In Japan nahm die Industrieaktivität im Juni den zweiten Monat in Folge zu, das Wachstumstempo hat sich jedoch aufgrund rückläufiger Auftragseingänge und zunehmenden Kostendrucks verlangsamt.

Dies geht aus dem jüngsten, am Freitag veröffentlichten Einkaufsmanagerindex (PMI) der japanischen Fertigungsindustrie der Jibun Bank hervor.

PMI und Produktion im verarbeitenden Gewerbe

Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe lag im Juni bei 50,1 und damit leicht unter dem Wert von 50,4 im Mai, aber immer noch über der entscheidenden Schwelle von 50,0, die Wachstum von Kontraktion trennt. Dies deutet auf eine geringfügige Ausweitung der Produktionsaktivität hin.

Der wichtigste Unterindex der Produktion zeigte jedoch einen gewissen Optimismus und stieg zum ersten Mal seit Mai 2023.

Trotz der positiven Produktionszahlen verzeichnete der Index der Auftragseingänge im Juni einen Rückgang, was die anhaltenden Herausforderungen verdeutlicht.

Steigender Kostendruck

Der Kostendruck hat im Juni zugenommen. Die durchschnittlichen Inputkosten und Outputpreise stiegen schneller als im Vormonat. Dies hat die Margen der Hersteller zusätzlich belastet.

Der Umfrage zufolge sind die steigenden Kosten für japanische Unternehmen ein erhebliches Problem, da sie sich negativ auf ihre Rentabilität und Betriebseffizienz auswirken könnten.

Schrumpfung des Dienstleistungssektors

Im Gegensatz zum verarbeitenden Gewerbe kam es im japanischen Dienstleistungssektor im Juni zum ersten Mal seit fast zwei Jahren zu einem Rückgang.

Der Flash-Services-PMI der au Jibun Bank fiel im Juni von 53,8 im Mai auf 49,8 und fiel damit zum ersten Mal seit August 2022 unter die Marke von 50,0.

Die Dienstleister führten den Rückgang auf den Mangel an Arbeitskräften zurück, obwohl sie weiterhin mehr Personal einstellten. Die Inflation der Inputkosten im Dienstleistungssektor stieg ebenfalls, doch die Unternehmen erhöhten die durchschnittlichen Preise so langsam wie seit sieben Monaten nicht mehr, um den Umsatz zu stützen.

Zusammengesetzter Einkaufsmanagerindex (PMI) und Konjunkturausblick

Der japanische Composite-PMI der au Jibun Bank, der die Aktivität im Fertigungs- und Dienstleistungssektor kombiniert, fiel von 52,6 im Mai auf 50,0 im Juni und deutete damit auf einen Stillstand der Expansion im privaten Sektor hin.

Dieser Abschwung spiegelt die unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Sektoren wider und unterstreicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen Wirtschaftsführung.

Trotz der Herausforderungen bleiben die Hersteller für die nächsten zwölf Monate optimistisch und rechnen mit einer Verbesserung der Nachfrage und der Produktion.

Die jüngste Entscheidung der japanischen Notenbank, mit der Reduzierung ihrer umfangreichen Anleihenkäufe zu beginnen und im Juli einen detaillierten Plan dafür vorzulegen, stellt einen Schritt in Richtung einer Rückführung ihrer umfangreichen geldpolitischen Anreize dar, was die Konjunkturlage weiter beeinflussen könnte.

Während die Bank von Japan ihre Geldpolitik anpasst, werden die Aussichten für die japanische Wirtschaft davon abhängen, wie erfolgreich diese Herausforderungen bewältigt werden.

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