Pakistan steckt in einer schweren Finanzkrise und trägt die schwere Last einer erschreckenden Schuldenquote von 71 Prozent.

Die wirtschaftliche Fragilität des Landes wird nun noch durch seine steigenden Energieschulden verschärft, die es vor allem gegenüber China für den Ausbau des chinesisch-pakistanischen Wirtschaftskorridors (CPEC) schuldet.

Premierminister Shahbaz Sharif bezeichnete diese Situation als Pakistans „Todesfalle“ und unterstrich damit die kritische Natur der Schuldenlage.

Die pakistanische Regierung sucht verzweifelt nach einer Lösung für diese drohende Krise.

Bundesfinanzminister Mohammad Aurangzeb befindet sich derzeit zu einer dreitägigen Mission in China, um die Umschuldung von Energiekrediten im Wert von 15 Milliarden Dollar zu erreichen.

Der Antrag auf Umschuldung spiegelt die dringende Notwendigkeit Pakistans wider, seine Zahlungsverpflichtungen aufzuschieben, in der Hoffnung, Zeit zu gewinnen und die unmittelbare finanzielle Belastung zu lindern.

Um den Umschuldungsprozess zu erleichtern, hat das pakistanische Finanzministerium die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit China vorgeschlagen.

Diese Gruppe wird sich nicht nur mit den 500 Milliarden Dollar schweren Energiekreislaufschulden befassen, sondern auch mit laufenden Initiativen und Entwicklungen im Zusammenhang mit CPEC und anderen Gemeinschaftsprojekten zwischen den beiden Ländern.

Unterdessen ist Pakistan im Inland mit einer umstrittenen Situation im Zusammenhang mit unabhängigen Stromerzeugern (Independent Power Producers, IPPs) konfrontiert.

„Diese Ausbeutung muss ein Ende haben“

In Pakistan betriebene Kraftwerke chinesischer Eigentümer sind aufgrund der Kapazitätszahlungen zum Streitpunkt geworden. Dabei handelt es sich um finanzielle Verpflichtungen für Kraftwerksbesitzer, wenn der Staat den Strom von ihnen nicht verbraucht.

Diese Zahlungen haben Kontroversen und Kritik ausgelöst, da sie zur wachsenden Energieverschuldung des Landes beitragen.

Dr. Gohar Ejaz, ehemaliger Interimshandelsminister, hat angekündigt, dass die Federation of Pakistan Chambers of Commerce and Industry (FPCCI) plant, diese Abkommen vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten.

Dr. Ejaz warnte, dass Pakistan aus dem Teufelskreis ausbrechen müsse, in dem immer wieder dieselben Fehler gemacht würden, nämlich einer Nische von Investoren Profit zu verschaffen, ohne selbst etwas beizutragen.

„Diese Ausbeutung muss ein Ende haben“, schloss er.

Gibt es einen Ausweg?

Trotz des Aufruhrs im eigenen Land stehen Pakistans Bemühungen um Neuverhandlungen mit China in Wirklichkeit vor erheblichen Hindernissen.

Die Vereinbarungen mit den von China unterstützten IPPs sind durch internationale Verträge und Staatsgarantien abgesichert, sodass sie nur schwer durch Präsidialerlasse geändert werden können.

Selbst wenn der Oberste Gerichtshof Pakistans diese Verträge für nichtig erklären würde, könnten die Auswirkungen eines solchen Vorgehens zu Komplikationen vor internationalen Gerichten führen und die Situation dadurch noch weiter verkomplizieren.

Die finanziellen Probleme Pakistans werden durch eine kürzlich geschlossene Vereinbarung auf Stabsebene mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über zusätzliche Hilfen noch verschärft.

Doch da das Land mit der Bewältigung seiner bestehenden Schulden und der Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen zu kämpfen hat, scheint sich die Lage zu verschlechtern.

Die gegenwärtige Krise wirft ein Schlaglicht auf die schwere Schuldenfalle, in der sich Pakistan befindet, und offenbart die Herausforderungen, die der Umgang mit den umfangreichen finanziellen Verpflichtungen und den Komplexitäten internationaler Abkommen mit sich bringt.

Pakistan kämpft weiterhin mit seiner Schuldenproblematik, und die Wirksamkeit seiner Strategien zur Milderung der finanziellen Belastung bleibt ungewiss.

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