Nahaufnahme von Micron-Speicherchips neben einem RAM-Modul, die Halbleiterkomponenten zeigen, die in Computern, Servern und Rechenzentren verwendet werden.

Die Aktie von Micron Technology (NASDAQ: MU) ist in diesem Jahr um 226% gestiegen, angetrieben vor allem durch spektakuläres Gewinnwachstum, da die boomende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz die Preise für Speicherchips nach oben getrieben hat.

Doch die nächste Phase der Rallye könnte weniger von weiterem Gewinnwachstum abhängen als davon, ob Investoren bereit sind, für jeden Dollar von Microns Gewinnen einen höheren Bewertungsaufschlag zu zahlen.

Die Aktie bleibt trotz ihrer starken Performance ungewöhnlich günstig.

Micron wird für das nächste Kalenderjahr mit etwa 5.77-fachem erwarteten Gewinn gehandelt und ist damit laut Dow Jones Market Data die fünftniedrigste Komponente im S&P 500 nach dieser Kennzahl.

Der Analyst Krish Sankar von TD Cowen ist der Ansicht, dass sich das ändern könnte.

Micron könnte eine Neubewertung erfahren

Sankar sagte, die Micron-Aktie könnte eine „Neubewertung“ erfahren, wenn Investoren zunehmend überzeugt sind, dass der aktuelle Speicherchip-Zyklus auch dann dauerhaft bleiben kann, wenn sich die Gewinnmargen nicht mehr so schnell ausweiten wie zuletzt, berichtete MarketWatch.

Sein Kursziel von $1,600 basiert auf einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9 gegenüber seinen Gewinnschätzungen für 2027.

Das steht im Vergleich zum aktuellen Multiple von 5.77 und liegt rund 73% über dem Schlusskurs der Aktie am Mittwoch.

Der Ausblick kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Investoren zunehmend hinterfragen, wie weit sich Microns Margen nach einer außergewöhnlichen Periode starken Gewinnwachstums noch ausweiten können.

Sankar schätzt, dass das Unternehmen etwa 80% seines typischen 18-month Margenausweitungszyklus durchlaufen hat.

Das könnte bedeuten, dass die Gewinnschätzungen in naher Zukunft möglicherweise nicht mehr so schnell steigen wie zuletzt.

Microns jüngste Ergebnisse zeigen, wie kräftig der aktuelle Zyklus gewesen ist.

Mit erhöhten Speicherchip-Preisen stieg das Ergebnis je Aktie im zuletzt ausgewiesenen Quartal um 1,215%.

KI-Nachfrage verändert den Speicherzyklus

Sankar sieht dennoch ein mögliches Szenario, in dem die Gewinne von ihren Spitzenwerten zurückgehen, während „die Aktie weiterhin stetig steigt“.

Der Grund ist seine Erwartung, dass Investoren zunehmend überzeugt sein werden, dass der Speicherzyklus „robuster ist, als der Margenpfad vermuten lässt“.

Die Nachfrage nach Dynamic-Random-Access-Memory, kurz DRAM, das in KI-Systemen intensiv eingesetzt wird, ist gestiegen, da Unternehmen stark in Rechenzentrums-Infrastruktur investieren.

Dieses Nachfrageprofil unterscheidet sich von früheren Speicherzyklen, in denen Unterhaltungselektronik eine größere Rolle spielte.

Sankar stellte fest, dass in Abschwüngen wie 2019 und 2022 „das Angebot der Nachfrage vorausging“.

Diesmal könnte anhaltende, KI-bezogene Nachfrage helfen, dasselbe Ungleichgewicht zu verhindern und Speicherherstellern bessere Sichtbarkeit zu verschaffen.

Sankar verglich Microns potenzielle Bewertungsverschiebung mit dem Stahlhersteller Nucor, dessen Multiple nach 2022 deutlich anstieg.

In diesem Fall war der Treiber nicht nur das Gewinnwachstum, sondern „größeres Vertrauen in die Zyklusstabilität und die US-Politikunterstützung“.

US-Produktion bringt zusätzlichen Rückenwind

Micron könnte laut Sankar außerdem davon profitieren, dass es der „einzige große US-DRAM-Hersteller“ ist.

Er schätzt, dass Microns US-Wafer-Produktion bis Ende 2030 etwa die Hälfte der gesamten US-Kapazität der Branche ausmachen könnte.

Dieses inländische Produktionsnetz könnte das Vertrauen der Investoren in den längerfristigen Nachfrageausblick des Unternehmens weiter stärken, da Washington die Halbleiterproduktion in den USA fördert.

Der nächste wichtige Katalysator ist Microns Ergebnisbericht, der für den 30. September terminiert ist.

Sankar erwartet, dass die Aktionärsrenditen ein zentrales Thema der Telefonkonferenz sein werden, und geht davon aus, dass Micron ein Aktienrückkaufprogramm im niedrigen Bereich von $20 Milliarden genehmigen könnte.

Das Unternehmen würde jedoch voraussichtlich nicht vor Dezember mit dem Rückkauf von Aktien beginnen.

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