
Das britische Pfund stürzte auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020 ab, als das jüngste BIP des Vereinigten Königreichs die Berechnungen für der Bank of England (BOE) erschwerte. Das GBP/USD-Paar fiel nach dem jüngsten Bericht des Office of National Statistics (ONS) auf ein Intraday-Tief von 1,2195.
Stagflation inmitten von Zinserhöhungen
Das GBP/USD-Paar ging stark zurück, als die Anleger auf die schwachen Wirtschaftsdaten aus Großbritannien reagierten. Nach Angaben des ONS hat sich das Handelsdefizit des Landes im März auf mehr als 23 Mrd. £ ausgeweitet. Dieser Anstieg war deutlich höher als die mittlere Schätzung von 18,05 Mrd. £.
Die Handelszahlen kamen zu einer Zeit, als sich das Vereinigte Königreich in einem Konflikt mit der Europäischen Union über Nordirland befindet. Ein sich ausweitender Brexit-Konflikt wird wahrscheinlich zu weiteren Handelsherausforderungen führen, zu einer Zeit, in der beide Seiten massive Probleme in der Lieferkette haben.
Zusätzliche Daten zeigten, dass das britische BIP im März um 0,1% schrumpfte, nachdem es im Vormonat um 0,1% wuchs. Analysten erwarteten, dass die Wirtschaft stagnieren würde.
Unterdessen verlangsamte sich die Produktion des verarbeitenden Gewerbes und der Industrie im März. Beide gingen im Monatsvergleich um 0,2% zurück.
Warum stürzte GBP/USD ab?
Das GBP/USD-Währungspaar ging daher zurück, da diese Zahlen die Lage für die Bank of England erschweren. Die Bank ist in die Enge getrieben, weil es schwierig ist, die Zinssätze in einer Zeit zu erhöhen, in der das Land eine Stagflation erlebt.
Daher ist es am logischsten, die Zinserhöhungen auszusetzen und auf eine Verlangsamung der Inflation zu hoffen. Die am Mittwoch in den USA veröffentlichten Daten zeigen, dass die Inflation nachlässt, wenn auch langsamer als erwartet.
Auf der anderen Seite hat sich die US-Notenbank verpflichtet, die Zinssätze weiter zu erhöhen. Einige Beamte haben sogar angedeutet, die Zinssätze auf der kommenden Sitzung um 0,75% zu erhöhen. In einer Erklärung vom Mittwoch empfahl der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Jeremy Siegel, dass die Bank die Zinsen um 100 Basispunkte erhöhen sollte.
Wie geht es also mit dem GBP/USD-Paar weiter? Im Moment ist der Weg des geringsten Widerstands für das Paar niedriger. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass sich das Paar auf extrem überverkaufte Niveaus bewegt hat. Dies bedeutet, dass es in den kommenden Wochen wahrscheinlich zu einer Erholungsrallye kommen wird.

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