Die SAP-Aktie feierte in den letzten vier Wochen ein eindrucksvolles Comeback an der Börse und ging am gestrigen Donnerstag auf einem neuen 3-Monatshoch aus dem Handel. Ist die Aktie des deutschen Software-Riesen nun auf dem Weg zurück zu alten Höchstständen?

Das sagen Analysten

Um eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage zu finden, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Kursziele der Analysten. Sie sehen nur noch ein begrenztes Potenzial in der SAP-Aktie.

Selbst die Bullen von Barclays und Goldman Sachs schätzen mit Kurszielen von 220 bzw. 215 € das Kurspotenzial des Software-Konzerns auf unter +20% ein. Bären, wie JPMorgan (175 €) und die UBS (164 €), glauben sogar an ein leichtes Downside gegenüber dem aktuellen Kurs und raten zum Halten bzw. zum Verkauf der SAP-Aktie.

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Das spricht für und gegen die Aktie

Für einen Einstieg in die SAP-Aktie spricht meiner Meinung nach, dass sich das seit Jahresbeginn dominierende Narrativ, KI würde das Geschäft klassischer Software-Unternehmen erodieren, mittlerweile deutlich relativiert hat. Vor allem bei größeren Software-Konzernen ist die Börse in den letzten Wochen zur Überzeugung gelangt, das der starke Abverkauf ihrer Aktien im ersten Halbjahr übertrieben war.

Meiner Einschätzung nach erfolgte die jüngste Kurserholung vieler Software-Aktien, allen voran der von SAP, absolute zu Recht. KI wird nicht von heute auf morgen klassische Software in Unternehmen ersetzen, schon gar nicht, wenn sie so tief in unternehmenskritische Bereiche eingebettet ist wie die von SAP. Das Risiko für Unternehmen wäre viel zu groß.

Gleichzeitig ist SAP längst dabei, sich selbst zu einem KI-Anbieter zu wandeln. Der Software-Konzern integriert KI-Funktionen in all seinen Software-Paketen, damit Kunden sich überhaupt nicht die Frage stellen müssen, ob sie mit einem KI-Modell möglicherweise SAP-Software an der einen oder anderen Stelle ersetzen können.

Und noch ein Argument, das für die SAP-Aktie spricht: Die Deutschen sitzen auf einem gewaltigen Schatz an Unternehmensdaten — vielleicht sogar dem größten der Welt. Leistungsfähige KI benötigt hochwertige Daten, weshalb SAP zweifellos einen Entwicklungsvorsprung beim Einsatz Künstlicher Intelligenz gegenüber anderen Anbietern hat.

Aber es gibt auch zwei gewichtige Argumente gegen die SAP-Aktie. Der Konzern muss bei der Transformation zu einem KI-basierten Unternehmen hohe Kosten in Kauf nehmen. Diese belasten kurz- bis mittelfristig die Margen.

Zudem könnten aufgrund des stärkeren Wettbewerbs im Software-Bereich zwischen etablierten Anbietern und KI-Startups die Preise unter Druck geraten. Kunden werden in Zukunft voraussichtlich mehr Auswahl in puncto Software haben, und diese Wahlfreiheit gegebenenfalls nutzen, um ihre Software-Kosten zu verringern.

Deutliche Trendumkehr

Die SAP-Aktie hat in den letzten Wochen eine deutlich Trendumkehr erlebt. Nachdem der Kurs des Software-Titels Ende Juli auf ein neues 2-Jahrestief gefallen ist, konnte er sich um über +40% erholen. Inzwischen notiert die Aktie auf dem höchsten Stand seit drei Monaten. Sollte nun auch das Zwischentief bei 193 € überwunden werden, sind sogar wieder Kurse über 200 € möglich.

Die Bewertung passt nicht mehr

Ich schließe mich der Mehrheitsmeinung der Analysten an und sehe derzeit kaum noch Potenzial in der SAP-Aktie. Die Bewertung mit einem Forward-KGV von 25 ist mir zu hoch, um ein signifikantes Upside zuzulassen.

SAP wird 2026 und 2027 mit rund 10% wachsen. Bei der Marge sehe ich gegenwärtig aufgrund der hohen Aufwendungen für die Integration von Akquisitionen und der Entwicklung von KI keine Luft nach oben.

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Vor diesem Hintergrund rate ich Anlegern, die Füße still zu halten und vorerst nicht in die SAP-Aktie zu investieren. Das Rendite-Risiko-Verhältnis ist auf dem aktuellen Kursniveau nicht mehr vorteilhaft. Ich glaube nicht, dass die SAP-Aktie bis Jahresende nachhaltig über der 200 €-Marke notieren wird.

ℹ SAP in Kürze

  • Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den größten Softwareunternehmen im Bereich der Unternehmenssteuerung. Für kleinere und mittelgroße Unternehmen bietet der Konzern Standardlösungen an, für größere Unternehmen gibt es individuelle Angebote.
  • Der Hauptsitz des Konzerns ist im baden-württembergischen Walldorf, weltweit verfügt der IT-Konzern über zahlreiche Niederlassungen.
  • Die Aktie des Unternehmens ist in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50 geleistet und wird an der Börse aktuell mit rund 225 Milliarden € bewertet.

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