Am 16.09.1992 erlebte Europa einen der spektakulärsten Tage der modernen Finanzgeschichte. Das britische Pfund geriet massiv unter Verkaufsdruck, die Bank of England stemmte sich mit Devisenmarktinterventionen und drastischen Zinserhöhungen gegen den Angriff – und musste schließlich aufgeben. Großbritannien suspendierte seine Mitgliedschaft im Europäischen Wechselkursmechanismus, dem Exchange Rate Mechanism (ERM). Der Tag ging als "Black Wednesday" in die Börsengeschichte ein.

Im Mittelpunkt stand George Soros, dessen Quantum Fund mit einer milliardenschweren Wette gegen das Pfund enorme Gewinne erzielte. Doch die Geschichte war keineswegs die eines einzelnen Spekulanten, der eine Notenbank im Alleingang besiegte. Einen entscheidenden Beitrag leistete Soros’ damaliger Chefstratege Stanley Druckenmiller. Gemeinsam erkannten sie einen fundamentalen Widerspruch in der britischen Wirtschaftspolitik: Großbritannien versuchte, einen festen Wechselkurs zu verteidigen, obwohl die wirtschaftlichen Bedingungen eigentlich eine deutlich niedrigere Zins- und Währungspolitik nahelegten. Die Krise erschütterte das Europäische Währungssystem, führte zu einer grundlegenden Erweiterung der Wechselkursbandbreiten und beeinflusste damit indirekt auch den weiteren Weg zum Euro.

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