10.000 Euro investieren, das Depot schließen und erst Jahre später wieder nachsehen: Für viele Anleger ist das genau der richtige Ansatz. Doch welche Aktien könnten eine solche Buy-and-hold-Strategie tatsächlich rechtfertigen? 

Spontan denke ich an Microsoft (WKN: 870747) und SAP (WKN: 716460). Sie zählen zu den etablierten Softwarekonzernen, die langfristig von Digitalisierung, Cloud und künstlicher Intelligenz profitieren könnten. 

Ihre Burggräben sind tief, ihre Bewertung niedrig. Gleichzeitig besteht weiterhin ein großes Wachstumspotenzial.

Zweistelliges Wachstum könnte also mittelfristig weiterhin erzielt werden – sofern sich KI als Chance und nicht als Disruption des Geschäftsmodells erweist. Schauen wir genauer hin.

Microsoft und SAP: Zwei Software-Aktien mit langfristigem Potenzial

Microsoft hat sich längst von einem klassischen Softwarehersteller zu einem breit aufgestellten Technologiekonzern entwickelt. Windows und Office sind weiterhin wichtige Säulen, doch inzwischen sorgen vor allem Cloud-Dienste, Unternehmenssoftware und künstliche Intelligenz für neue Wachstumsfantasie.

Besonders interessant ist dabei das Zusammenspiel der verschiedenen Geschäftsbereiche. So kann Microsoft seine große Kundenbasis nutzen, um neue Produkte und KI-Anwendungen zu verkaufen. Gleichzeitig sorgen abonnementbasierte Modelle für einen immer größeren Anteil wiederkehrender Umsätze. 

Mit einem erwarteten KGV von 21 für das Jahr 2027 ist die Aktie so günstig wie seit Langem nicht mehr. Allerdings bestehen KI-Disruptionssorgen. Sollten diese übertrieben sein und das deutlich zweistellige Wachstumstempo auch über die nächste Dekade anhalten, wären ganz andere Kursniveaus denkbar.

Auch SAP steht vor einem strukturellen Wandel. Der deutsche Softwarekonzern treibt die Umstellung seiner Kunden auf Cloudlösungen voran und profitiert davon, dass Unternehmenssoftware zunehmend mit Datenanalyse und künstlicher Intelligenz verbunden wird.

Allerdings fürchten Investoren auch hier, dass KI-Agenten das Geschäft zumindest teilweise übernehmen könnten. Möglicherweise zu Unrecht.

Ein wichtiger Vorteil von SAPs Software ist nämlich, dass sie tief in den Geschäftsprozessen großer Unternehmen stecken. Ein Konzern wechselt sein zentrales ERP-System nicht von heute auf morgen. Diese hohe Wechselhürde kann langfristige Kundenbeziehungen und planbarere Erlöse unterstützen.

Das 22er-KGV für 2027 könnte daher eine historische Kaufchance sein, sofern man an eine Zukunft mit zweistelligem Wachstum glaubt.

Fazit: Nicht die nächste Kursrakete zählt, sondern das Geschäftsmodell

Microsoft und SAP sind keine unbekannten Aktien. Gerade das macht sie aber für eine langfristige Strategie interessant. 

Beide Unternehmen verfügen über eine starke Marktposition und sind in Bereichen tätig, die für die digitale Wirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ob tatsächlich eine Rendite von 1.000 % entsteht, kann heute natürlich niemand seriös vorhersagen.

Anleger sollten deshalb nicht per se auf eine Verzehnfachung wetten, sondern auf Unternehmen achten, die ihre Gewinne über viele Jahre hinweg steigern können. Und genau hier wird es spannend, denn die größten Börsengewinner der vergangenen Jahrzehnte hatten trotz völlig unterschiedlicher Geschäftsmodelle einige erstaunliche Gemeinsamkeiten.

Der Artikel 10.000 Euro anlegen, vergessen und 1.000 % Rendite erreichen: Sind Microsoft und SAP die richtigen Aktien? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.