Die DocMorris-Aktie konnte sich nach ihrem Tief im März bei etwa 4 SFR deutlich erholen. Am Montag notiert sie aktuell bei etwa 11 SFR. Der Mehrjahreschart zeigt, dass sich zuletzt ein stabiler Boden gebildet hat. Damit stellt sich die Frage: Beginnt jetzt ein nachhaltiger Kursanstieg?
Vertrauen kehrt zurück
Das größte Problem des Unternehmens in den vergangenen Jahren war die fehlende Profitabilität. Sowohl beim operativen EBITDA als auch beim Nettoergebnis wurden hohe Verluste ausgewiesen.
DocMorris setzte lange auf eine aggressive Expansionsstrategie und investierte dafür erheblich in kostenintensive Werbekampagnen. Ein weiterer negativer Faktor war die bislang geringe Bedeutung des Rx-Geschäfts mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Mittlerweile hat sich die Situation verändert. Das Rx-Geschäft entwickelt sich dynamisch und dürfte auch künftig weiter wachsen. Der wichtigste Aspekt ist jedoch, dass das Unternehmen seine Profitabilität deutlich verbessern will. Beim bereinigten EBITDA wird im laufenden Jahr der Break-even angestrebt.
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Starkes Wachstum im ersten Halbjahr
Nach einem soliden ersten Quartal setzte sich das Wachstum im zweiten Quartal deutlich fort – sowohl beim Umsatz als auch bei der operativen Entwicklung. Dies spiegelt sich auch im Halbjahresbericht vom 19. August wider.
Der Außenumsatz stieg in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,5% auf 627,8 Millionen SFR. Der Umsatz im Rx-Geschäft legte um 38,3% zu, während das Digital-Segment um 74% wuchs.
Auch auf der Ertragsseite kommt der Konzern voran. Der Verlust beim bereinigten EBITDA verringerte sich von 28,8 auf 10,9 Millionen SFR. Der Nettoverlust sank ebenfalls, wenn auch weniger deutlich, von 61 auf 53,1 Millionen.
Die Zahlen überzeugen zwar noch nicht vollständig, die Entwicklung geht jedoch in die richtige Richtung. Ebenfalls positiv ist die Entwicklung der aktiven Kundenbasis, die um rund eine Million auf 12,9 Millionen Kunden anstieg.
Prognose angehoben
Die bisherige Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr veranlasste den Konzern, seine Jahresprognose anzuheben.
Statt eines Wachstums des Außenumsatzes im mittleren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwartet das Unternehmen nun ein konkretes Wachstum zwischen 9 und 13%.
Auch beim bereinigten EBITDA wurden die Zielwerte verbessert. Statt eines Verlustes zwischen 10 und 25 Millionen SFR wird nun nur noch ein Verlust zwischen 10 und 17,5 Millionen SFR erwartet.
Der angestrebte Break-even beim bereinigten EBITDA im zweiten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres wurde bestätigt. Weiterhin rechnet das Unternehmen damit, im Jahr 2027 beim Cashflow den Break-even zu erreichen.
CEO Walter Hess erklärte:
Unsere Umsatzdynamik und unsere operative Effizienz haben im ersten Halbjahr 2026 in allen Bereichen klar zugelegt. Diese positive Entwicklung erlaubt es, die Spanne unserer Umsatz- und adjustierten EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr zu erhöhen.
Bewertung
Aus meiner Sicht verbessert sich die Lage von DocMorris kontinuierlich. Das Rx-Geschäft gewinnt zunehmend an Dynamik und entwickelt sich zum wichtigsten Wachstumstreiber.
Besonders positiv ist die Entwicklung der Ertragslage. Entscheidend für den weiteren Kursverlauf wird sein, ob der angestrebte Break-even tatsächlich erreicht werden kann. Je früher dies gelingt, desto besser dürfte das für die Aktie sein. Sollte das Ziel jedoch verfehlt werden, könnte dies zu einem deutlichen Kursrückgang führen.
Als Nebenwert ist die Aktie zudem grundsätzlich anfälliger für stärkere Kursschwankungen.
Trotz des bereits deutlichen Kursanstiegs seit März sehe ich mittelfristig weiteres nachhaltiges Potenzial. Eine mögliche Zielmarke bis zum Jahresende liegt aus meiner Sicht bei rund 15 SFR.
Anleger sollten aufgrund der erwartbar hohen Kursschwankungen jedoch eine entsprechend hohe Risikobereitschaft mitbringen.
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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens DocMorris. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.
DocMorris in Kürze
- Die DocMorris AG (WKN: A0Q6J0) gehört zu den führenden E-Commerce-Apotheken.
- Der Hauptsitz befindet sich in der schweizerischen Stadt Frauenfeld. Das Unternehmen konzentriert sich fast ausschließlich auf den deutschen Markt.
- Die Aktie wird an der Schweizer Börse gehandelt; die Marktkapitalisierung beträgt rund 550 Millionen SFR.
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