Die Petrobras-Aktie hat seit unserem Kauftipp im Oktober vergangenen Jahres eine beeindruckende Rallye hingelegt. Damals lag der Kurs des Ölgiganten bei 11,46 US-Dollar, gestern erreichte der Titel bereits 24,76 US-Dollar und notierte damit +116% höher.
Operatives Geschäft auf Rekordniveau
Petrobras profitiert von hohen Ölpreisen, wächst aber zugleich aus eigener Kraft. Die Gesamtproduktion erreichte mit 3,34 Millionen Barrel pro Tag einen neuen Rekord, während die Ölförderung im Jahresvergleich um 15 Prozent zulegte.
Besonders stark entwickelt sich das Búzios-Feld, das inzwischen mehr als 1,1 Millionen Barrel täglich produziert. Neue FPSOs und eine höhere Effizienz sollen die Förderung weiter steigern. Auch die Raffinerien arbeiten mit einer Auslastung von mehr als 100 Prozent.
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Milliarden für weiteres Wachstum
Petrobras investiert jährlich mehr als 20 Milliarden US-Dollar, vor allem in die Ölproduktion. Projekte wie Búzios und weitere Offshore-Förderanlagen sollen die Produktion langfristig erhöhen.
Bemerkenswert ist dabei, dass der Konzern trotz der hohen Investitionen erhebliche Mittel für Schuldenabbau und Aktionärsrenditen erwirtschaftet.
Gewinn und Cashflow explodieren
Die hohen Ölpreise haben die Finanzzahlen massiv verbessert. Das EBITDA stieg im Jahresvergleich um 95 Prozent, der bereinigte Nettogewinn sogar um 170 Prozent.
Der operative Cashflow lag im Quartal bei 12,3 Milliarden US-Dollar. Daraus ergibt sich nach Investitionen ein annualisierter freier Cashflow von rund 30 Milliarden US-Dollar. Bezogen auf die aktuelle Marktkapitalisierung entspricht das einer Free-Cashflow-Rendite von etwa 25 Prozent.
Dividende bleibt ein Trumpf
Petrobras verfügt über Finanzschulden von noch knapp 25 Milliarden US-Dollar und will diese weiter reduzieren. Gleichzeitig bietet die Aktie auch nach dem Kursanstieg immer noch eine eine starke Dividendenrendite von rund sechs Prozent, nachdem sie letztes Jahr zeitweise noch mehr als doppelt so hoch ausgefallen war. Zusätzliche Sonderdividenden bleiben möglich.
Nach dem starken Kursanstieg wären zudem Aktienrückkäufe eine interessante Möglichkeit, überschüssiges Kapital an die Aktionäre zurückzugeben.
Was Anleger jetzt beachten müssen
Die Ausgangslage ist heute eine andere als vergangenes Jahr. Der Kurs hat sich mehr als verdoppelt, sodass der frühere Bewertungsabschlag deutlich kleiner geworden ist.
Dennoch bleibt Petrobras auf Basis des aktuellen Cashflows günstig. Selbst wenn die Ölpreise wieder sinken, verfügt der Konzern über eine starke Produktion, hohe Margen und erhebliche finanzielle Flexibilität.
Das größte Risiko bleibt neben einem deutlichen Ölpreisrückgang die Politik in Brasilien. Als staatlich kontrollierter Konzern ist Petrobras politischen Einflussnahmen ausgesetzt, insbesondere bei Kraftstoffpreisen, Investitionen und Ausschüttungen.
„Mit soliden Bilanzen, niedrigen Förderkosten und einer der höchsten Dividendenrenditen der Welt bleibt Petrobras ein außergewöhnlich starkes Investment im Energiesektor“, schrieben wir letztes Jahr. Das hat sich nun mehr als bestätigt. Seit unserer Empfehlung vor ziemlich genau 12 Monaten konnte der Kurs +116% hinzugewinnen.
Nach der Rallye ist der Einstieg weniger günstig als damals, doch die operative Entwicklung bleibt stark. Solange die Ölpreise auf einem hohen Niveau bleiben und Petrobras seine Kapitaldisziplin beibehält, besitzt der Konzern weiterhin erhebliches Potenzial für hohe Aktionärsrenditen.
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