Micron-Chip

Die Micron‑Aktie hat sich in den vergangenen Tagen stabil gehalten, da Anleger ihre Positionen in Speicherwerten reduziert haben. MU notierte am Mittwoch bei $936 und damit deutlich unter dem Jahreshoch von $1,253. Dennoch gibt es mehrere Gründe, warum das Unternehmen nach dem jüngsten Ergebnisbericht von Nvidia weiteren Spielraum nach oben hat.

Micron profitiert von Nvidias Quartalszahlen

Der jüngste Nvidia-Ergebnisbericht ist sehr bullisch für Micron und andere Speicherwerte. Zum einen stieg der Umsatz des Unternehmens auf $96 billion, höher als von Analysten erwartet. Am bemerkenswertesten ist die Prognose, dass der Umsatz im nächsten Geschäftsjahr um 70 % steigen wird, deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 40 %. 

Nvidia war schon immer ein sehr konservativ prognostizierendes Unternehmen, daher dürften die tatsächlichen Ergebnisse darüber liegen. So enthielt die Prognose etwa kein China‑Geschäft, obwohl das Unternehmen dort bereits seine H200‑Chips verkauft. 

Diese Zahlen deuten darauf hin, dass der KI‑Boom anhält. Das ist wichtig, weil Nvidia dank seiner umfangreichen Beteiligungen an Firmen wie OpenAI, Anthropic und Nebius eine hohe Sichtbarkeit im KI‑Sektor hat. 

Daher ist es wahrscheinlich, dass Microns Ergebniswachstum höher ausfällt als erwartet. Daten von Yahoo Finance zeigen, dass Analysten einen Jahresumsatz von $129 billion erwarten, was einem Anstieg von 247 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im darauffolgenden Geschäftsjahr wird mit $240 billion gerechnet. Dementsprechend ist es wahrscheinlich, dass die Kennzahlen eher über $135 billion bzw. $250 billion liegen werden.

Jüngste Ankündigungen deuten auf anhaltendes Wachstum hin

Seit Micron seine letzten Finanzzahlen veröffentlicht hat, gab es zahlreiche wichtige Ankündigungen. Beispielsweise hat Anthropic einen $45 billion‑Deal mit Nscale abgeschlossen, einem führenden Unternehmen der Neo‑Cloud‑Branche. Nscale setzt hauptsächlich Nvidia‑Chips und Dell‑Server ein. Micron beliefert Nvidia und unterhält eine langfristige Beziehung zu Anthropic, sodass es von dieser Verbindung profitieren könnte. 

Weitere Unternehmen wie Riot Platforms, Mara Holdings, Nebius und CoreWeave haben ihre erwarteten Investitionsausgaben nach vorne erhöht. Gleichzeitig hat Micron rund $100 billion über 16 mehrjährige Kundenverträge bis 2030 gesichert, und dieses Wachstum dürfte anhalten.

Micron bleibt stark unterbewertet

Ein weiterer wichtiger Katalysator für Micron‑Aktien ist, dass die Aktie weiterhin deutlich unterbewertet erscheint. Theoretisch sollte ein Unternehmen mit dreistelligem Umsatzwachstum und steigenden Margen mit einem Aufschlag gegenüber dem breiten Markt gehandelt werden.

Nicht so bei Micron. Das Unternehmen weist ein erwartetes Kurs‑Gewinn‑Verhältnis (Forward P/E) von 14 auf, weit unter dem des S&P‑500‑Index (21) und des Nasdaq 100 (30). Diese Divergenz erklärt sich vermutlich dadurch, dass Anleger die zyklische Natur der Branche fürchten. Außerdem besteht das Risiko, dass Rechenzentren in den USA kritischer betrachtet werden. Ein Bericht in dieser Woche zeigte, dass die Hälfte der vorgeschlagenen Rechenzentren in den USA möglicherweise Verzögerungen erleidet. Eine solche Entwicklung würde Micron und andere Branchenunternehmen treffen. 

MU hat bullische technische Signale

Micron-Aktie

Chart der Micron‑Aktie | Quelle: TradingView

Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass die Micron‑Aktie kurz vor einem starken bullischen Ausbruch steht. Ein genauerer Blick zeigt, dass sich eine umgekehrte Kopf‑Schulter‑Formation ausgebildet hat, ein gängiges bullisches Umkehrsignal in der technischen Analyse. Zudem notiert die Aktie über dem 100‑Tage‑EMA und über dem starken Pivot‑Reverse des Murrey‑Math‑Lines‑Tools.

Dementsprechend ist ein starker bullischer Ausbruch wahrscheinlich, wobei die Bullen das Extrem‑Overshoot‑Level von $1,750 anvisieren. Ein Überschreiten dieses Niveaus würde auf weitere Kursgewinne hindeuten, mittelfristig möglicherweise bis $2,000.

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