
SK Hynix-Aktien stiegen am Mittwoch im US-Vorbörsenhandel um etwa 4%, nachdem der südkoreanische Speicherchip-Hersteller einen umfangreichen Aktienrückkauf- und Annullierungsplan angekündigt hatte, der den Anlegern einen größeren Anteil an den durch den Boom der künstlichen Intelligenz generierten Barmitteln verschafft.
Der Vorstand des Unternehmens genehmigte einen Aktienrückkauf zur Annullierung in Höhe von 40.004 trillion won, or roughly $28.3 billion.
Der Rückkauf wird 24.07 million shares abdecken, entsprechend etwa 3.3% der ausstehenden Aktien des Unternehmens, und läuft vom August 20 through November 19.
Die Ankündigung erfolgte, obwohl SK Hynix-Aktien am Mittwoch in Südkorea um 9% fielen, nach einem breiten Ausverkauf bei US-Halbleiteraktien in der vorherigen Sitzung.
Trotz des jüngsten Rückgangs hat sich SK Hynix in diesem Jahr more than doubled in value this year, was die Anlegerbegeisterung über seine Stellung als wichtiger Lieferant fortschrittlicher Speicherchips für KI-Systeme widerspiegelt.
Investoren drängen auf höhere Ausschüttungen
Der Rückkauf kommt, da Investoren zunehmend SK Hynix und Samsung Electronics dazu gedrängt haben, mehr ihres Bargelds an die Aktionäre zurückzugeben.
Beide Unternehmen meldeten Rekordgewinne, da die Nachfrage nach Hochleistungs-Speicherchips parallel zu den Ausgaben für KI-Rechenzentren stark angestiegen ist.
Investoren stellten jedoch infrage, warum eine so starke Cash-Generierung nicht in größere Dividenden oder Aktienrückkäufe umgesetzt wurde.
Der Druck nahm zu, nachdem SK Hynix- und Samsung-Aktien von den im Juni erreichten Rekordhochs zurückgingen, da Sorgen bestanden, ob das rasante Tempo der KI-Ausgaben anhalten kann.
SK Hynix erklärte, sein „innerer Wert — gestützt durch seine Wettbewerbsfähigkeit im Geschäft, die robuste Fähigkeit zur Cash-Generierung und das mittel- bis langfristige Wachstumspotenzial — sei in dem aktuellen Aktienkurs nicht vollständig abgebildet.“
Das Unternehmen erhöhte zudem sein Ziel für Aktionärsrückgaben und ging von der bisherigen Zusage, „within 50% of cumulative FCF“, zu „over 50% of cumulative FCF“ über, mittels Aktienrückkäufen, Annullierungen und Dividenden.
Das Unternehmen erklärte außerdem, weitere Optionen, einschließlich Sonderdividenden, zu prüfen; detailliertere Angaben werden voraussichtlich zusammen mit dem Ergebnisbericht für das dritte Quartal, wahrscheinlich Ende Oktober, veröffentlicht.
Der Cash-Bestand gerät in den Fokus
SK Hynix verfügte Ende des zweiten Quartals über ungefähr 69 trillion won an Nettobarmitteln, was dem Unternehmen eine erhebliche finanzielle Fähigkeit verschafft, Kapital zurückzugeben und gleichzeitig weiter in das Geschäft zu investieren.
Einige Investoren argumentierten, dass die Aufrechterhaltung eines so hohen Barmittelbestands ein falsches Signal senden könnte, gerade in einer Phase, in der das Unternehmen starke Cashflows aus der KI-Nachfrage erzielt.
Jede Entscheidung zur Erhöhung der Anteilseignerzahlungen könnte laut Yiping Liao, Portfolio-Manager bei Templeton Global Investments, der Bloomberg Anfang dieses Monats interviewte, das „klarste Signal“ sein, dass das Management die KI-Rallye als strukturellen und nicht als zyklischen Wandel betrachtet.
„Wenn man davon ausgeht, dass es weniger Zyklizität gibt, braucht man nicht so viel Cash in der Bilanz,“ sagte Liao.
„Und wir wissen, dass sie dieses Jahr und nächstes Jahr eine phänomenale Menge an Cash verdienen werden.“
SK Hynix will Auszahlungsabstand zu US-Peers schließen
Der Schritt von SK Hynix verdeutlicht auch die wachsende Lücke zwischen den den Aktionärsrenditen, die südkoreanische Chiphersteller bieten, und denen einiger internationaler Wettbewerber.
Samsung und SK Hynix streben derzeit Aktionärsausschüttungen in Höhe von etwa der Hälfte des Free Cashflow an.
Im Gegensatz dazu hat der US-Speicherchip-Hersteller Micron im Juni zugesagt, 100% seines Free Cashflow an die Aktionäre zurückzugeben.
Das Ausmaß des jüngsten Rückkaufs von SK Hynix könnte daher einen bedeutenden Wandel markieren, wie das Unternehmen die Investitionen in KI-getriebene Kapazitäten mit Kapitalrückgaben ausbalanciert.
„Die Größe dieses Rückkaufs ist ein starkes Signal von SK Hynix und liefert genau das, wonach Anleger verlangen: den wachsenden Cashbestand einzusetzen und die Aktionärsrenditen zu erhöhen“, sagte Josh Gilbert, Lead-Analyst bei eToro, in einem Dow Jones-Bericht.
KI-Nachfrage bleibt zentral
Der Rückkauf ändert nicht den grundlegenden Investment-Case für SK Hynix, der weiterhin eng an die Stärke des KI-Halbleiterzyklus gekoppelt ist.
Das Unternehmen ist einer der führenden Lieferanten von High-Bandwidth Memory, das zusammen mit fortschrittlichen KI-Prozessoren eingesetzt wird, und profitiert daher erheblich vom Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur.
Die starken Kursschwankungen bei Halbleiteraktien in dieser Woche zeigen jedoch, dass Anleger nach wie vor empfindlich auf Bewertungen und die Nachhaltigkeit der KI-Ausgaben reagieren.
Die Entscheidung von SK Hynix, mehr seiner Cash-Generierung an die Aktionäre zu binden, könnte die Aktie stützen, falls Anleger zunehmend davon überzeugt sind, dass die KI-Nachfrage stark bleibt.
Weitere Details zu den Kapitalrückgabemaßnahmen des Unternehmens werden mit den Ergebnissen des dritten Quartals erwartet; Anleger werden dann auch nach Anzeichen suchen, dass der zugrunde liegende KI-Speicherboom intakt ist.
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