Die PayPal-Aktie verabschiedete sich nach der gescheiterten Übernahme durch Stripe und Advent mit einem herben Kursverlust von -13% ins Wochenende und fiel damit fast wieder auf die 50 US$-Marke zurück. Ist sie damit fair bewertet oder müssen sich Anleger noch auf weitere Kursrückschläge einstellen?

Die ersten Kurszielkorrekturen

Bislang reagierten erst zwei Banken am Freitag auf die geplatzte Übernahme des Zahlungsabwicklers mit einer Anpassung ihrer Kursziele für die PayPal-Aktie. Die japanische Mizuho Financial Group senkte ihr Kursziel von 60 auf 51 US$. Ihre Analysten begründeten die Korrektur mit dem Wegfall einer M&A-Prämie sowie Bedenken hinsichtlich des zunehmenden Wettbewerbsdrucks im Checkout-Geschäft.

Noch stärker als Mizuho korrigiert Loop Capital das Kursziel für die PayPal-Aktie nach unten. Ihre Experten sehen es nun nicht mehr bei 62 US$, sondern bei nur noch 50 US$. Auch für Loop basiert die Korrektur auf der Streichung der Übernahmespekulationsprämie. Der Fokus liegt nun wieder rein auf den schwächeren organischen Wachstumsaussichten, so die Loop-Experten.

Beide Finanzdienstleister stehen der PayPal-Aktie neutral gegenüber. Sie raten auf dem aktuellen Kurs also weder zum Kauf noch zum Verkauf. Kein Wunder, schließlich notiert die PayPal-Aktie fast auf den aufgerufenen Zielwerten der beiden.

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Rutscht sie unter 50 US$?

Auch charttechnisch war der Freitag ein rabenschwarzer Tag für die PayPal-Aktie. Der seit Anfang Juni anhaltende Aufwärtstrend ist durch den Crash zum Wochenschluss jäh unterbrochen worden. Sollte der Support bei 50 US$ nicht halten, droht ein Absturz in einen Bereich zwischen 45 und 47 US$.

Dividenden ja, Kurssteigerungen nein

Ich gehe davon aus, dass Anfang der kommenden Handelswoche noch zahlreiche Banken und Analysehäuser Loop und Mizuho folgen und neue Kursziele für die PayPal-Aktie aufrufen werden. Meiner Einschätzung nach werden sich so gut wie alle neuen Zielwerte in einer Spanne von 50 bis 55 US$ bewegen.

Wie in meiner letzten Analyse kundgetan, sehe ich derzeit überhaupt kein Upside in der PayPal-Aktie. Mit einem Forward-KGV von 12 ist sie mir angesichts ihrer Wachstumsschwäche und der harten Konkurrenz auf dem Markt für Zahlungsdienstleistungen immer noch recht ambitioniert bewertet.

Hinzu kommt, dass sich derzeit keine weiteren Übernahmeinteressenten am Horizont abzeichnen. Kein gutes Zeichen für die Attraktivität der PayPal-Aktie.

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PayPal ist nach wie vor eine supersolide Gewinn- und Cashflow-Maschine, was die Aktie vor allem für Dividendenjäger interessant macht. Die aktuelle Dividendenrendite von ca. 1% ist für einen Finanzdienstleister zwar sehr mickrig, aber in den kommenden Jahren erwartet ich angesichts der Cash-Stärke des Unternehmens ein starkes Dividendenwachstum.

Für Anleger, die sich weitere Kurssteigerungen erhoffen, dürfte die PayPal-Aktie allerdings eine Enttäuschung werden. Ich sehe derzeit keine weiteren positiven Kurskatalysatoren.

ℹ PayPal in Kürze

  • PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 420 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
  • Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
  • PayPal ist Mitglied im S&P 500 und rund 46 Milliarden US$ wert.

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