Die Aktie von Advanced Micro Devices hatte im Frühjahr eine außergewöhnlich dynamische Entwicklung gezeigt und sich im Kurs mehr als verdoppelt. Nach der Konsolidierung bietet die aktuelle Bewertung weiterhin Potenzial, insbesondere weil AMD sowohl im Servergeschäft als auch bei KI-Beschleunigern von langfristigen Wachstumstrends profitiert.

AMD setzt seine Aufholjagd fort

AMD zählt seit Jahren zu den interessanteren Halbleiterwerten und hat sich insbesondere im Rechenzentrumsmarkt zu einem ernsthaften Konkurrenten für Intel entwickelt. Bereits im ersten Quartal hatte sich gezeigt, dass der zunehmende Einsatz agentischer KI nicht nur die Nachfrage nach Grafikprozessoren, sondern auch nach leistungsfähigen CPUs antreibt.

Seit der letzten Quartalsbilanz im Mai hat die Aktie zunächst kräftig zugelegt und zeitweise rund 580 US-Dollar erreicht. Anschließend gab der Kurs einen Teil der Gewinne wieder ab und bewegt sich inzwischen im Bereich von 470 US-Dollar.

Die langfristige Entwicklung bleibt dennoch bemerkenswert. Während AMD in den vergangenen neun Jahren um rund 3.500 Prozent gestiegen ist, legte der S&P 500 im selben Zeitraum lediglich um etwa 200 Prozent zu.

Übrigens: 3 Trend-Aktien sollest Du jetzt auf dem Zettel haben. Hier geht’s zum Gratis-Report für das Schlussquartal 2026!

Im Prozessormarkt verschieben sich die Kräfteverhältnisse

Besonders deutlich wird AMDs Fortschritt beim Blick auf den x86-Prozessormarkt. Nach den jüngsten Zahlen von Mercury Research erreichte AMD im zweiten Quartal 2026 einen Anteil von 30,7 Prozent am gesamten x86-Markt. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Anstieg von 6,5 Prozentpunkten.

Noch wichtiger ist die Entwicklung im lukrativen Servergeschäft. Dort steigerte AMD seinen Marktanteil auf 34,5 Prozent. Das entspricht einem Plus von 7,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und 1,3 Prozentpunkten gegenüber dem ersten Quartal.

Auch im Desktop- und Mobilsegment konnte AMD weitere Marktanteile gewinnen. Im Desktopbereich lag der Anteil bei 34,9 Prozent, während AMD bei mobilen Prozessoren 28,9 Prozent erreichte.

Für Intel entwickelt sich die Situation zunehmend schwieriger. Der Marktanteil des Unternehmens im gesamten x86-Segment fiel erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten unter die Marke von 70 Prozent.

AMD erzielt überproportional hohe Umsätze

Noch aussagekräftiger als die reinen Stückzahlen ist die Entwicklung beim Umsatzanteil. AMD erzielt inzwischen einen deutlich höheren Umsatzanteil, als es der reine Marktanteil nach verkauften Prozessoren vermuten lässt.

Im Servergeschäft lag AMDs Stückanteil im ersten Quartal bei 33,2 Prozent, während der Umsatzanteil 46,2 Prozent erreichte. Im Desktopmarkt standen 33,2 Prozent Stückanteil einem Umsatzanteil von 37,6 Prozent gegenüber. Bei mobilen Prozessoren betrugen die entsprechenden Werte 28,3 beziehungsweise 28,9 Prozent.

Besonders im Servergeschäft zeigt sich damit ein erheblicher Unterschied zwischen Absatz und Umsatz. AMD verkauft zwar weniger Prozessoren als Intel, erzielt mit seinen Produkten aber einen deutlich größeren Anteil des Gesamtumsatzes.

Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der höheren Leistungsfähigkeit und Positionierung der AMD-Produkte. Intel musste in den vergangenen Jahren teilweise über niedrigere Preise gegen die Konkurrenz ankämpfen, während AMD zunehmend in margenstärkeren Bereichen Marktanteile gewinnen konnte.

Die nächste EPYC-Generation könnte den Vorsprung ausbauen

AMD profitiert zudem von der technologischen Entwicklung bei seinem Fertigungspartner Taiwan Semiconductor Manufacturing. Während TSMC den Übergang zu fortschrittlicheren Fertigungsprozessen vorantreibt, hat Intel weiterhin mit der vollständigen Hochskalierung seiner 18A-Technologie für Serverprozessoren zu kämpfen.

Besonders interessant ist deshalb die nächste Generation der EPYC-Prozessoren. Nach der fünften Generation mit dem Codenamen Turin, die Ende 2024 auf den Markt kam, steht nun die sechste Generation Venice vor der Einführung.

Venice soll auf TSMCs kommender N2-Fertigungstechnologie produziert werden und damit einen erheblichen technologischen Fortschritt ermöglichen. Gleichzeitig wird die neue AMD-Plattform voraussichtlich nahezu ein Jahr vor Intels konkurrierender Diamond-Rapids-Generation erscheinen, die auf Intels 18A-P-Prozess basieren soll.

Im schnell wachsenden KI- und Rechenzentrumsmarkt kann ein solcher zeitlicher Vorsprung erheblichen wirtschaftlichen Wert besitzen. Betreiber großer Rechenzentren und Hyperscaler verfügen über enorme Investitionsbudgets und haben ein starkes Interesse daran, die leistungsfähigsten verfügbaren Prozessoren einzusetzen.

KI eröffnet AMD zusätzliche Wachstumspfade

Der zunehmende Einsatz agentischer KI könnte AMDs CPU-Geschäft zusätzlich Rückenwind verleihen. Solche Anwendungen benötigen nicht ausschließlich leistungsfähige Beschleuniger, sondern auch eine starke Infrastruktur aus CPUs, Speicher und weiteren Komponenten.

Parallel dazu entwickelt sich AMDs Instinct-Familie von KI-Beschleunigern zu einem immer wichtigeren Wachstumstreiber. Damit verfügt das Unternehmen über mehrere Möglichkeiten, vom Ausbau der KI-Infrastruktur zu profitieren.

Diese Kombination aus steigenden CPU-Marktanteilen, einer starken Position im Servergeschäft und dem Ausbau des Geschäfts mit KI-Beschleunigern macht AMD zu einem der vielseitigsten Halbleiterwerte im aktuellen KI-Zyklus.

Die Korrektur verändert das langfristige Bild kaum

Nach dem Hoch im Juni hat die AMD-Aktie rund 20 Prozent verloren. Gleichzeitig gerieten KI-Werte insgesamt unter Druck, während Sorgen über Inflation, mögliche höhere Zinsen und die geopolitische Lage die Risikobereitschaft der Anleger belasteten.

Kurzfristig bleiben diese Faktoren relevant. Gerade bei hoch bewerteten Technologiewerten können Veränderungen des makroökonomischen Umfelds oder enttäuschende Quartalszahlen schnell zu Kursverlusten von fünf bis zehn Prozent innerhalb eines Handelstages führen.

Für langfristig orientierte Anleger muss diese Volatilität jedoch nicht zwangsläufig ein negatives Signal darstellen. Entscheidend bleibt die operative Entwicklung des Unternehmens und insbesondere die Frage, ob AMD seine Marktanteile weiter ausbauen und gleichzeitig hohe Margen erzielen kann.

Die bisherigen Daten sprechen dafür, dass dieser Trend noch nicht abgeschlossen ist. Vor allem das Servergeschäft und die bevorstehende nächste EPYC-Generation könnten AMD in den kommenden Quartalen zusätzliche Impulse liefern.

Bewertung bleibt trotz Risiken interessant

Eine Investition in AMD ist keineswegs frei von Risiken. Der Wettbewerb im KI- und Halbleitermarkt ist intensiv, die Erwartungen der Anleger sind hoch und die Aktie bleibt entsprechend anfällig für starke Schwankungen.

Dennoch überwiegen aus langfristiger Sicht die positiven Faktoren. AMD gewinnt weiterhin Marktanteile, positioniert sich zunehmend erfolgreich im Rechenzentrum und verfügt mit seinen KI-Beschleunigern über ein weiteres Standbein in einem strukturell wachsenden Markt.

Auf dieser Grundlage erscheint die jüngste Korrektur eher als Gelegenheit für langfristig orientierte Anleger denn als grundlegende Veränderung der Wachstumsthese. Die Einstufung für AMD bleibt daher bei Strong Buy.

AMD hat sich im CPU-Markt eine starke Wettbewerbsposition erarbeitet und könnte mit neuen EPYC-Generationen sowie dem wachsenden KI-Geschäft weitere Marktanteile gewinnen. Trotz erhöhter Volatilität sprechen die langfristigen Wachstumsaussichten weiterhin für eine positive Einschätzung der Aktie.

Echte Top-Rendite: Als Mitglied bei sharedealsPlus profitierst Du von wahren Börsenstars (+13.000% in 7 Jahren) und den richtigen Aktientipps zur richtigen Zeit!

ℹ Advanced Micro Devices in Kürze

  • Advanced Micro Devices (AMD) mit Hauptsitz in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien entwickelt und vertreibt Mikroprozessoren, Chipsätze und System-on-a-Chip-Lösungen.
  • Eine eigene Fabrikationsstätte hat das Unternehmen seit der Ausgründung der eigentlichen Halbleiterherstellung im Jahr 2009 in Globalfoundries nicht mehr.
  • AMD ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und hat eine Marktkapitalisierung von rund 768 Milliarden US$.

The post AMD-Aktie: Der Chip-Gigant ist noch lange nicht am Ziel first appeared on sharedeals.de.