etwa das Fünffache des lokalen Preises.

Ähnliche Trends sind auf dem Tsukiji-Markt in Tokio, dem Nishiki-Markt in Kyoto und im Stadtteil Dotonbori in Osaka zu beobachten, wo die Straßenstände deutlich höhere Preise als die üblichen verlangen.

Tourismusboom und die Auswirkungen eines schwachen Yen

Nach Angaben der Japan National Tourism Organization (JNTO) begrüßte Japan im ersten Halbjahr 2024 fast 17,8 Millionen Touristen und übertraf damit den bisherigen Rekord von 16,63 Millionen im Jahr 2019.

Dieser Anstieg ist teilweise auf den sinkenden Wert des Yen zurückzuführen, der gegenüber dem Dollar auf einem 40-Jahrestief notiert. Mit dem Zustrom von Touristen haben die Unternehmen die Gelegenheit genutzt, höhere Preise zu verlangen, was zu dem Begriff „Inbound-Don“ führte, der überteuerte Reisschüsseln beschreibt, die auf wohlhabende Touristen abzielen.

Einige Restaurants führen gestaffelte Preisstrukturen ein, um sowohl den Einheimischen als auch den Touristen gerecht zu werden.

Tamateboko, ein Meeresfrüchte-Buffet-Restaurant im Tokioter Stadtteil Shibuya, bietet japanischen Bürgern und Einwohnern einen Rabatt von 1.000 Yen (5,48 £).

Ein Mittagessen an einem Wochentag kostet für Einheimische ¥ 5.478 (£ 30,11) und für ausländische Reisende ¥ 6.578 (£ 36,16).

Dieser Ansatz ist zwar wirksam, wenn es darum geht, die Ausgaben der Touristen zu erhöhen, hat jedoch eine Debatte über die Fairness und mögliche Diskriminierung ausgelöst.

Offizielle Unterstützung für differenzierte Preise

Trotz dieser Bedenken befürworten einige japanische Politiker unterschiedliche Preise für Touristen. Hideyasu Kiyomoto, der Bürgermeister der Stadt Himeji, schlug vor, dass ausländische Touristen für den Besuch der Burg Himeji, Japans erstem UNESCO-Weltkulturerbe, bis zum Vierfachen des normalen Eintrittspreises zahlen sollten.

Der Gouverneur von Osaka, Hirofumi Yoshimura, hat Interesse an der Übernahme eines ähnlichen Modells für die Burg von Osaka gezeigt.

Der Chef der Tourismusorganisation von Hokkaido plädiert zudem für unterschiedliche Preise für Touristen und Einheimische.

Befürworter höherer Gebühren für ausländische Touristen argumentieren, dass mit den Mehreinnahmen der Denkmalschutz und die Ausbildung englischsprachigen Personals gefördert werden könnten.

Japan hat einen Präzedenzfall dafür, Touristen höhere Gebühren zu berechnen. Seit Oktober 2023 wird auf der Insel Miyajima eine Kurtaxe erhoben. Wanderer auf dem beliebtesten Wanderweg des Fuji zahlen seit Juli eine Eintrittsgebühr von 2.000 Yen (10,96 £), und ausländische Reisende müssen seit 2019 eine Ausreisesteuer von 1.000 Yen zahlen, um die touristische Infrastruktur zu verbessern.

Da Japans Tourismussektor weiter wächst, muss das Land einen Ausgleich zwischen der Erzielung höherer Einnahmen durch Besucher und der Sicherstellung, dass der Wert des Erlebnisses die Kosten rechtfertigt, finden. Japan hat als Reiseziel viel zu bieten, aber die Tourismusbranche sollte sich weiterhin darauf konzentrieren, allen Besuchern schöne und unvergessliche Erlebnisse zu bieten.

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