Am 18.09.1837 beginnt eine der ungewöhnlichsten Erfolgsgeschichten der amerikanischen Luxusindustrie. Charles Lewis Tiffany und John B. Young eröffnen in New York ein Geschäft für Schreibwaren und sogenannte "fancy goods". Das Startkapital beträgt gerade einmal 1.000 Dollar, die Tiffany von seinem Vater erhält. Die ersten drei Geschäftstage bringen lediglich 4,98 Dollar Umsatz. Fast zwei Jahrhunderte später ist aus dem kleinen Laden eine der bekanntesten Schmuckmarken der Welt geworden.

Tiffany & Co. steht heute für Diamanten, Verlobungsringe, die berühmte Tiffany Blue Box und eine Form von amerikanischem Luxus, die sich von den traditionsreichen europäischen Juwelieren unterscheidet. Der Aufstieg beruht dabei nicht allein auf außergewöhnlichen Schmuckstücken. Charles Tiffany verstand früh, dass Luxus auch eine Frage von Inszenierung, Markenführung, Exklusivität und öffentlicher Wahrnehmung ist. Später kamen spektakuläre Edelsteine, wegweisende Designs, der berühmte Tiffany Setting-Verlobungsring, Hollywood und insbesondere Audrey Hepburn hinzu.

Doch die Geschichte von Tiffany ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Im 21. Jahrhundert geriet das Unternehmen zunehmend unter Druck. Das Wachstum verlangsamte sich, die Marke verlor in Teilen an Dynamik, der chinesische Markt entwickelte sich zugleich zum großen Hoffnungsträger und zum erheblichen Risiko. Schließlich wurde Tiffany 2021 von dem französischen Luxuskonzern LVMH übernommen. Der Kaufpreis lag ursprünglich bei 16,2 Milliarden Dollar und wurde im Zuge der späteren Anpassung auf rund 15,8 Milliarden Dollar reduziert.

Die Geschichte von Tiffany zeigt damit exemplarisch, wie eine Luxusmarke über Generationen aufgebaut wird – und wie schwierig es sein kann, eine solche Marke dauerhaft relevant zu halten…

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