An der Börse sind die spannendsten Chancen nicht immer dort zu finden, wo gerade die größte Euphorie herrscht. Während Anleger über KI-Gewinner und neue Megatrends diskutieren, geraten etablierte Qualitätsunternehmen mit starken Cashflows schnell aus dem Blickfeld. 

Zwei Aktien könnten im Herbst 2026 deshalb einen genaueren Blick wert sein: PepsiCo (WKN: 851995) und SAP (WKN: 716460). Ihre Geschäftsmodelle könnten kaum unterschiedlicher sein, und es existieren spezifische Risiken. Doch beide verfügen auch über Eigenschaften, die sie langfristig für Aktionäre interessant machen – und das ist nicht nur ihre Bewertung.

PepsiCo: Die Dividendenmaschine kämpft um neuen Schwung

PepsiCo ist kein Unternehmen, bei dem Anleger mit zweistelligen Wachstumsraten rechnen sollten. Genau das macht die Aktie für einen bestimmten Anlegertyp interessant. 

Hinter Marken wie Pepsi, Lay’s, Doritos und Gatorade steht ein globales Konsumgütergeschäft mit enormer Reichweite. 2025 erzielte PepsiCo knapp 94 Mrd. US-Dollar Umsatz.

Die Investmentstory basiert hier nicht auf einem Hyperwachstum, sondern auf Preissetzungsmacht, starken Marken, wiederkehrender Nachfrage und hohen Cashflows. PepsiCo erwartet für 2026 ein organisches Umsatzwachstum von 2 bis 4 % sowie ein Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie von 4 bis 6 %. Trotz strukturellem Gegenwind bleibt das Wachsum weiter robust.

Gleichzeitig soll die Dividende auf 5,92 US-Dollar je Aktie steigen. 2026 ist damit bereits das 54. Jahr in Folge, in dem PepsiCo die jährliche Dividende erhöht.

Ein KGV von 16 und eine Einstiegsrendite von 4,3 % sind grundsätzlich schon attraktiv. Doch der eigentliche Bewertungshebel liegt vor allem in der operativen Verbesserung. 

PepsiCo arbeitet an der Steigerung der Produktivität, der Senkung der Kosten und der Erhöhung der Margen und erwartet über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt eine Verbesserung der Kernbetriebsmarge um mindestens 100 Basispunkte. Gelingt diese Trendwende, könnte die Aktie wieder stärker als Qualitätswert wahrgenommen werden.

SAP: Weniger Dividende, dafür deutlich mehr Wachstum

Bei SAP ist die Bezeichnung „Dividenden-Aktie“ etwas ungewöhnlicher. Die eigentliche Equity Story liegt in der Transformation vom klassischen Softwareanbieter zum Cloud- und KI-Konzern.

Die jüngsten Zahlen liefern dafür Argumente: Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Current Cloud Backlog um 27 % auf 22,9 Mrd. Euro. Die Cloud-Umsätze stiegen um 22 %, die Erlöse der Cloud ERP Suite sogar um 25 %. Gleichzeitig erhöhte SAP den Free Cashflow im ersten Halbjahr auf 6,25 Mrd. Euro.

Das Entscheidende ist die Stellung von SAP in den Geschäftsprozessen großer Unternehmen. ERP-Systeme sind tief in Finanzwesen, Einkauf, Personal und Produktion verankert. Der Wechsel eines solchen Systems ist komplex – und genau diese hohe Wechselhürde kann SAP helfen, zusätzliche Cloud- und KI-Angebote zu verkaufen.

Für 2026 erwartet SAP weiterhin rund 10 Mrd. Euro Free Cashflow. Beim währungsbereinigten Non-IFRS-Betriebsergebnis liegt die neue Prognose trotz der Verwässerung durch die Übernahmen von Dremio und Prior Labs bei 11,8 bis 12,2 Mrd. Euro.

Fazit: Nicht billig um jeden Preis – sondern Qualität mit Katalysator

PepsiCo und SAP sind keine Geheimtipps, die morgen zwangsläufig explodieren müssen. Ihre mögliche Unterbewertung entsteht vielmehr aus einer interessanten Kombination: Bei PepsiCo könnte eine operative Verbesserung auf eine attraktive Ausschüttung treffen, bei SAP weiterhin starkes Cloud- und KI-Wachstum.

Für Anleger ist deshalb weniger die Frage entscheidend, ob die beiden Aktien „billig“ sind. Interessanter ist, ob der aktuelle Kurs die langfristige Ertragskraft bereits vollständig widerspiegelt. Genau hier liegt die mögliche Chance.

Der Artikel 2 unterbewertete Dividenden-Aktien für den Herbst 2026: Bei PepsiCo und SAP könnte sich eine Chance auftun! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.