Der US-Dollar erholt sich am Devisenmarkt, da die US-Notenbank eine neue Straffung der Geldpolitik plant. Die US-Notenbank hat den Zinssatz bereits zweimal angehoben.

Im Mai hat sie die Zinsen um 50 Basispunkte erhöht. Aber sie plant mehr zu tun – viel mehr laut den Prognosen der Fed.

Infolgedessen fiel der EUR/USD-Wechselkurs stark. Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte die Zinssätze ebenfalls anheben, doch selbst dann bleibt die Kluft zwischen den beiden Zentralbanken groß, da der Zinssatz für die Einlagefazilität der EZB derzeit deutlich unter Null liegt.

Für viele hat der US-Dollar ein extremes Niveau erreicht. Betrachtet man jedoch die Zinsdifferenz zu anderen Zentralbanken und die Rolle des US-Dollars im internationalen Finanzsystem, so könnte die Rallye gerade erst begonnen haben.

Ein stärkerer Dollar könnte den US-Exporten schaden. Doch in Zeiten von starker Inflation und Krieg in Osteuropa suchen Händler und Investoren vielleicht einfach einen „sicheren Hafen“ in der Weltreservewährung.

Schließlich haben nicht einmal die klassischen Fluchtwährungen, wie der japanische Yen oder der Schweizer Franken, gegenüber dem Dollar zugelegt. Die Welt wendet sich also dem US-Dollar zu, und was wir bisher gesehen haben, könnte erst der Anfang einer viel stärkeren Bewegung sein.

Kommt der EUR/USD zur Parität? Nach Ansicht von Amundi, Europas größtem Vermögensverwalter, ja.

Amundi rechnet mit einer Parität zwischen dem Euro und dem US-Dollar

Der größte Vermögensverwalter Europas wettet darauf, dass die Gemeinschaftswährung die Parität mit dem US-Dollar erreichen wird. Einem Artikel der Financial Times von dieser Woche zufolge glaubt der Chief Investment Officer von Amundi, dass die EZB bei der Inflationsbekämpfung hinter die Fed zurückfällt und der Euro in den nächsten sechs Monaten die Parität mit dem US-Dollar erreichen wird.

Tatsächlich ist der Euro gegenüber dem US-Dollar seit geraumer Zeit rückläufig. Er erreichte seinen Höchststand vor der großen Finanzkrise im Jahr 2008 und hat seitdem nicht mehr zurückgeblickt.

Das obige Diagramm zeigt einen klaren Abwärtstrend, der durch eine Reihe niedrigerer Hochs und niedrigerer Tiefs gekennzeichnet ist. Angesichts der Divergenz zwischen den beiden Zentralbanken wird es der Gemeinschaftswährung schwer fallen, sich zu erholen, selbst wenn die EZB die Zinsen im Sommer anhebt.

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