Es ist eine bislang miserable Handelswoche für die Amgen-Aktie. Seit Wochenbeginn ging es mit dem Kurs des US-Biopharmariesen um über -13% bergab. Was zieht Amgen dieser Tage in den Kurskeller und können Anleger hier nun ein Schnäppchen machen?

Gleich drei schlechte Nachrichten

Es sind gleich drei schlechte Nachrichten, mit denen Amgen diese Woche konfrontiert ist: eine von einem Wettbewerber, eine von einer Bank und eine vom Unternehmen selbst. Der Reihe nach:

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Ein Wettbewerber scheitert

Auslöser des starken Kursrückgangs am Dienstag waren die enttäuschenden Phase-3-Studiendaten des Schweizer Pharmakonzerns Novartis zu dessen Medikamentenkandidaten Pelacarsen zur Senkung des Lipoprotein(a)-Spiegels. Novartis scheiterte in einer großangelegten Studie am primären Ziel, die Zahl kardiovaskulärer Ereignisse signifikant zu reduzieren.

Amgens verfolgt mit seinem Wirkstoffkandidaten Olpasiran einen ähnlichen Ansatz. Auch er senkt Lipoprotein(a), einen genetisch beeinflussten Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Anleger befürchten deshalb, dass auch Olpasiran zwar den Lp(a)-Wert senken, aber möglicherweise nicht ausreichend Herzinfarkte/Schlaganfälle verhindern könnte.

Die Entwicklung von Olpasiran befindet sich ebenfalls in Phase 3. Entscheidende Studiendaten werden allerdings erst 2028 erwartet. Trotzdem hat die Börse nach dem Novartis-Fehlschlag bereits vorsorglich einen Bewertungsabschlag für die Amgen-Aktie vorgenommen.

Eine Bank senkt den Daumen

Am gestrigen Donnerstag sorgte eine Rating-Herabstufung durch eine Großbank für schlechte Stimmung an der Börse. Die britische HSBC-Bank reduzierte ihr Rating für die Amgen-Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ und senkte das Kursziel von 445 auf 425 US$.

Nach der starken Kursentwicklung der letzten Monate sei die Bewertung der Aktie nahe an ihren fairen Wert herangerückt, so die Analysten der HSBC. Zudem hänge der nächste große Kurstreiber nach Meinung der Bank stark vom Erfolg der Phase-3-Studien für das Abnehmpräparat MariTide ab – einem Markt, der zunehmend umkämpft ist.

Und das Management kürzt die Marge

Und nicht zuletzt signalisierte das Amgen-Management auf der diese Woche stattfindenden Wells Fargo Healthcare Conference ihre Bereitschaft, geringere operative Margen in einer Spanne von 45 bis 46% in Kauf nehmen.

Im Fokus der Konzernführung steht derzeit das rasche Vorankommen in den späten klinischen Studien, allen voran MariTide. Einige Anleger reagierten auf diese Nachricht mit Verkäufen.

Hält dieser Support?

Es könnte ein charttechnisch spannender Tag werden. Die Amgen-Aktie notiert nur noch hauchdünn über dem Support bei 375 US$. Sollte diese Unterstützung reißen, könnte sich der Kursrückgang fürs Erste bis 355 US$ fortsetzen.

Immer noch zu teuer

Wie in meiner letzten Analyse rate ich Anlegern auch weiterhin, die Finger von der Amgen-Aktie zu lassen. Sie ist meiner Ansicht nach trotz des starken Kursrückgangs der letzten Tage immer noch zu teuer.

Das Forward-KGV liegt gegenwärtig bei 16. Das ist für einen Biopharmakonzern mit voraussichtlichen Wachstumsraten von 6% (2026) und 3% (2027) zu hoch. Vor allem auch deshalb, weil das Management derzeit kein weiteres Potenzial zur Verbesserung der Margen sieht.

Selbst die Bullen unter den Analysten sehen derzeit gerade mal ein Upside von 10 bis 15% für die Amgen-Aktie. Die Bären prognostizieren hingegen ein Downside von bis zu 20%.

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Anleger sollten die Amgen-Aktie auf jeden Fall auf ihrer Watchlist haben. Bei weiteren Kursrückgängen könnte sie wieder auf Kaufkursniveau notieren.

Das gilt besonders für Dividendenanleger. Eine Dividendenrendite von aktuell 2,6% und ein langfristiges Dividendenwachstum im zweistelligen Bereich machen die Amgen-Aktie zu einem sehr attraktiven Dividendenzahler.

ℹ Amgen in Kürze

  • Amgen (WKN: 867900, Ticker: AMGN) mit Sitz in Thousand Oaks, Kalifornien, ist eines der weltweit führenden Biotechnologieunternehmen.
  • Der Konzern entwickelt, produziert und vermarktet innovative Humantherapeutika und konzentriert sich dabei unter anderem auf die Bereiche Allgemeinmedizin, seltene Erkrankungen, Entzündungen und Onkologie.
  • Zu den bekannten Produkten und Wirkstoffen gehören unter anderem Repatha, Evenity, Prolia, Xgeva, Enbrel, Blincyto und weitere Spezialmedikamente.
  • Amgen zählt zu den Schwergewichten der Biotech-Branche und ist sowohl im Dow Jones Industrial Average als auch im Nasdaq-100 vertreten.
  • Amgen ist Mitglied im Dow Jones Industrial-Index und aktuell rund 207 Milliarden US$ wert.

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