
Kevin Warshs Stellungnahme beim Jackson Hole Symposium
Das USD/JPY-Paar schwankte, nachdem die USA die neuesten Inflations- und BIP-Zahlen veröffentlicht hatten. Ein Bericht zeigte, dass die persönlichen Konsumausgaben (PCE) in den 12 Monaten bis Juli um 3,7 % gestiegen sind und damit gegenüber Juni unverändert blieben. Dieser Wert lag deutlich über der durchschnittlichen Ökonomenprognose von 3,6 %. Die monatliche Veränderung von 0,2 % war ebenfalls höher als erwartet.
Diese Zahlen bedeuten, dass die Inflation weiterhin über dem 2%-Ziel bleibt, eine Situation, die sich fortsetzen könnte, da Benzin- und Dieselpreise steigen. Der durchschnittliche Benzinpreis in den USA liegt weiterhin über $4 pro Gallone, während Diesel langsam das Allzeithoch annähert. Dies geschieht, obwohl die Benchmarks Brent und West Texas Intermediate (WTI) fallen.
Die nächste wichtige USD-Nachricht wird aus den USA kommen, wo Kevin Warsh, der Fed-Vorsitzende, beim Jackson Hole Symposium sprechen wird. Seine Stellungnahme wird genau beobachtet, da Händler nach Klarheit suchen. In all seinen bisherigen Äußerungen hat er einen vagen Ausblick auf Inflation und Zinssätze beibehalten. Anders als Janet Yellen und Jerome Powell hat er auf eine explizite Forward Guidance verzichtet.
Infolgedessen ist der Markt unsicher, was in diesem Jahr zu erwarten ist. Laut Polymarket liegen die Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung im Dezember bei etwa 53 %. In einer Stellungnahme sagte Robert Gill, Portfolio-Manager bei Fairbank Investment:
„Dieses Fehlen einer klaren Richtung kann frustrierend sein. Es verursacht Unsicherheit und trägt zu höheren langfristigen Anleiherenditen bei, und dies ist ein Ergebnis, das er offenbar mitgestaltet.“
Hochrangiger BoJ-Vertreter deutet Zinsschritt im September an
Unterdessen reagiert das USD/JPY-Paar auf eine Äußerung von Ryozo Himino, dem stellvertretenden Gouverneur der BoJ. In einer Stellungnahme sagte er, die Bank könnte bei der nächsten Sitzung im kommenden Monat Zinserhöhungen in Erwägung ziehen. Er erklärte, dass ein derartiger Schritt möglich sei, falls die Inflation hartnäckig hoch bleibe. Er sagte:
„Wenn die zugrunde liegende Inflation nach oben von dem Ziel der Preisstabilität von 2 % abweicht, hätte das negative Auswirkungen auf die Wirtschaft.“
Eine BoJ-Zinserhöhung wäre bullisch für den japanischen Yen, der weiterhin nahe seinem tiefsten Stand seit Jahrzehnten notiert. Sie würde dazu beitragen, die Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan zu verringern und damit die Attraktivität des Yen als Funding-Währung für Carry-Trades zu reduzieren.
Der nächste wichtige Katalysator für das USD/JPY-Paar kommt aus Japan: Am Donnerstag wird der neueste Tokyo Consumer Price Index (CPI) veröffentlicht. Ökonomen erwarten, dass der Tokyo-CPI im August um 18 % gestiegen ist.
USD/JPY technische Analyse

USDJPY chart | Source: TradingView
Der Vierstunden-Chart zeigt, dass das USD/JPY-Paar in den vergangenen Tagen stabil geblieben ist. Dabei hat es sich leicht über dem 50-Perioden-EMA bewegt.
Gleichzeitig hat das Paar ein aufsteigendes Dreiecksmuster ausgebildet, ein typisches bullisches Fortsetzungssignal. Außerdem liegen die beiden Linien des MACD-Indikators oberhalb der Nulllinie.
Daher ist mit einem bullischen Ausbruch zu rechnen, wobei die Bullen das Jahreshoch von 163,97 ins Visier nehmen. Diese Einschätzung wird bestätigt, falls der Kurs deutlich über die entscheidende Widerstandsmarke bei 159,72 steigt.
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