
Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union führte zu einem der stärksten Trends an den Devisenmärkten, wie der EUR/GBP-Kurs zeigt. Er sank um mehr als tausend Punkte, ohne dass es nennenswerte Anzeichen für eine Trendwende gab.
Die Schwäche des Euro wurde durch die Divergenz der Geldpolitik der beiden Zentralbanken verschärft. Während die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinssätze im negativen Bereich belässt, hat die Bank of England (BOE) die Zinsen bereits zweimal angehoben – und plant weitere Anhebungen.
Somit sprachen sowohl die fundamentalen als auch die technischen Faktoren für einen Rückgang des EUR/GBP-Wechselkurses. Dennoch könnte es ein Fehler sein, bei den derzeitigen Kursen Short -Positionen einzugehen.

EUR/GBP bewegte sich im Jahr 2022 in einer engen Spanne
Während der Preis innerhalb der Abwärtsspalte bleibt, ist die Tendenz weiterhin rückläufig. Außerdem setzt sich die Serie niedrigerer Tiefs und niedrigerer Höchststände fort, was die rückläufige Stimmung noch verstärkt.
Die Haussiers könnten jedoch ein Comeback starten. Trotz der Straffung der Geldpolitik durch die BOE bewegte sich der Markt im Jahr 2022 in einer engen Spanne.
Aus technischer Sicht könnte diese Spanne die von den Haussiers erwartete Talsohle sein. Sollte dies der Fall sein, würde ein Anstieg über das vorherige niedrigere Hoch die Talsohle bestätigen.
EZB könnte die Zinssätze im Juli anheben
Die Inflation in der Eurozone hat für die EZB „unangenehme“ Werte erreicht. Am Wochenende deutete der Vizepräsident der Zentralbank hin, dass eine Zinserhöhung im Sommer möglich ist.
Wenn der EUR/GBP-Kurs bis zur EZB-Sitzung im Juli die aktuellen Tiefststände hält, besteht die Chance, dass das Ergebnis dieser Sitzung für die Währung positiv ausfällt.
Auf der anderen Seite ist der Krieg in der Ukraine der Joker beim Handel mit dem Euro. Die europäischen Volkswirtschaften wurden bereits durch den Konflikt gebremst, da mehrere Staaten ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bereits nach unten korrigiert haben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das EUR/GBP-Paar nach wie vor rückläufig ist, aber solange es keinen neuen Tiefststand erreicht, werden sich die Haussiers der Party anschließen. Jeder Hinweis darauf, dass die EZB einer Zinserhöhung näher sein könnte als vom Markt erwartet, würde ausreichen, um einen Anstieg auszulösen.
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