Die AMS-Osram-Aktie konnte den Anstieg auf rund 23 SFR (Schweizer Franken) zuletzt nicht halten und korrigierte wieder. Am Donnerstag notiert die Aktie aktuell bei etwa 17,60 SFR. Damit stellt sich die Frage: Wo liegt ein mögliches Kursziel nach erfolgreicher Restrukturierung?
Prognosewerte im oberen Bereich erreicht
Die operative Entwicklung zeigt weiterhin in die richtige Richtung. Auch im zweiten Quartal erreichte AMS-Osram die eigenen Prognosewerte im oberen Bereich.
Der Umsatz lag bei 805 Millionen €, während das Unternehmen mit 725 bis 825 Millionen € gerechnet hatte. Damit konnte der Umsatz gegenüber dem ersten Quartal mit 796 Millionen € nochmals leicht gesteigert werden. Besonders dynamisch entwickelte sich das Halbleitergeschäft, das um 13% zulegte.
Auch bei der Profitabilität wurden die Erwartungen erfüllt. Die bereinigte EBITDA-Marge lag wie bereits im Vorquartal bei 16,5%. Prognostiziert worden war eine Marge von 15,5% ± 1,5 Prozentpunkten.
Ein wichtiger Indikator für die zukünftige Geschäftsentwicklung sind zudem die sogenannten Design Wins. Im zweiten Quartal erreichten diese ein Volumen von 1,6 Milliarden €. Im ersten Halbjahr summierten sie sich damit auf 2,5 Milliarden €.
Insgesamt sind die Quartalszahlen solide ausgefallen. Sie zeigen, dass AMS-Osram nach den schwierigen Jahren operativ wieder deutlich besser aufgestellt ist.
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Zuversicht für das laufende Quartal
Auch für das laufende Quartal zeigt sich das Management zuversichtlich.
Der Konzern erwartet einen Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen €. Bei der bereinigten EBITDA-Marge wird mit rund 16% ± 1,5 Prozentpunkten gerechnet.
Sollte sich die bisherige Entwicklung fortsetzen, erscheint es durchaus möglich, dass auch diese Prognose im oberen Bereich erreicht wird.
Restrukturierung zeigt Wirkung
Der entscheidende Punkt bei AMS-Osram ist jedoch weniger das einzelne Quartal als die inzwischen weit fortgeschrittene Transformation.
Mit dem Amtsantritt von CEO Aldo Kamper begann eine grundlegende Neuausrichtung des Konzerns. Die Übernahme von Osram hatte AMS finanziell erheblich belastet. Zudem passten zahlreiche Geschäftsbereiche des Münchner Traditionsunternehmens nur unzureichend zum ursprünglichen Produktportfolio von AMS.
Inzwischen wurde das Unternehmen deutlich stärker auf profitable Geschäftsfelder konzentriert. Gleichzeitig ist es gelungen, wieder nachhaltig operative Gewinne zu erzielen.
Die Transformation ist zwar noch nicht vollständig abgeschlossen. Die grundlegende finanzielle und operative Stabilisierung ist jedoch ein wichtiger Fortschritt.
Aldo Kamper beschreibt die strategische Ausrichtung folgendermaßen:
Aufbauend auf der starken Entwicklung unseres Kerngeschäfts schärfen wir unseren Fokus auf Digital Photonics als einen wesentlichen Wachstumstreiber. Dafür wurden zum 1. Juli eigenständige Geschäftsbereiche für Digital Photonics geschaffen. Damit soll die Umsetzung der Strategie beschleunigt und die Innovationspipeline gezielter skaliert werden.
Bewertung
Aus meiner Sicht ist AMS-Osram heute deutlich besser aufgestellt als noch vor einigen Jahren.
Entscheidend ist, dass der Konzern nicht mehr nur versucht, die Folgen der Osram-Übernahme zu bewältigen, sondern sich zunehmend auf margenstärkere und wachstumsorientierte Bereiche konzentriert. Insbesondere die Halbleiteraktivitäten und Digital Photonics bieten langfristige Perspektiven.
Auch die Entwicklung der Design Wins spricht für eine weiterhin solide Auftragsbasis. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Transformation noch nicht vollständig abgeschlossen ist und die Verschuldung weiterhin ein wichtiger Faktor für die Bewertung bleibt.
Der Kurs dürfte deshalb auch künftig vergleichsweise volatil bleiben. AMS-Osram ist zudem deutlich weniger bekannt als viele andere Halbleiterwerte.
Auf der anderen Seite erscheint die Bewertung im Vergleich zu vielen Technologiewerten moderat. Gerade wenn sich die operative Verbesserung in den kommenden Quartalen bestätigt, besteht Spielraum für eine Neubewertung.
Aus meiner Sicht bietet das aktuelle Kursniveau weiterhin interessante Einstiegsmöglichkeiten. Die Restrukturierung zeigt zunehmend Wirkung, gleichzeitig verbessert sich die operative Entwicklung.
Eine Kursverdoppelung ist zwar kein Selbstläufer und mit entsprechenden Risiken verbunden. Sollte AMS-Osram die Transformation erfolgreich abschließen und das Wachstum bei den margenstarken Geschäftsfeldern fortsetzen, ist eine Kursverdoppelung gut möglich.
Übrigens: KI sorgt für Disruption bei Software-Firmen. Welche Unternehmen stark betroffen sind, lest Ihr im The Unlucky Seven Report.
AMS-Osram in Kürze
- Die AMS-Osram AG (WKN: A118Z8) ist in der Entwicklung und Herstellung von hochleistungsfähigen Sensorlösungen und Beleuchtungsmodulen tätig.
- 2019 übernahm AMS den deutschen Osram-Konzern und firmiert seitdem unter dem heutigen Namen. Teile des Osram-Konzerns, die nicht in das Gesamtkonzept passten, wurden verkauft. Der vollständige Konsolidierungskurs dürfte im Jahr 2023 abgeschlossen sein.
- Neben dem Hauptsitz im österreichischen Premstätten besitzt das Unternehmen weltweit zahlreiche Niederlassungen.
- Die Aktie ist an der Schweizer Börse gelistet, die Marktkapitalisierung beträgt 1,8 Milliarden SFR.
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