Auch zum Start in die neue Börsenwoche sieht es bei der Aktie von BASF nicht nach Entspannung aus: Zum Start in den Xetra-Handel verloren die Papiere des Ludwigshafener Chemiekonzerns ein weiteres Prozent an Wert, notierten bei rund 51,60 Euro. Am vergangenen Dienstag standen noch 55,52 Euro auf dem Kurszettel der BASF-Aktie, sie hat damit binnen einer knappen Woche etwa sieben Prozent an Wert eingebüßt. Gut möglich, dass die Anleger auf eine eindringliche Warnung des Firmenchefs reagieren.

BASF-Chef warnt vor Gazprom-Boykott

Martin Brudermüller, Vorstandsvorsitzender von BASF,  hat in einem Medienbericht für den Fall eines Importstopps oder längerfristigen Ausfalls von Gas- und Öllieferungen aus Russland vor beispiellosen wirtschaftlichen Schäden für Deutschland gewarnt: »Das könnte die deutsche Volkswirtschaft in ihre schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs bringen«, wurde der BASF-Chef in einer Vorabmeldung der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zitiert.

Dabei denkt Brudermüller gar nicht in erster Linie an BASF, wie er glauben machen will. Insbesondere für viele kleine und mittelständische Unternehmen wäre ein Importstopp aus seiner Sicht existenzbedrohend. Ein „Experiment“ wie der Boykott russischer Lieferungen von Gazprom & Co angesichts des Ukraine-Kriegs wäre aus seiner Sicht „unverantwortlich“. Auch der Chef des Elektronikunternehmens Siemens Energy, Christian Bruch, warnte im Handelsblatt vor „dramatischen Auswirkungen“ bei einem sofortigen Ausstieg aus russischem Gas.

Aktie von BASF unter Druck

Und so sind die Anleger derzeit offenbar verunsichert. Insbesondere die Aktie von BASF hatte der völkerrechtswidrige Einmarsch von Putins Truppen im Nachbarland unter Druck gesetzt. Am 21. Februar waren die Papiere des Konzerns noch bei gut 68 Euro gehandelt worden, seitdem haben sie rund ein Viertel ihres Werts eingebüßt.