Als am 07.09.2008 die US-Regierung die Übernahme der Kontrolle über Fannie Mae und Freddie Mac bekannt gab, markierte dies einen der entscheidenden Wendepunkte der Globalen Finanzkrise. Die beiden Institute waren keine gewöhnlichen Banken. Sie standen seit Jahrzehnten im Zentrum des amerikanischen Immobilienfinanzierungssystems und spielten eine entscheidende Rolle dabei, Hypotheken für Millionen von US-Haushalten verfügbar und bezahlbar zu machen. Zugleich waren sie börsennotierte Unternehmen mit privaten Aktionären und einem auf Gewinn ausgerichteten Geschäftsmodell, deren besondere Beziehung zum Staat ihnen erhebliche Vorteile verschaffte. Genau diese Konstruktion – privatwirtschaftliche Gewinne bei einer impliziten staatlichen Absicherung – wurde während der Immobilienkrise zu einem zentralen Problem.

Der Zusammenbruch von Fannie Mae und Freddie Mac hätte im Herbst 2008 vermutlich weite Teile des amerikanischen und internationalen Finanzsystems zusätzlich destabilisiert. Ihre Verbindlichkeiten und garantierten Hypothekenpapiere erreichten ein Volumen von mehreren Billionen Dollar. Die US-Regierung entschied deshalb, dass ein Konkurs der beiden Hypothekenfinanzierer nicht akzeptabel war. Am 6. September 2008 wurden beide Unternehmen formell unter die Kontrolle der Federal Housing Finance Agency gestellt; am folgenden Tag wurden die Details der Rettungsmaßnahmen öffentlich bekanntgegeben. Seitdem befinden sich Fannie Mae und Freddie Mac in einer sogenannten Conservatorship, einer staatlichen Zwangsverwaltung. Bemerkenswert ist, dass dieser ursprünglich als Übergangslösung gedachte Zustand auch 18 Jahre später noch nicht endgültig beendet ist…

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