Disney hat bestätigt, dass es ein offensichtliches Leck interner Nachrichten durch eine Hackergruppe untersucht, die behauptet, „die Rechte der Künstler zu schützen“.

Die als Nullbulge bekannte Gruppe gab an, Zugriff auf Tausende von Nachrichten von Disney-Mitarbeitern erhalten und „jede mögliche Datei“ heruntergeladen zu haben.

Hacker behaupten, Tausende von Nachrichten erhalten zu haben

Die Hackergruppe Nullbulge behauptet, sie sei über einen Insider in Disneys internes Slack-Messaging-System eingedrungen und habe so Zugriff auf umfangreiche Kommunikationsdaten erhalten.

Obwohl unklar bleibt, wie kommerziell sensibel diese Informationen sind, sollen sie Berichten zufolge auch Nachrichten über kommende Projekte enthalten.

Auf der Website von Nullbulge heißt es, die Gruppe habe es auf Unternehmen abgesehen, die der Kreativbranche ihrer Meinung nach durch die Verwendung von durch künstliche Intelligenz (KI) generierten Inhalten schaden. Die Gruppe bezeichnet dies als „Diebstahl“.

Überprüfung der Datenauthentizität steht noch aus

Trotz dieser Behauptungen wurde die Echtheit des Datenschatzes nicht unabhängig verifiziert. Auf die Bitte um eine Probe der gestohlenen Daten, um deren Echtheit zu verifizieren, antworteten die Hacker nicht.

Diese fehlende Reaktion lässt die tatsächlichen Auswirkungen und die Sensibilität der durchgesickerten Daten in Frage. Disney bestätigte als Reaktion auf die Situation, dass es die Angelegenheit untersucht, gab jedoch keine weiteren Einzelheiten bekannt.

Wachsende Besorgnis über die Auswirkungen der KI auf die Kreativbranche

Das Leck tauchte zuerst in der Gaming-Presse auf und wurde später vom Wall Street Journal gemeldet. Diesen Berichten zufolge bezieht sich ein Teil des durchgesickerten Materials auf Werbekampagnen und Interviewkandidaten, wobei einige Nachrichten aus dem Jahr 2019 stammen.

Dieser Vorfall unterstreicht die wachsende Besorgnis unter Darstellern, Künstlern und anderen kreativen Köpfen über die schnelle Verbreitung generativer KI.

Generative KI, die anhand großer Mengen vorhandenen Materials wie Texten, Bildern, Musik und Videos trainiert wird, kann neue Werke hervorbringen, die oft nicht von den von Menschen geschaffenen zu unterscheiden sind.

Einige Künstler und Autoren haben behauptet, KI-Unternehmen hätten Urheberrechte verletzt, indem sie ihre Originalwerke zum Trainieren dieser KI-Tools verwendeten.

Nullbulges erklärte Mission

Nullbulge beschreibt sich selbst als „Hacktivistengruppe, die die Rechte von Künstlern schützt und für eine faire Vergütung ihrer Arbeit sorgt.“ Die Gruppe behauptet, dass ihre Hacks nicht böswillig sind, sondern darauf abzielen, diejenigen zu bestrafen, die sie des Diebstahls bezichtigen.

Disneys umfangreiche Geschäftstätigkeit

Die Walt Disney Company verfügt über ein breites Spektrum an Geschäftsbereichen, von der Filmproduktion und Streaming-Diensten wie Disney+ und Hulu bis hin zu Videospielen und Themenparks weltweit.

Disney besitzt außerdem die überaus erfolgreichen Marvel- und Star Wars-Franchises. Diese Bandbreite an Aktivitäten macht Disney zu einem bedeutenden Akteur in der Medien- und Unterhaltungsbranche, und jedes potenzielle Leck in der internen Kommunikation könnte weitreichende Folgen haben.

Ethische Auswirkungen des Hackens zum „Schutz“

Es ist ungewöhnlich, dass Hacker behaupten, sie seien „russische Hacktivisten“ mit einer ethischen Agenda. Die meisten Cyberkriminellen, auch die in Russland, wollen in der Regel Geld verdienen, indem sie ihre Opfer erpressen.

Der Ansatz von Nullbulge scheint jedoch von der Mission getrieben zu sein, gegen die seiner Meinung nach bestehenden Ungerechtigkeiten in der Kreativbranche vorzugehen.

Dies wirft Fragen zu den ethischen Auswirkungen des Hackens auf und stellt die Frage, ob solche Aktionen jemals als Mittel zum Zweck gerechtfertigt werden können.

Das Ergebnis der Untersuchung von Disney zu diesem Datenschutzverstoß wird aufmerksam beobachtet, da er nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die gesamte Kreativbranche erhebliche Auswirkungen haben könnte.

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