Die SpaceX-Aktie konnte sich in den letzten vier Wochen deutlich von ihren Tiefststand bei 108 US$ erholen. Der Sprung über die 150 US$-Marke gelang ihr zuletzt aber nicht. Könnte diese Nachricht den Kurs von Elon Musks Raumfahrtkonzern wieder nach unten ziehen?

Das wird Elon Musk nicht gefallen

Es ist eine Nachricht, die Elon Musk nicht gefallen dürfte. Europas führende Mobilfunkkonzerne, angeführt durch die Deutsche Telekom, Vodafone, Orange, Telefonica und Telecom Italia, planen Medienberichten zufolge einen Vorstoß ins Satellitengeschäft. Nach Informationen der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg sprechen die großen europäischen Mobilfunker über die Gründung eines Konsortiums zur Bündelung ihrer Kräfte in der orbitalen Kommunikation.

Ziel ist es, ein EU-weites Angebot für das 2-GHz-Frequenzspektrum einzureichen. Dabei geht es um Direct-to-Device (D2D) Satellitendienste, also die direkte Anbindung herkömmlicher Smartphones an Satelliten, um Funklöcher komplett zu schließen.

Das Konsortium soll der dominierenden Stellung von Elon Musks Starlink und der großen US-Cloud-Konzerne etwas entgegensetzen und die europäische digitale Souveränität im Orbit sowie den EU-Satellitenverbund IRIS² stärken. Die fünf genannten Netzbetreiber wollen dazu eine flächendeckende, grenzüberschreitende Edge-Cloud-Infrastruktur über ganz Europa aufzubauen.

Durch die Kopplung ihrer lokalen Rechenzentren nahe an den Mobilfunkmasten können Unternehmen und Entwickler Latenzzeiten drastisch senken – ein entscheidender Faktor für autonome Fahrzeuge, KI-Anwendungen in Echtzeit und industrielle IoT-Lösungen. Die Initiative ist als offenes, interoperables System konzipiert, das eine europäischen Alternative zu den dominanten US-Systemen bieten soll.

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Europa wird eigenständig

Die europäischen Telekomkonzerne folgen damit der neuen industriepolitischen Strategie Europas, sich bei der Kommunikation über das Weltall unabhängig von den USA zu machen. Kernstück dieser Unabhängigskeitsbestrebung ist das Satellitenprogramm IRIS², das rund 300 Satelliten umfasst.

Die EU plant, zwei Drittel des für kommerzielle Nutzung vorgesehenen Spektrums aufzuteilen – jeweils zur Hälfte für EU- und Nicht-EU-Anbieter. Das jetzt diskutierte Konsortium würde sich um den europäischen Anteil bewerben.

Neue Unter- und Oberkante

Das Chartbild der SpaceX-Aktie hat sich zuletzt deutlich aufgehellt. Der wochenlange Kurssturz wurde Anfang August bei 108 US$ beendet. Es folgte eine deutliche Kurserholung auf knapp 150 US$.

Diese Marke scheint aber vorerst die Oberkante des Möglichen darzustellen. Ich gehe in den kommenden Wochen von einem Seitwärtstrend zwischen 125 und 150 US$ aus.

Die Bedeutung ist nicht zu unterschätzen

Wie stark sich die neue Initiative der europäischen Mobilfunkkonzerne auf das Geschäft von Starlink in Europa auswirken könnte, ist sehr schwer einzuschätzen. SpaceX bzw. Starlink veröffentlicht keine regional aufgeschlüsselten Finanzberichte.

Nach Marktanalysen und Hochrechnungen dürfte der europäischen Starlink-Umsatz in einem Bereich von 1,5 bis 2,5 Milliarden US$ pro Jahr liegen. Europa ist für Starlink nach Nordamerika der zweitwichtigste Markt.

Was Starlink wehtun wird, ist die Aussicht, dass ein Großteil des zukünftigen Umsatzes mit Datendiensten über Satelliten auf Geschäftskunden, wie beispielsweise Luft- und Schifffahrtsunternehmen entfallen dürfte. Europäische Kunden werden dabei zweifellos aus geostrategischen Gründen auf europäische Mobilfunkkonzerne setzen.

Vorerst erwarte ich keine größere negative Reaktion der SpaceX-Aktie auf die neue europäische Initiaative. Zu unbedeutend ist der europäische Starlink-Umsatz noch für den Raumfahrtkonzern.

Trotzdem würde ich die Bedeutung dieser Nachricht nicht unterschätzen. Starlink ist nach wie vor der wichtigste Umsatzbringer für SpaceX. Dass der zweitwichtigste Weltmarkt in Zukunft weitgehend verloren sein dürfte, sollte man nicht ignorieren.

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Die SpaceX-Aktie ist und bleibt keine Kaufempfehlung von mir. Ihre Bewertung enthält viel zu viel Fantasie und der Raumfahrtkonzern bekommt in allen Bereichen zunehmend Gegenwind von Wettbewerbern.

Vor allem Europa koppelt sich nach und nach von den USA und Elon Musk ab. Das wird sich früher oder später in den Zahlen bemerkbar machen.

ℹ SpaceX in Kürze

  • SpaceX (kurz für Space Exploration Technologies) (WKN: A42D4F) ist ein 2002 von Elon Musk gegründeter Raumfahrt- und Technologiekonzern mit Sitz in Hawthorne in Kalifornien.
  • Langfristiges Ziel des Konzerns ist es, die Menschheit zu einer multiplanetaren Spezies zu machen und eine dauerhafte Kolonie auf dem Mars zu errichten.
  • Das Geschäftsmodell von SpaceX beruht auf den drei Säulen Transport und Raketentechnologie, Satelliteninternet (Starlink) und KI-Infrastruktur (xAI).
  • SpaceX betreibt nicht nur das größte Satellitennetzwerk der Erde, sondern plant auch gigantische orbitale KI-Rechenzentren.
  • Gründer und CEO Elon Musk kontrolliert auch nach dem Börsengang im Juni 2026 42% des Kapitals und 84% der Stimmrechte.
  • SpaceX notiert an der Technologiebörse Nasdaq und wird in Kürze in den Nasdaq 100-Index aufgenommen. Mit einem Börsenwert von 2,01 Billionen US$ ist es das siebtwertvollste Unternehmen der Welt.

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