Gestern starb mit Klaus-Michael Kühne einer der bekanntesten, erfolgreichsten und zugleich umstrittensten Unternehmer Deutschlands. Nun stellt sich die Frage, was mit seinem großen Anteilspaket an der Lufthansa passiert. Könnte die Lufthansa-Aktie durch einen möglichen Paketverkauf unter Druck geraten?
So ist Kühnes Nachfolge geregelt
Diese Frage ist durchaus relevant, denn mit rund 20% der Anteile ist Klaus-Michael Kühne der größte Einzelaktionär der Lufthansa. An dieser Stelle ist jedoch eine Präzisierung notwendig. Nicht Kühne persönlich hält die Lufthansa-Aktien, sondern die Kühne Aviation GmbH, eine Gesellschaft der Kühne Holding AG.
Kühne stieg zunächst während bzw. kurz nach der Corona-Krise bei der Fluggesellschaft ein und hielt rasch rund 10% der Anteile. Im Laufe des Jahres 2022 stockte der Unternehmer seine Beteiligung an der Lufthansa auf 15% auf. Im Mai 2026 nutzte Kühne schließlich eine Schwächephase der Lufthansa-Aktie, um seinen Anteil weiter auf knapp über 20% zu erhöhen.
Kühne und seine Frau sind zeitlebens kinderlos geblieben, weshalb das Familienvermögen nun in den Besitz der gemeinnützigen Kühne-Stiftung mit Sitz in der Schweiz übergeht. Das bedeutet fürs Erste, dass es keinen automatischen „Notverkauf“ der Lufthansa-Aktien geben wird. Die Holding bleibt als juristische Person bestehen und behält die Aktien im Depot.
Zudem hat Kühne die Satzung und Ausrichtung der Stiftung so angelegt, dass das von ihm aufgebaute Beteiligungsportfolio – bestehend aus Hauptpfeilern wie Kühne + Nagel, Hapag-Lloyd und der Lufthansa – als strategisches Gesamtpaket zusammengehalten und langfristig verwaltet werden soll. Auch das spricht gegen einen zeitnahen Verkauf der Lufthansa-Beteiligung.
Die Entscheidungsgewalt über das Portfolio des Unternehmers geht nun auf den Stiftungsrat über, dem langjährige Vertraute von Klaus-Michael Kühne angehören. Auch diese Zusammensetzung des Rates spricht dagegen, dass sich am Beteiligungsansatz von Kühne kurzfristig etwas ändern wird.
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Ist die Erholung schon nachhaltig?
Die Lufthansa-Aktie fiel Ende Juni auf ein neues 3-Monatstief. Zum Wochenbeginn zeichnet sich jedoch eine Kurserholung ab. Für eine nachhaltige Erholung muss die Fluggesellschaft allerdings den Widerstand bei 8,50 € übersteigen.
Auf Klaus-Michael Kühne hören
So wie Klaus-Michael Kühne seine Beteiligung an der Lufthansa zu günstigen Zeitpunkten ausgebaut hat, rate auch ich Anlegern, auf dem aktuellen Kursniveau von knapp 8 € in die Lufthansa-Aktie zu investieren. Meiner Meinung nach ist das Downside der Fluggesellschaft relativ begrenzt, während sie ein spannendes Upside besitzt.
In den letzten zwölf Monaten hat sich die Kursmarke von 7 € als belastbarer Boden für die Lufthansa-Aktie erwiesen. Trotz der immer noch völlig unklaren Lage am Persischen Golf und der damit verbundenen hohen Ölpreise sehe ich keinen Grund, an eine weitere Verschlechterung zu glauben.
Vielmehr haben die USA aufgrund der extrem hohen Kosten ihres Iran-Einsatzes und der negativen politischen Auswirkungen in der Heimat kein Interesse, diesen Konflikt auf Dauer fortzusetzen. Einen gesichtswahrenden Ausstieg haben sie noch nicht gefunden, aber dieser wird sich meiner Einschätzung nach schon noch finden lassen.
Das spricht für mich dafür, dass der Ölpreis (Brent) sich mittelfristig wieder bei 60 bis 80 US$ einpendeln wird. Für die Lufthansa wäre das ein Segen, denn aufgrund der hohen Treibstoffkosten musste die Airline ihre Jahresprognose zuletzt auf einen bereinigten EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden € anpassen.
Sobald sich die geopolitische Lage im Nahen Osten wieder beruhigt hat, sehe ich gute Chancen für die Lufthansa-Aktie, wieder auf zweistellige Kurse hochzufliegen. Der Konzern entwickelt sich strategisch und operativ in die richtige Richtung. Die Integration von ITA Airways wird große Synergien freisetzen. Gleichzeitig werden die Kosten durch den konsequenten Umbau der Flugzeugflotte auf verbrauchsärmere Modelle gesenkt.
Zum Schluss: Weitere Aktien, bei denen wir wie bei der Lufthansa noch Potenzial sehen, findest Du in unseren Top-Picks 2026. Wirf gleich einen Blick in unseren kostenlosen Report.
Anleger sollten auf den Rat von Klaus-Michael Kühne hören und die Lufthansa-Aktie zu einem günstigen Zeitpunkt wie jetzt kaufen. Sie wird nach seinem Tod aufgrund der Stifungsnachfolgeregelung keineswegs unter Verkaufsdruck geraten.
Ganz im Gegenteil. Die Lufthansa-Aktie hat meiner Meinung nach eine rosige Zukunft vor sich. Voraussetzung für einen nachhaltigen Steigflug ist allerdings ein Ende des Iran-Kriegs und ein dauerhaft sinkender Ölpreis.
Lufthansa in Kürze
- Mit einer Flottengröße von über 700 Flugzeugen und mehr als 200 Flugzielen in der ganzen Welt zählt die Lufthansa zu den zehn größten Fluggesellschaften der Welt.
- Zur Lufthansa-Gruppe gehören auch die Fluggesellschaften Austrian, Brussels Airlines, Air Dolomiti, Eurowings und Swiss.
- Seit Januar 2025 hält die Lufthansa auch eine 41%-Beteiligung an ITA Airways. Eine vollständige Übernahme der italienischen Staatsfluglinie ist geplant.
- Die Lufthansa (WKN: 823212) ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und etwa 9,6 Milliarden € wert.
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