Die Hochtief-Aktie legte seit Anfang Oktober wieder deutlich zu. In den ersten beiden Handelstagen stieg der Kurs von etwa 383 € auf rund 407 €. Mit einem Kursanstieg von ca. +2,5% gehört die Aktie am Freitag zu den größten Gewinnern im DAX. Vom Hoch im Mai bei knapp 550 € ist sie allerdings noch deutlich entfernt. Damit stellt sich die Frage: Bietet die Korrektur inzwischen wieder eine günstige Einstiegschance?
Gewinnprognose erhöht
Bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen hob Hochtief gleichzeitig seine Gewinnprognose an.
Die Prognosespanne für den operativen Nettogewinn wurde um jeweils 75 Millionen € auf 1,025 bis 1,1 Milliarden € erhöht. Gegenüber dem Vorjahreswert von 789,3 Millionen € entspricht dies einem deutlichen Anstieg.
Grundlage dafür sind die gute Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten sowie die weiterhin hohe Nachfrage. Der Auftragseingang erreichte im ersten Halbjahr 31,5 Milliarden €. Der Auftragsbestand stieg auf einen Rekordwert von 84,8 Milliarden €.
Damit verfügt Hochtief über eine sehr hohe Visibilität für die kommenden Jahre. Nun wird es spannend, wie sich das Geschäft im dritten Quartal entwickelt.
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Rechenzentren bleiben wichtiger Wachstumstreiber
Der Bau von Rechenzentren gewinnt innerhalb des Konzerns zunehmend an Bedeutung. Besonders die US-Tochter Turner ist in diesem Bereich stark vertreten und profitiert von den hohen Investitionen der großen Technologiekonzerne.
Die Euphorie an den Börsen rund um das Thema KI hat sich zuletzt zwar etwas abgekühlt. Der langfristige Bedarf an Rechenzentren dürfte jedoch weiterhin hoch bleiben. Die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz erfordert erhebliche zusätzliche Rechenkapazitäten und damit auch entsprechende Infrastruktur.
Hochtief profitiert dabei indirekt vom KI-Boom: Das Unternehmen muss keine eigene KI-Technologie entwickeln, sondern errichtet die Infrastruktur, die für deren Nutzung benötigt wird.
Auch außerhalb des Rechenzentrumsgeschäfts gibt es Wachstumspotenzial. In Deutschland dürfte die Umsetzung umfangreicher Infrastrukturinvestitionen zunehmend an Fahrt gewinnen. Hinzu kommen Projekte in den Bereichen Energie, Verteidigung und kritische Rohstoffe.
Bewertung
Fundamental präsentiert sich Hochtief weiterhin sehr solide. Der deutliche Kursrückgang seit dem Mai-Hoch hat die Bewertung zwar reduziert, die Aktie ist nach der starken Rally der vergangenen Jahre allerdings nicht automatisch günstig.
Nach dem kräftigen Kursanstieg auf rund 550 € dürften bei einigen Anlegern auch Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben. Seit Anfang 2025 hat sich der Aktienkurs zeitweise mehr als verdreifacht.
Der hohe Auftragsbestand bildet eine wichtige Grundlage für die weitere Geschäftsentwicklung. Gleichzeitig eröffnet insbesondere das wachsende Rechenzentrumsgeschäft zusätzliche Chancen. Sollte der Ausbau der KI-Infrastruktur weitergehen, könnte Hochtief über Turner von umfangreichen Investitionen der großen Technologiekonzerne profitieren.
Kurzfristig bleibt allerdings das Risiko weiterer Kursschwankungen bestehen. Nach der Erholung seit Anfang Oktober könnte die weiterhin erhöhte Bewertung eine erneute Konsolidierung begünstigen.
Aus meiner Sicht bietet das aktuelle Kursniveau nach der deutlichen Korrektur wieder eine interessante Einstiegsbasis. Mittelfristig besteht aufgrund der hohen Auftragsbestände und der guten Geschäftsperspektiven weiteres Potenzial.
Auch die Analysten sehen den fairen Wert der Aktie teilweise deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 500 €.
Die Dividendenrendite liegt aktuell bei etwa 1,6%. Eine Anhebung der zuletzt gezahlten Dividende von 6,60 € erscheint angesichts der erwarteten Gewinnsteigerung grundsätzlich möglich.
Für langfristig orientierte Anleger könnte die aktuelle Schwächephase interessant sein.
Hier sei angemerkt: Während sich viele auf Tech-Aktien konzentrieren, übersehen sie solide Dividendenzahler mit Aufwärtspotenzial. Diese Analyse beleuchtet zehn unterschätzte Kandidaten für das neue Jahr.
Hochtief in Kürze
- Hochtief (WKN: 607000) ist ein internationaler, führender Baukonzern. Neben dem klassischen Baugeschäft entwickelt der Konzern sich immer mehr zum Projekt-Unternehmen mit einem breiten Dienstleistungsgeschäft.
- Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen. Großaktionär mit 77,5% ist die spanische ACS-Gruppe.
- Die Aktie ist im MDAX gelistet und wird aktuell mit ca. 30,7 Milliarden € bewertet.
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