aktueller Kurs: 16,18 Euro
Im Vergleich zu meinem letzten Nachkauf im März ist der Kurs der Deutsche Wohnen inzwischen noch mal um rund 14% gefallen. Ich sehe dafür zwei mögliche Ursachen:
1) Die weiterhin hohe Inflation sorgt für steigende Zinsen und die Sorge noch weiter steigender Zinsen. Höhere Zinsen sorgen für niedrigere Immobilienbewertungen und damit für sinkende Kurse. Mir stellt sich allerdings die Frage, ob der Markt hier ernsthaft unterstellt, dass Vonovia die Mindestdividende für die Deutsche Wohnen nicht mehr leisten kann. Ich gehe eher davon aus, dass der Titel aus Solidarität mit anderen Immobilienwerten sinkt, obwohl hier eine klare Sondersituation vorliegt. Bei inzwischen über 6,5% Dividendenrendite mache ich mir über steigende Zinsen jedenfalls keine Sorgen.
2) Sorgen bereiten könnten dem Markt auch die Wahlumfragen in Berlin nach denen Die Linke bei den Wahlen tatsächlich die stärkste Kraft werden könnte. Ich glaube allerdings selbst in so einem Szenario nicht an eine Verstaatlichung der Deutsche Wohnen und schon gar nicht ohne eine angemessene Entschädigung. Da die Deutsche Wohnen derzeit m.E. deutlich unter dem Substanzwert notiert, könnte es durch eine Entschädigung sogar relativ schnell zu einer Hebung von stillen Reserven kommen. So viel Glauben an Deutschland habe ich noch. Kommt es anders würde ich wohl anfangen über das Thema Auswanderung nachzudenken. Da wäre dann der immer noch relativ kleine mögliche Verlust dieser Position das kleinere Problem.
FAZIT
Während ich bei Immobilien im Allgemeinen aktuell auch vorsichtig bin, halte ich die Deutsche Wohnen durch den Gewinnabführungsvertrag mit Vonovia bei einem KGV von 7 und einer Dividendenrendite von über 6,5% für sehr attraktiv. Ich konnte mir schon beim letzten Nachkauf nicht vorstellen, dass die hohe Dividende nicht irgendwann einen Boden beim Kurs sichert, aber wir werden sehen, ob ich noch mal überrascht werde. Unter unveränderten Umständen wäre dann bei ungefähr 14,50 Euro für mich der nächste Nachkauf in Sicht.