
Der Goldpreis ist auf über 2.400 Dollar pro Unze gestiegen und hat seinen höchsten Stand seit Ende Mai erreicht, als er bei einem Rekordwert von 2.426 Dollar schloss.
Laut dem renommierten internationalen Ökonomen Aldo Contreras sind geopolitische Spannungen und Konjunkturindikatoren in den USA der Grund für diesen Aufschwung.
Geopolitische Spannungen stärken Attraktivität von Gold als sicherer Hafen
Geopolitische Ereignisse wie der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie die Unruhen im Nahen Osten haben den Ruf von Gold als sichere Anlage gefestigt, so Contreras.
Darüber hinaus hat die Angst vor möglichen Rezessionen in den Industrieländern, insbesondere in Deutschland, das Interesse an Gold als Absicherung gegen wirtschaftliche Unsicherheit erhöht.
US-Konjunkturindikatoren deuten auf mögliche Zinssenkung der Fed hin
Jüngste US-Wirtschaftsdaten deuten auf eine mögliche Zinssenkung durch die US-Notenbank hin. Die Gesamtinflation fiel im Juni auf ein Einjahrestief von 3 %, während die jährliche Kerninflationsrate auf ein Dreijahrestief von 3,3 % sank.
Gemeinsam mit Anzeichen einer Abschwächung des Arbeitsmarkts, wie etwa Abwärtskorrekturen bei den US-Arbeitsmarktdaten, deuten diese Indikatoren darauf hin, dass das makroökonomische Umfeld in den USA die Voraussetzungen für den Beginn eines Zinssenkungszyklus durch die Fed erfüllen könnte.
Aldo Contreras über Gold als sicheren Hafen
Gold gilt seit langem als wichtige Absicherung in Zeiten volatiler Märkte.
„Wenn der Aktienmarkt volatil wird, strömen die Anleger instinktiv zu Gold als sicherer Anlage“, sagte Contreras gegenüber Invezz.
Im vergangenen Jahr ist der Goldpreis deutlich gestiegen, nämlich um 25,07 Prozent, einschließlich eines Anstiegs von 3,61 Prozent im letzten Monat. Aktuell wird er bei 2.400 Dollar pro Unze gehandelt.
Trotz einer Phase der Stagnation hat Gold seit Ende 2022 ein spektakuläres Wachstum erlebt und zieht Anleger an, die inmitten der Unsicherheit Stabilität suchen, sagt Contreras.
Er führt den Anstieg des Goldpreises auf ein komplexes Zusammenspiel von Faktoren zurück, die über makroökonomische Effekte hinausgehen. Insbesondere der zunehmende Trend zur Entdollarisierung der BRICS-Staaten, vor allem Russland und China, hat die Attraktivität von Gold als sichere Anlage erhöht. Die BRICS-Staaten haben begonnen, in ihren eigenen Währungen zu handeln, was den Status von Gold als verlässlicher Wertspeicher stärkt.
Geldpolitik und die steigende Attraktivität von Gold
Die Möglichkeit von Zinssenkungen durch die Zentralbanken weltweit, einschließlich der Federal Reserve, hat die Attraktivität von Gold weiter erhöht.
Obwohl der US-Zinssatz derzeit bei 5,5 Prozent liegt und damit niedriger als erwartet ist, hat die vorsichtige Herangehensweise des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, hinsichtlich Zinssenkungen die Erwartungen der Anleger geprägt.
Auch Sorgen hinsichtlich der Inflation und der Zinsprognosen in Europa haben die Bedeutung von Gold als wichtige sichere Anlage unterstrichen.
„Das Zusammentreffen wirtschaftlicher, geopolitischer und geldpolitischer Fragen unterstreicht die anhaltende Attraktivität von Gold als verlässliche Anlage für Anleger, die in unvorhersehbaren Zeiten Stabilität und Sicherheit suchen“, sagt Contreras.
Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten bleibt Gold weiterhin ein sicherer Hafen. Die Kombination aus möglichen Zinssenkungen der Fed, globalen De-Dollarisierungstrends und anhaltenden Konflikten hat die Position von Gold gestärkt und es zu einer wertvollen Option für Anleger gemacht, die Stabilität in volatilen Märkten suchen.
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