Personen auf dem Weg zum Oracle-Bürogebäude

Die Oracle-Aktie hat in diesem Jahr nachgegeben und gehört zu den größten Nachzüglern im S&P 500-Index. Sie ist seit ihrem Jahreshoch um über 40 % eingebrochen. Dieser Rückgang könnte anhalten, da das Unternehmen vor erheblichen Gegenwinden steht. 

Oracle-Aktie in Gefahr, da ein neuer $18 billion Gegenwind auftaucht

Es gibt Anzeichen dafür, dass das Geschäft von Oracle in diesem Jahr unter Druck gerät. Eines der Hauptprobleme ist sein riesiges Rechenzentrumsprojekt in New Mexico, das vor den anstehenden Wahlen lokale Kritik erfährt.

Daten zeigen, dass Darlehen im Umfang von $18 billion, die an dieses Rechenzentrum gebunden sind, unter Druck geraten — ein Zeichen dafür, dass Investoren wegen des lokalen Gegenwinds nervös werden.

Darlehen, die mit „Project Jupiter“ verbunden sind, wurden von führenden Konsortialbanken wie Santander und Jefferies zwischen 89 und 91 Cent auf den Dollar bepreist. Dieser Kurs deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer im Kreditmarkt befürchten, das Projekt könnte scheitern. In einem gesunden Markt notiert solch eine Schuld in der Regel nahe Pari. 

Project Jupiter ist ein zentraler Bestandteil von Oracles KI-Ambitionen. Es besteht aus einem 1.400-Parzellen-Grundstück und ist Teil des gigantischen $300 billion Vertrags mit OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT. Das Projekt hat erheblichen lokalen Widerstand erfahren und steht vor einem Energieproblem, nachdem die Genehmigung zum Anschluss einer Pipeline zur Versorgung von Bloom fuel cells blockiert wurde.

Das Projekt erhielt im vergangenen Jahr eine Finanzierung in Höhe von $18 billion, doch Versuche, es abzustoßen, sind angesichts von Leistungsbedenken auf Schwierigkeiten gestoßen. Investoren sorgen sich zudem über Oracles stark ansteigende Verschuldung und sinkende Kreditwürdigkeit. 

Diese Ereignisse erfolgen eine Woche, nachdem Larry Ellison angekündigt hatte, Aktien im Wert von $7.5 billion zu verkaufen. Er sagte den Verkauf dann abrupt ohne nähere Erklärung ab, was darauf hindeutet, dass er befürchtet, der Verkauf könnte die Aktie weiter belasten. 

Dies geschieht, nachdem Oracle relativ starke Ergebnisse bekannt gegeben hatte. Die Zahlen zeigten, dass der Umsatz im ersten Geschäftsquartal um 30 % auf $19.3 billion stieg, wobei die Cloud-Sparte $11.6B einbrachte. 

Am wichtigsten ist, dass die verbleibenden Leistungs­verpflichtungen (RPO) auf $664B anstiegen, davon entfallen $300B auf OpenAI.

Analysten gehen davon aus, dass Oracles Geschäft in absehbarer Zeit weiter wachsen wird. Der Umsatz wird für dieses Jahr voraussichtlich um 34 % auf $90.46 billion steigen, gefolgt von $131 billion im nächsten Jahr. 

Prognose für den Oracle-Aktienkurs

ORCL-Aktienchart | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass die ORCL-Aktie in den vergangenen Monaten zurückgefallen ist. Sie ist von einem Hoch von $250 im Januar auf aktuell $147 gefallen. Sie ist unter die aufsteigende Trendlinie gefallen, die die Unterseite der Aufwärtsbewegung verbindet. 

Oracle liegt unter dem 50-Tage-Durchschnitt, während der Relative-Stärke-Index (RSI) unter das neutrale Niveau von 50 gefallen ist. Es hat sich außerdem ein aufsteigendes Keilmuster gebildet, ein gängiges bärisches Signal. Daher könnte die Aktie auf die Unterstützung bei $100 fallen, wenn sich die Schuldenprobleme fortsetzen.

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