Die Robotik gilt als einer der nächsten großen Wachstumsmärkte der Künstlichen Intelligenz. Während Tesla mit seinem humanoiden Roboter Optimus auf eine führende Rolle in diesem Zukunftsmarkt setzt, gibt es für Anleger auch andere Möglichkeiten, von der zunehmenden Verbreitung intelligenter Maschinen zu profitieren. Drei Unternehmen stechen dabei besonders hervor: Nvidia, Alphabet und Zebra Technologies.
Nvidia-Aktie
Für Nvidia
Dabei ist das Unternehmen längst nicht darauf angewiesen, dass humanoide Roboter zum Massenphänomen werden. Nvidia ist bereits der weltweit größte Konzern und kommt auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 5 Billionen Dollar. Grundlage dieser Bewertung ist die zentrale Rolle des Unternehmens beim gegenwärtigen Ausbau der KI-Infrastruktur.
Wie dynamisch das Geschäft weiterhin wächst, zeigte das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 106 Prozent. Gleichzeitig konnte Nvidia seine hohe Profitabilität behaupten und erzielte im Quartal eine Nettomarge von 62 Prozent. Damit verfügt der Konzern über eine außergewöhnlich starke Ausgangsposition, um auch von der nächsten Phase der KI-Entwicklung zu profitieren.
Auch aus Bewertungssicht erscheint Nvidia interessant. Das PEG-Verhältnis liegt bei rund 0,46 und damit deutlich unter dem von Tesla, das bei 4,37 liegt. Für Anleger bedeutet das, dass Nvidia trotz seiner enormen Größe derzeit vergleichsweise moderat im Verhältnis zu seinem erwarteten Gewinnwachstum bewertet wird. Zudem erscheinen die Wachstumstreiber des Chipkonzerns gegenwärtig greifbarer als die noch stärker von zukünftigen Robotik-Erfolgen abhängigen Perspektiven Teslas.
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Alphabet-Aktie
Auch Alphabet
Leistungsfähige Roboter benötigen erhebliche Rechenkapazitäten für das Training ihrer KI-Modelle und für komplexe Aufgaben. Cloud-Plattformen können dabei einen wesentlichen Teil dieser Infrastruktur bereitstellen. Google Cloud gehört zu den drei großen Anbietern im globalen Cloud-Markt und wächst weiterhin rasant. Im zweiten Quartal legte der Cloud-Umsatz im Jahresvergleich um 82 Prozent zu.
Sollte die Robotik zunehmend in Industrie, Logistik und anderen Bereichen eingesetzt werden, könnte dies zusätzliche Nachfrage nach Cloud-Rechenleistung erzeugen. Alphabet verfügt allerdings auch unabhängig von diesem Zukunftstrend über starke Wachstumstreiber. Das Werbegeschäft von Google und die Cloud-Sparte bilden bereits heute wichtige Säulen des Konzerns.
Hinzu kommt Waymo. Die Tochtergesellschaft entwickelt autonome Fahrzeuge und baut ihren kommerziellen Betrieb in mehreren Städten aus. Während Tesla mit seinem Cybercab noch auf dem Weg zur breiteren Kommerzialisierung autonomer Mobilität ist, hat Waymo bereits einen erheblichen Vorsprung bei der praktischen Umsetzung fahrerloser Fahrzeuge. Damit bietet Alphabet Anlegern neben dem klassischen KI- und Cloud-Geschäft ein weiteres Standbein im Bereich autonomer Systeme.
Mit einem PEG-Verhältnis von etwa 1,20 ist Alphabet zudem deutlich günstiger bewertet als Tesla. Das Unternehmen kombiniert damit eine etablierte und hochprofitable Geschäftsbasis mit mehreren langfristigen KI-Wachstumstreibern.
Zebra Technologies-Aktie
Zebra Technologies
Zebra Technologies stellt selbst keine Roboter her. Die Technologie des Unternehmens kann jedoch entscheidend dazu beitragen, dass Maschinen ihre Umgebung erfassen, Informationen verarbeiten und Aufgaben effizient ausführen können. DatenÂerfassung, Software und Automatisierungslösungen bilden damit eine wichtige technologische Grundlage für intelligente Arbeitsabläufe.
Zebra arbeitet unter anderem mit Unternehmen aus dem Einzelhandel, der Industrie, dem Transport- und Logistiksektor sowie dem Gesundheitswesen zusammen. Genau diese Branchen könnten zu wichtigen Abnehmern von Robotiklösungen werden, wenn humanoide und andere intelligente Roboter zunehmend in den Arbeitsalltag integriert werden. Zebra könnte deshalb indirekt von der Robotikexpansion profitieren, ohne selbst einen bestimmten Roboter zum Marktführer machen zu müssen.
Die operative Entwicklung liefert bereits heute überzeugende Argumente. Im zweiten Quartal steigerte Zebra Technologies seinen Umsatz um 20,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vorstandschef Bill Burns bezeichnete das Unternehmen als Grundlage für intelligente Abläufe und KI-Anwendungen an der operativen Front.
Auch beim Gewinn zeigte sich eine deutliche Verbesserung: Der Nettogewinn hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Gleichzeitig weist die Aktie mit einem PEG-Verhältnis von rund 0,59 und einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 16 eine vergleichsweise moderate Bewertung auf.
Damit könnte Zebra Technologies für Anleger eine weniger offensichtliche Möglichkeit darstellen, auf die Entwicklung der Robotik zu setzen. Während Tesla einen erheblichen Teil seiner Zukunftshoffnungen auf die erfolgreiche Kommerzialisierung humanoider Roboter konzentriert, profitiert Zebra bereits heute von der zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung industrieller Prozesse.
Tesla bleibt mit Optimus ein ambitionierter Akteur im Markt für humanoide Roboter. Allerdings ist die Bewertung des Unternehmens hoch, während wesentliche Teile der Robotik-Story noch von der erfolgreichen Kommerzialisierung zukünftiger Produkte abhängen. Anleger, die ihr Risiko breiter streuen möchten, finden daher bei Nvidia, Alphabet und Zebra Technologies interessante Alternativen.
Nvidia bietet die wohl direkteste Infrastruktur-Wette auf den Robotikboom, weil nahezu alle erfolgreichen Robotikplattformen leistungsfähige Rechenchips benötigen. Alphabet verbindet KI-Infrastruktur und Cloud-Geschäft mit einem bereits fortgeschrittenen Geschäft für autonome Fahrzeuge. Zebra Technologies wiederum ermöglicht es Anlegern, auf die Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitswelt zu setzen, ohne unmittelbar auf den Erfolg eines einzelnen Roboterherstellers angewiesen zu sein.
Welche Aktie letztlich die beste Entwicklung nimmt, hängt von der weiteren Dynamik des KI- und Robotikmarktes sowie von den jeweiligen Bewertungen ab. Aus heutiger Sicht bieten die drei Unternehmen jedoch unterschiedliche und teilweise weniger spekulative Wege, vom erwarteten Wachstum intelligenter Maschinen zu profitieren.
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