Vielen Anlegern mag es in den Fingern jucken. So günstig wie heute waren deutsche Autoaktien schon seit vielen Jahren nicht mehr zu haben.
Mit dementsprechend hohen Dividendenrenditen locken BMW (WKN: 519000), Mercedes-Benz (WKN: 710000) und Volkswagen (WKN: 766403). Aber ist es tatsächlich ein guter Zeitpunkt, deutsche Autoaktien als Dividendenaktien zu kaufen? Hier erfährst du die Antwort.
Hohe Dividendenrenditen…
Zu allererst ein Blick auf die Fakten. Die Mercedes-Benz-Aktie notiert auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren. Die BMW-Aktie ist so günstig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Und die VW-Aktie ist auf den niedrigsten Stand seit sage und schreibe 16 Jahren gefallen.
Dementsprechend attraktiv hören sich die aktuellen Dividendenrenditen der drei Autokonzerne an. Mercedes-Benz lockt mit 8,8 %, bei BMW beträgt die Dividendenrendite 8,1 % und bei VW steht sie aktuell bei 7,8 %.
…aus einem schlechten Grund
Aber eine Dividendenrendite ist bekanntermaßen der Quotient aus Aktienkurs und Jahresdividende. Sie kann steigen, weil die Jahresdividende wächst und/oder der Aktienkurs sinkt.
Bei den deutschen Autobauern ist Ersteres der Fall. Die Dividenden der drei großen heimischen Autokonzerne sind in den beiden letzten Jahren nämlich massiv gesunken: bei Volkswagen von 9,06 auf 5,26 Euro, bei BMW von 6,00 auf 4,40 Euro und bei Mercedes-Benz von 5,30 auf 3,50 Euro.
Die Aussichten sind trübe
Die Aussichten auf eine Trendwende bei den Gewinnausschüttungen sind schlecht. Alle drei deutschen Autohersteller stehen unter gewaltigem Wettbewerbs- und Kostendruck. Vor allem auf dem deutschen Heimatmarkt produzieren die Werke zu viel zu hohen und nicht wettbewerbsfähigen Kosten.
Das bedeutet, dass die Ergebnisse aller drei Autohersteller zuletzt den Bach hintergegangen sind und sie zudem den verbleibenden Gewinn einerseits für die kostspielige Transformation zum Elektroantrieb und andererseits für die Schließung von Werken und den Abbau von Personal benötigen. Viel Cashflow wird bei dieser Ausgangslage nicht für Gewinnausschüttungen übrig bleiben.
Weitere Kürzungen voraus
Dementsprechend düster sind auch die Prognosen von Experten für die Dividendenzahlungen im kommenden Jahr. Bei BMW rechnen Analysten für 2027 mit einer weiterhin restriktiven Dividendenpolitik und leicht sinkenden Ausschüttungen.
Bei Mercedes-Benz gehen Analysten aktuell von einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau aus. Soll heißen, die Gewinnausschüttung dürfte nicht höher als die 3,50 Euro je Aktie zuletzt ausfallen.
Und bei Volkswagen dürfte die Gewinnausschüttung angesichts des gewaltigen Konzernumbaus 2027 noch niedriger liegen als 2026. Eine Steigerung der Dividende ist gegen den Widerstand der Arbeitnehmervertreter kaum durchsetzbar.
Die goldenen Zeiten sind vorbei
Die goldenen Zeiten üppiger Rekorddividenden aus den Vorjahren sind bei den deutschen Autobauern zweifellos vorbei. Die Konzerne müssen ihre Barmittel angesichts des harten globalen Wettbewerbs und hoher Investitionslasten verstärkt im Unternehmen behalten. Für Dividendenanleger werden deutsche Autoaktien damit immer unattraktiver.
Der Artikel Ist nun ein guter Zeitpunkt, deutsche Autoaktien als Dividendenwerte zu kaufen? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.