
Im Boswell Energy Center von Minnesota Power in Cohasset, Minnesota, hat sich ein schwerwiegender Umweltvorfall ereignet. Durch den Bruch einer unterirdischen Kunststoffleitung sind 3,8 Millionen Liter mit Kohleasche verunreinigtes Wasser ausgetreten, was Besorgnis über die örtlichen Wasserquellen und die Tierwelt auslöst. Dieser Vorfall hat das Versorgungsunternehmen und die Umweltbehörden zu raschem Handeln veranlasst.
Sofortige Reaktions- und Eindämmungsmaßnahmen
Minnesota Power entdeckte das Leck, nachdem es nahe der Bruchstelle stehendes Wasser bemerkt hatte, was auf einen Rohrleitungsbruch hindeutete. Das Unternehmen dämmte die Leckage schnell mit Erdwällen und Sperren ein. Das Leck, das sich an einer Biegung der unterirdischen Leitung befand, bevor diese den Blackwater Lake überquert, führte dazu, dass Wasser über Land floss und möglicherweise in den See floss.
Die Minnesota Pollution Control Agency (MPCA) und die Environmental Protection Agency (EPA) wurden umgehend benachrichtigt. Andrea Cournoyer, eine Sprecherin der MPCA, bestätigte die Beteiligung der Behörden an der laufenden Untersuchung.
Das Leck wurde am Dienstag um 11:15 Uhr entdeckt und nur 15 Minuten später wurde ein Bericht eingereicht. Minnesota Power führte den Vorfall zunächst auf einen „Pumpendruckverlust“ zurück, stellte später jedoch klar, dass dies eher ein Signal als die Ursache des Lecks war.
Umweltauswirkungen und Sanierungsbemühungen
Kohlenasche, ein Nebenprodukt der Kohleverbrennung, enthält Schadstoffe wie Quecksilber, Cadmium und Arsen, die bei unsachgemäßer Handhabung Wasser und Luft verunreinigen können.
Der Teich, aus dem das Wasser abgesaugt wurde, wurde zwischen 1980 und 2015 zur Entsorgung von Flugasche genutzt. Er wurde inzwischen stillgelegt und das Wasser wird nun für verschiedene Prozesse im Boswell-Werk verwendet, darunter auch zur Staubunterdrückung.
Minnesota Power beabsichtigt, den Teich bis zum Ende des Kohleabbaus in Boswell, voraussichtlich Mitte der 2030er Jahre, trockenzulegen.
Das für den Wassertransport zuständige Kunststoffrohr wurde etwa 2014 oder 2015 eingebaut. Seit wann die Leitung undicht ist, ermitteln Unternehmensvertreter noch.
MPCA, EPA und Minnesota Power arbeiten zusammen, um die Umweltauswirkungen der Ölpest einzudämmen.
Das aus der Verschüttung stammende Wasser wurde zwischen dem Teich und der Anlage nicht behandelt, was bedeutet, dass es Restschadstoffe enthalten könnte. Es werden Anstrengungen unternommen, einen Teil des ausgelaufenen Wassers aufzufangen und in den Teich zurückzuführen.
Lokale Auswirkungen und laufende Überwachung
Der Blackwater Lake, ein 674 Hektar großer Stausee am Mississippi, ist das Gewässer, das möglicherweise am stärksten von der Ölpest betroffen ist.
Der Wasserstand des Sees wird durch den Pokegama-Damm kontrolliert, der vom US Army Corps of Engineers betrieben wird.
Das Minnesota Department of Natural Resources (DNR) beschreibt den See als „im Wesentlichen ein überflutetes Flussbett“ und weist darauf hin, dass der Bereich, in dem das erwärmte Wasser aus der Anlage eingeleitet wird, bei Anglern beliebt ist.
Die örtlichen Behörden beobachten die Situation aufmerksam. Walter Shadley, Leiter der öffentlichen Bau- und Versorgungsbetriebe von Cohasset, bestätigte, dass die Stadt ihr Trinkwasser nicht aus dem Mississippi bezieht.
Steve Robertson, stellvertretender Leiter der Abteilung für Trinkwasserschutz im Gesundheitsministerium von Minnesota, erklärte, dass ersten Informationen zufolge nur ein geringes Risiko für die örtliche Trinkwasserversorgung bestehe.
Es könnte bis zu einem Jahr dauern, bis sich etwaige Auswirkungen auf den Grundwasserleiter bemerkbar machen. Sobald mehr Informationen vorliegen, werden weitere Beurteilungen vorgenommen.
Das Boswell Energy Center ist die größte Stromquelle von Minnesota Power. Seine beiden Kohlekraftwerke können insgesamt 932 Megawatt Strom erzeugen.
Im Zuge der Umstellung auf CO2-freie Energie soll eine Einheit im Jahr 2030 stillgelegt werden, die zweite soll 2035 geschlossen werden.
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