
Der iShares 20+ Year Treasury Bond ETF (TLT) ist in diesem Jahr gefallen, obwohl Anleger weiterhin in den Fonds investieren. Der TLT fiel am Montag auf $80, den niedrigsten Stand seit Juli 2025 und damit fast 9 % unter dem diesjährigen Höchststand.
TLT-ETF verzeichnet Zuflüsse trotz steigender Renditen
Der iShares 20+ Year Treasury Bond ETF geriet in diesem Jahr unter Druck, da die US-Anleiherenditen weiter steigen. Daten zeigen, dass die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe auf 5,023 % stieg, den höchsten Stand seit 2007 und deutlich über dem Jahrestief von 3,92 %. Sie steigt seit ihrem Pandemie-Tief von 0,33 % stetig an.
Auch die 30-jährige Rendite ist in diesem Jahr weiter gestiegen und liegt bei 5,383 %, dem höchsten Stand seit 2004. Wie bei der 10-Jahres-Rendite ist sie stark von ihrem Pandemie-Tief von 0,725 % angestiegen.
Trotz der steigenden Renditen gibt es Anzeichen dafür, dass Anleger in den TLT-ETF investieren, der längerlaufende Staatsanleihen abbildet. Die Zuflüsse sind in den letzten drei Monaten um nahezu 10 Milliarden US-Dollar und in den letzten 30 Tagen um 3,75 Milliarden US-Dollar gestiegen. Diese Zuflüsse hoben das verwaltete Vermögen (AUM) auf über 47 Milliarden US-Dollar.
US-Renditen steigen vor FOMC-Entscheid
Diese Entwicklungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Sorgen um die US-Wirtschaft und dem Warten der Anleger auf die bevorstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve. Daten zeigen, dass die US-Staatsverschuldung auf über 40,1 Billionen US-Dollar gestiegen ist, und der Anstieg dürfte anhalten, da Präsident Donald Trump und der Kongress nicht darauf fokussiert sind, das Defizit zu verringern. Das Verhältnis von US-Schulden zum BIP ist auf 122 % gestiegen.
Viele Analysten warnen, dass die aktuelle Ausgabenphase nicht nachhaltig ist. Die USA nehmen jährlich über 5 Billionen US-Dollar an Steuereinnahmen ein und geben über 7 Billionen US-Dollar aus. Diese Ausgaben dürften anhalten, sollte Trumps Ziel, die Verteidigungsausgaben auf 1,5 Billionen US-Dollar anzuheben, Realität werden.
In vielen Fällen ist eine steigende Verschuldung nicht per se negativ, insbesondere wenn sie von starkem Wirtschaftswachstum begleitet wird. Die Herausforderung ist jedoch, dass die US-Wirtschaft nicht mehr so schnell wächst. Tatsächlich zeigt eine Bereinigung um die umfangreichen KI-Investitionen, dass die Wirtschaft nicht mehr wächst.
Die Wirtschaft sieht sich zudem weiteren erheblichen Risiken ausgesetzt. So sind die Ölpreise in dieser Woche gestiegen, da sich die US‑Iran-Krise fortsetzt. Brent sprang auf $107, während der West Texas Intermediate (WTI) auf $102 kletterte. Die Ölpreise dürften weiter anziehen, sofern sich die Krise im Nahen Osten verschärft.
Technische Analyse des TLT-ETFs

TLT-Chart | Quelle: TradingView
Das Tageschart zeigt, dass der TLT-ETF in den vergangenen Monaten in einem ausgeprägten Abwärtstrend war. Er ist nun unter die wichtige Unterstützungszone von $80,93 gefallen, dem Tief vom 18. August.
Der Fonds notiert unter allen gleitenden Durchschnitten, ein Zeichen dafür, dass die Bären derzeit das Marktgeschehen dominieren. Er liegt außerdem unter dem Supertrend-Indikator. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf aktuell rund 37 abgesunken.
Daher deuten die technischen Indikatoren darauf hin, dass der ETF kurzfristig weiter fallen dürfte. Sollte dies eintreten, ist das nächste Schlüsselniveau bei $79,9, dem Tief vom 16. Juli des Vorjahres.
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