Adobe hat am Donnerstagabend die mit großer Spannung erwarteten Quartalszahlen vorgelegt und konnte die Börse damit nicht überzeugen. Zwar setzte sich der starke Kursrückgang in den Tagen zuvor nicht fort, aber eine Kurserholung gelang der Adobe-Aktie ebenso nicht. Wie könnte es nun mit der Adobe-Aktie weitergehen?

Ein paar negative Stimmen

Auf die Quartalszahlen haben bereits viele Banken mit Kurszieländerungen reagiert und diese fielen gemischt aus. Die Mehrheit der Analysten hob ihre Kursziele für die Adobe-Aktie leicht an. Es gab aber teilweise auch signifikanten Kürzungen.

Die US-Großbank JPMorgan empfiehlt die Adobe-Aktie zwar noch immer zum Kauf, senkte aber das Kursziel von 340 auf 315 US$, was einem Upside von nur noch +27% entspricht.

Noch wesentlich stärker fiel die Korrektur des Kursziels bei der Citi-Group aus. Ihre Analysten senkten den fairen Wert der Adobe-Aktie von 301 auf 250 US$, was fast dem aktuellen Kursniveau entspricht. Grund für die massive Kürzung des Kursziels war das langsamere ARR-Wachstum des Software-Konzerns.

Die Investmentbank Morgan Stanley blieb bei ihrer Einstufung „Untergewichten“ und einem Kursziel von 240 US$. Ihre Experten verweisen weiterhin auf das Risiko, dass eigenständige KI-Tools klassische Design-Software teilweise substituieren könnten.

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Aber auch einige positive

Aber es gibt auch positive Stimmen. Die Schweizer Großbank UBS erhöhte ihr Kursziel für die Adobe-Aktie von 225 auf 255 US$, beließ ihr Rating jedoch bei „Neutral“. Den Schweizer Bankern waren die Zahlen in Summe nicht gut genug, um das Rating auf eine Kaufempfehlung zu erhöhen.

Zu einem ähnlichen Urteil kam die Investmentbank Baird. Auch sie erhöhte ihr Kursziel von 230 auf 250 US$ und blieb bei ihrem Neutral-Rating.
Die US-Großbank Wells Fargo erhöhte den fairen Wert der Adobe-Aktie ebenfalls minimal von 260 auf 270 US$. Ihre Analysten rechnen mit einer Beschleunigung des ARR im vierten Quartal.

Die japanische Mizuho-Gruppe sieht nun das Potenzial der Adobe-Aktie bei 260 US$ statt bislang bei 245 US$. Ihre Analysten sehen Fortschritte bei der Monetarisierung von Adobe AI, aber noch keinen klaren Katalysator für eine Neubewertung.

Und auch die Experten von Evercore ISI schraubten ihr Kursziel von bislang 225 auf 250 US$ hoch. Sie sieht noch Unsicherheiten in Bezug auf die Strategie des neuen CEO.

Erholung vorbei

Nachdem die Adobe-Aktie Ende Juni bei 193 US$ auf den tiefsten Stand seit acht Jahren gefallen war, konnte sich sich innerhalb von zwei Monaten wieder massiv auf knapp 300 US$ erholen.

Doch diese Erholungsbewegung ging in den letzten Tagen zu Ende. Der Kurs des Tech-Titels fiel wieder unter die Marke von 250 US$. Angesichts der Tatsache, dass die neuen Quartalszahlen der Adobe-Aktie keinen Impuls geben konnten, gehe ich davon aus, dass sie in den kommenden Tagen um die 250 US$ herum schwanken wird.

KI spielt noch überhaupt keine Rolle

Ich sehe die Adobe-Aktie auf dem aktuellen Kursniveau als fair bewertet an und traue dem Software-Titel kein größeres Upside zu. Das liegt an der Bewertung und den wichtigsten Kennzahlen des Konzerns.

Die Adobe-Aktie scheint mit einem Forward-KGV von 9 recht günstig bewertet zu sein. Aber das Wachstum des Software-Konzerns wird sich im kommenden Jahr voraussichtlich auf einen hohen einstelligen Prozentsatz abschwächen. Auch bei der Gewinnmarge sehe ich wenig Potenzial, um eine höhere Bewertung zu rechtfertigen.

Sorgen bereitet mir die Entwicklung auf dem Gebiet der KI-Produkte. Hier scheint Adobe nicht wirklich in die Gänge zu kommen. Zwar stieg der ARR von KI-Produkten im letzten Quartal um 150% auf 650 Millionen US$. In Relation zu einem gesamten ARR in Höhe von 27,5 Milliarden sind das aber nicht einmal 2,5%. Im Klartext: KI spielt bis heute absolut keine Rolle in der Adobe-Produktwelt.

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Adobe wird in den kommenden Quartalen ein wesentlich dynamischeres Wachstum im KI-Bereich zeigen müssen als bislang. Solange das nicht der Fall ist, wird die Adobe-Aktie meiner Einschätzung nach auch weiterhin mit einem „KI-Bewertungsabschlag“ gehandelt werden.

Ich rate Anlegern vor diesem Hintergrund nicht zum Kauf der Adobe-Aktie. Ihr Upside ist meiner Meinung nach begrenzt. Und fast jeder größere technologische Sprung bei KI-Modellen wirkt sich negativ auf den Software-Riesen aus.

ℹ Adobe in Kürze

  • Adobe (WKN: 871981) mit Sitz im kalifornischen San José einer der weltweit wichtigsten und bekanntesten Software-Konzerne.
  • Das Unternehmen ist Marktführer bei Software für die Erstellung und Veröffentlichung eines breiten Spektrums von Inhalten, darunter Grafik, Fotografie, Illustration, Animation, Multimedia, Video und Druck.
  • Zu den wichtigsten Produkten von Adobe gehören die Bildbearbeitungssoftware Adobe Photoshop, die Illustrationssoftware Adobe Illustrator sowie die Dokumenten-Managementsoftware Adobe Acrobat Reader.
  • Adobe ist Mitglied in den US-Leitindizes S&P 500 und Nasdaq 100 und an der Börse aktuell ca. 100 Milliarden US$ wert.

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