Hongkong

Der Hang Seng Index ging am Montag leicht zurück, da die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran zunahmen und ein Bericht zeigte, dass Chinas Wirtschaft unter Druck steht. Er fiel auf 25.402, etwas unter dem Monatshoch von 26.180.

Zunehmende Spannungen zwischen USA und Iran

Es besteht das Risiko, dass kinetische Aktionen zwischen den USA und Iran eskalieren, nachdem die USA einen Angriff auf Schlüsselziele in der Straße von Hormus geflogen haben. Der Schlag tötete zwei Personen, die nach Angaben von CENTCOM Minen verlegt haben sollen.

In einer Erklärung drohte Präsident Donald Trump damit, Kharg Island in die Luft zu sprengen, von dem Iran den Großteil seines Öls exportiert. Ein solcher Schritt würde zu einer erheblichen Eskalation führen; Iran drohte, weitere Energieinfrastrukturen in der Region anzugreifen. 

Trump hat in der Vergangenheit mit einem Angriff auf Kharg Island gedroht, sich nach Interventionen regionaler Verbündeter jedoch wieder zurückgezogen. Diese Länder, darunter Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), fürchten, dass ein solcher Angriff ihre Energieindustrie schädigen würde.

Trump erwog außerdem, die Insel einzunehmen, schätzte jedoch, dass dies Hunderte bis Tausende amerikanischer Truppenverluste zur Folge haben könnte. 

Diese Spannungen haben zu einem Anstieg der Ölpreise geführt: Brent und West Texas Intermediate (WTI) stiegen auf jeweils etwa $90 bzw. $85. Diese Rally dürfte weitergehen, sollte sich die Lage weiter zuspitzen.

Chinas Produktion im verarbeitenden Gewerbe sank erneut

Der Hang Seng Index gab auch nach, nachdem ein Bericht zeigte, dass Chinas Geschäftstätigkeit im August nachließ. Der viel beachtete Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe lag bei 49,8, leicht über Juli mit 49,2. Ein PMI-Wert unter 50 gilt in der Regel als Zeichen für eine Verschlechterung des Sektors.

Ein aktueller Bericht zeigte, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal nur um 4,3% wuchs, die schlechteste Entwicklung seit Ende 2022. Diese Abschwächung wurde von schwacher Binnennachfrage und der anhaltenden Immobilienkrise getragen. 

Weitere Daten zeigten, dass Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion im vergangenen Monat verlangsamten. Diese Entwicklungen sind wichtig für den Hang Seng, da er überwiegend aus Unternehmen mit umfangreicher Geschäftstätigkeit auf dem chinesischen Festland besteht. 

Auf der positiven Seite könnten die schwachen Zahlen die chinesischen Behörden dazu veranlassen, ein umfangreiches Konjunkturpaket anzukündigen.

BYD-Aktie fällt angesichts zunehmender Konkurrenz 

Unterdessen zog der Hang Seng nach, da BYD-Aktien nach Veröffentlichung der Quartalszahlen am Freitag um knapp 5% fielen. Die Zahlen zeigten, dass der Nettogewinn auf $1.2 billion stieg, ein Anstieg von 30% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank im Quartal um 3%.

Das Unternehmen warnte, dass die chinesische E‑Auto‑Branche mit einer schleppenden Binnennachfrage konfrontiert sei, die sich durch zunehmenden Wettbewerb sowie steigende Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte auszeichne. Diese Aussagen erklären vermutlich, warum die Aktie nach den Zahlen sank.

Weitere große Verlierer im Hang Seng waren Firmen wie China Resources Land, Chow Tai Fook Jewellery, Xinyi Solar und Longfor Group. Die Aktie von Xinyi Solar fiel, nachdem das Unternehmen am Wochenende einen schwachen Finanzbericht veröffentlicht hatte.

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