Hinweis: hier geht es heute nicht um ein konkretes Investment. Wen nur das interessiert, muss nicht weiterlesen…
Ich mag bekanntlich Investitionen in Infrastruktur, musste aber schon oft von einem Investment absehen, weil die regulierten Erträge so hoch sind, dass die betreffeneden Unternehmen zu einem mehrfachen des Buchwerts gehandelt werden. So etwas schreit meiner Meinung nach, nach einer Senkung in der nächsten Regulierungsperiode, auch wenn ich noch nie mitbekommen habe, dass es dazu gekommen wäre. Vielleicht lag das gar nicht, wie von mir unterstellt, an guter Lobby Arbeit sondern an der Art und Weise wie die betreffenden Behörden vorgehen. Dieser Gedanke kam mir zumindest nach einer Pressemitteilung der Thüga AG einem regionalen Energie- und Wasserversorger.
Laut dieser Pressemitteilung plant die Bundesnetzagentur für die nächste Regulierungsperiode (2028 bis 2032) der Gasnetze einen Kapitalverzinsung von 3,76% und darin stecken unterstellte Fremdfinanzierungskosten von 2,43% und zwar in einer Zeit in der sich 5-jährige Bundesanleihen mit rund 3,3% rentieren. Offenbar denkt in der Bundesnetzagentur niemand darüber nach, was eine angemessene Rendite darstellt, sondern laut Pressemitteilung wird lediglich ein Durchschnitt der letzten Jahre zu Grunde gelegt. Das hat für Netzbetreiber lange Zeit sehr gut (zu gut) funktioniert, weil die Zinsen immer weiter gesunken sind. Dieser Trend ist nun aber gebrochen und es sollte unmittelbar einleuchtend sein, dass so die Investitionen gegen Null tendieren werden. Ich fürchte eine analoge Vorgehensweise für die Stromnetze, die eigentlich massive Investitionen benötigen, sofern man denn etwas für die Elektrifizierung und gegen den Klimawandel tun möchte.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, schreibe ich das hier für den Fall, dass einer meiner Leser (energie-)politisch aktiv ist oder bei einem größeren Medium als meinem blog arbeitet. Vielleicht kann dieser Wahnsinn noch rechtzeitig gestoppt werden.