Die Palantir-Aktie ist diese Woche nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Nachdem sie am Mittwoch um -6% einbrach, konnte sie am Donnerstag wieder um fast +8% zulegen. Was steckt hinter dieser Achterbahnfahrt und geht dieser Roller Coaster Ride nun weiter nach oben oder nach unten?
Mittwoch runter
evor ich mich an einer Antwort auf die eingangs gestellte Frage versuche, will ich erst einmal auf die Gründe für das Ab und Auf der Palantir-Aktie in den beiden letzten Handelstagen eingehen. Auslöser des Kurseinbruchs am Mittwoch war ein Vorstoß von Alphabet in den Rüstungssektor.
Konkret geht es dabei um Googles neue KI-Plattform Gemini 3.8 Flash Cyber. Das Modell ist speziell auf Cybersecurity, Schwachstellenerkennung und automatisiertes Patchen ausgerichtet und zielt damit teilweise auf einen Bereich, in dem Palantir insbesondere bei Regierungs- und Sicherheitskunden aktiv ist. Anleger befürchteten deshalb kurzfristig zunehmende Konkurrenz in Palantirs ertragsstarkem Kernbereich.
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Donnerstag rauf
Am Tag darauf folgte aber postwendend eine noch größere Kurserholung der Palantir-Aktie. Auslöser waren gleich zwei positive Nachrichten: eine erweiterte Allianz mit der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und der finale Zuschlag für acht weitere TITAN-Bodenstationen der U.S. Army.
Palantir und PwC wollen in Zukunft die KI-Plattform von Palantir mit dem Beratungs-Knowhow von PwC verbinden. Zu diesem Zweck werden die beiden Konzerne eine gemeinsame Plattform entwickeln, die nach Einschätzung von PwC bestimmte Prozesse um bis zu 50% schneller abwickeln und die Kosten um bis zu 50% senken kann. Die gemeinsame Plattform soll vor allem auf die Einführung von KI in Großunternehmen, die Digitalisierung von Unternehmensübernahmen und die Modernisierung von ERP-Systemen abzielen.
Diese Marken müssen fallen
Ende August stieg die Palantir-Aktie auf ein neues Jahreshoch bei 186 US$. Sollte diese Marke in den kommenden Tagen fallen, dürfte die Aktie Kurs auf den nächsten Widerstand bei 194 US$ nehmen. Wenn auch dieser fällt, ist es nicht mehr weit bis zum Allzeithoch bei 207 US$.
Kritik von Michael Burry
Druck auf die Palantir-Aktie übt derzeit auch Michael Burry aus, einer der bekanntesten Leerverkäufer der Welt. Burry vergleicht das Geschäftsmodell von Palantir eher mit einer Beratungsfirma (wie Accenture) als mit einem rein skalierbaren SaaS-Anbieter (wie Salesforce oder ServiceNow). Seiner Ansicht nach rechtfertigt das stark beratungsintensive KI-Geschäft keine extrem hohen Software-Multiples.
Zudem greift er in seinen jüngsten Analysen die Bilanz von Palantir an und verweist darauf, dass die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über längere Zeiträume schneller gewachsen seien als die Umsätze. Er deutet dies als Anzeichen für eine schwächere Verhandlungsmacht bei Kunden oder aggressive Vertriebsmethoden.
Generell hält Burry die Palantir-Aktie nach der massiven Rallye in den letzten drei Jahren für fundamental stark überbewertet und vergleicht das aktuelle KI-Umfeld mit der Dotcom-Blase.
Hat Burry denn Recht?
Bei Leerverkäufern muss man immer ein großes Fragezeichen hinter die Kritikpunkte setzen. Schließlich haben sie ein starkes finanzielles Eigeninteresse, Unternehmen zu kritisieren und durch sinkende Aktienkurse Geld zu verdienen.
Aber in puncto Bewertung trifft Burry sicherlich einen wunden Punkt. Das Forward-KGV der Palantir-Aktie liegt bei knapp über 80.
Das ist angesichts einer voraussichtlichen Abflachung des Umsatzwachstum von ca. 80% im laufenden Jahr auf etwa 35% im kommenden Jahr ein sehr riskantes Bewertungsniveau. Palantir gibt traditionell keine Umsatzprognose für das nächste Geschäftsjahr ab, weshalb Analysten mit ihren Prognosen immer stark im Dunkeln tappen.
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Aber das extrem hohe Bewertungsniveau signalisiert, dass die Börse immer noch darauf vertraut, dass Palantir sein starkes Umsatz- und Gewinnwachstum in den nächsten Jahren fortsetzen kann. Ich habe die Sorge, dass dies nicht mehr in der Dynamik der letzten Jahre gelingen wird.
Leistungsfähige KI-Modelle werden mittelfristig das Zeug dazu haben, bei bestimmten Analysefunktionen Palantir Konkurrenz zu machen. Das wird das Wachstum des Datenanalyseunternehmens meiner Meinung nach unter Druck setzen. Vor diesem Hintergrund ist mir die Bewertung der Palantir-Aktie etwas zu optimistisch.
Palantir in Kürze
- Palantir Technologies (WKN: A2QA4J) ist ein US-Technologieunternehmen, das Software und Dienstleistungen zur Analyse großer Datenmengen anbietet.
- Das Unternehmen hat zwei Geschäftsbereiche: Während sich Palantir Gotham an Armeen, Geheimdienste, Polizeibehörden und sonstige staatliche Einrichtungen richtet, kommt Palantir Foundry bei gewerblichen Kunden in verschiedensten Branchen zum Einsatz.
- Das Unternehmen mit Sitz in Denver im US-Bundesstaat Colorado notiert an der New York Stock Exchange und ist derzeit ca. 439 Milliarden US$ wert.
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