
Der Silberpreis hat die Gewinne aus der vorherigen Sitzung ausgeweitet, da die Finanzmärkte die Zinsentscheidung der Fed im Mai und die anschließende Erklärung des Vorsitzenden der Bank, Jerome Powell, verarbeiten. Dennoch haben ein starker US-Dollar und steigende Renditen von Staatsanleihen den Aufwärtstrend gebremst.
Grundlegende Informationen
In seinen Äußerungen nach der Zinsentscheidung wies der Fed-Vorsitzende darauf hin, dass es trotz der aggressiven Straffung der Geldpolitik „gute Chancen“ für eine Soft Landing gebe. Diese Äußerungen kommen inmitten der wachsenden Besorgnis über eine mögliche Rezession.
Nach Ansicht des ehemaligen stellvertretenden Fed-Vorsitzenden für Aufsicht, Randal Quarles, ist es unwahrscheinlich, dass die Zentralbank den starken Arbeitsmarkt und die hohe Inflation mit einer Soft Landing wieder ins Gleichgewicht bringen wird. Am Mittwoch hatte die US-Finanzministerin und frühere Fed-Vorsitzende Janet Yellen diese Äußerungen wiederholt aufgegriffen. Sie erklärte, die Fed müsse „geschickt sein und auch Glück haben“, um bei ihrer aggressiven Straffung der Geldpolitik eine Soft Landing zu erreichen.
Ähnlich wie bei anderen Edelmetallen wirkt sich ein Umfeld höherer Zinssätze negativ auf den Silberpreis aus. Gleichzeitig ist es ein klassischer sicherer Hafen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Diese beiden gegensätzlichen Kräfte erklären, warum der Silberpreis nach der erwarteten Anhebung um 50 Basispunkte durch die Fed einen Aufschwung erlebt.
Außerdem stellte Powell in seiner Erklärung fest, dass eine Erhöhung um 75 Basispunkte, die einige Analysten vorgeschlagen haben, „nicht etwas ist, das der Ausschuss aktiv in Betracht zieht“. Die Haltung war ziemlich zurückhaltend; ein Aspekt, der die Erholung des US-Dollars milderte und gleichzeitig das Edelmetall ankurbelte.
Technische Analyse des Silberpreises
Zu Beginn der Woche weitete der Silberpreis seine Verluste aus und notierte mit 22,15 auf dem niedrigsten Stand seit drei Monaten. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich mit einem RSI von 25 im überverkauften Bereich, nachdem er zehn Sitzungen in Folge im Minus lag.
Seitdem hat sich das Edelmetall von diesen Tiefstständen erholt und liegt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei 22,96. Anfang Donnerstag stieg er auf 23,31, bevor er wieder zurückfiel. Trotz der Erholung liegt der Preis weiterhin unter den 25- und 50-Tage exponentiellen gleitenden Durchschnitten.
In den folgenden Sitzungen rechne ich mit begrenzten Zuwächsen beim Silberpreis. Insbesondere wird er wahrscheinlich weiterhin auf den Widerstand beim Intraday-Hoch vom Donnerstag bei 23,31 stoßen, da die Haussiers versuchen werden, genügend Schwung zu sammeln, um den Preis weiter nach oben zu treiben. Oberhalb dieses Niveaus wird 23,90 ein Widerstand darstellen, auf den man achten sollte. Auf der Unterseite dürfte die Marke von 22,50 eine beständige Unterstützungszone bleiben.

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