Die Meta Platforms-Aktie sackte gestern um über -4% ab und notierte zum Handelsschluss in den USA nur noch gut 3% über ihrem 12-Monatstief. Warum läuft es nicht mehr rund an der Börse für Mark Zuckerbergs Social Media-Imperium und könnte diese Entwicklung die Meta-Aktie noch weiter in den Kurskeller ziehen?

Ein Pilotprozess beginnt

Meta Platforms steht mal wieder im Rampenlicht der US-Justiz. In Kalifornien hat der Prozess gegen den Social Media-Konzern begonnen, in dem es um die Frage geht, ob Meta Platforms gezielt Kinder und Jugendliche mit seinen Angeboten abhängig macht.

Nach Meinung der Staatsanwaltschaft ist das der Fall. Sie wirft Facebook und Instagram vor, Minderjährige bewusst anhängig zu machen und die Funktionsweise ihrer Gehiren „auszunutzen“. Funktionen wie Endlos-Scrollen, häufige Benachrichtigungen und das Zählen von „Gefällt-mir“-Reaktionen führen dazu, dass Kinder und Jugendliche permanent auf die Plattformen des Konzerns gelockt werden.

Zudem wirft die Justiz Meta vor, die Öffentlichkeit über diese Gefahr getäuscht zu haben. Die kalifornische Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass dem Konzern seit langem bewusst sei, welchen Schaden seine Plattformen bei jüngeren Nutzern anrichten können, dies aber immer vertuscht habe.

Die Staatsanwaltschaft Kaliforniens stützt sich in ihrer Argumentation auf die sogenannten Facebook-Files, die 2001 von der ehemaligen Mitarbeiterin Frances Haugen veröffentlicht wurden. Sie dokumentieren auf Tausenden Seiten konzerninterne Recherchen, denen zufolge Meta von den schädlichen Auswirkungen des Social-Media-Konsums durch Jugendliche wusste, diese aber in öffentlichen Stellungnahmen immer zurückwies.

Diese Enthüllungen führten dazu, dass rund 30 US-Bundesstaaten Klage gegen Meta Platforms erhoben haben. Vier von ihnen (neben Kalifornien auch Colorado, Kentucky und New Jersey) führen nun einen Pilotprozess gegen den Technologiekonzern.

Bleibe bei Meta Platforms und der Social-Media-Welt auf dem Laufenden und abonniere gleich hier unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!

Viel Geld und das Geschäftsmodell stehen auf dem Spiel

In diesem Prozess geht es nicht um Kleinigkeiten, sondern zum einen um sehr viel Geld und zum anderen um nichts Geringeres als das Geschäftsmodell von Meta Platforms. Kein Wunder, dass die Meta Platforms-Aktie nervös darauf reagiert.

In Summe drohen Meta Platforms bei einem Verlust des Prozesses Strafzahlungen in Höhe von gewaltigen 200 Milliarden US$. Dieser gewaltige Betrag ergibt es sich aus der Rechnung, nach der die Staatsanwaltschaft für jeden betroffenen Minderjährigen eine Strafe in Höhe von mehreren Tausend US$ veranschlagt.

Zudem könnte ein Unterliegen in diesem Gerichtsprozess dazu führen, dass Meta Platforms die Funktionsweise seiner Plattform überarbeiten und Funktionen, die zu häufigen Interaktionen führen, abschalten muss. Dies hätte zweifellos negative Auswirkungen auf das Geschäftsmodell.

Meta wehrt sich selbstverständlich gegen die Vorwürfe der Justiz und versichert, ausreichende Maßnahmen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu ergreifen. Zudem beruft sich der Konzern darauf, dass einzelne Social Media-Dienste nicht die psychische Gesundheit von Minderjährigen negativ beeinträchtigen können.

Auch charttechnisch brandgefährlich

Auch charttechnisch ist die aktuelle Situation der Meta Platforms-Aktie brandgefährlich. Sie steht kurz vor dem Durchbruch des 12-Monatstiefs bei 526 US$. Sollte es nicht halten, dürfe die Aktie auch Kurs auf das 2-Jahrestief nehmen, das mit 485 US$ nicht seht weit darunter liegt.

Das könnte sehr teuer werden

Für Meta Platforms ist dieser Prozess meiner Meinung nach brandgefährlich. Die Entscheidung in diesem Verfahren trifft am Ende nicht eine Jury (sie hat nur beratende Funktion), sondern Richterin Yvonne Gonzales Rogers.

Sollte Meta den Prozess verlieren, wird der Konzern meines Erachtens zweifellos in Berufung gehen. Am Ende dürfte, wie so oft in den USA, ein Vergleich zwischen Kläger und Beklagtem stehen.

Dieser Vergleich dürfte Meta Platforms aber sehr teuer zu stehen kommen. Einerseits muss man mit einer Geldstrafe in Milliardenhöhe rechnen. Andererseits — und das ist in meinen Augen die viel größere Gefahr — könnte Meta dazu gezwungen werden, seine Algorithmen zum eigenen Nachteil zu überarbeiten.

Es läuft nicht gut

Derzeit läuft es überhaupt nicht gut für den Social Media-Konzern in seinem Kampf gegen die US-Justiz. So wurde er bereits vom Bundesstaat New Mexico zu einer Geldstrafe von über 500 Millionen US$ an Kinder verdonnert, die durch die Nutzung seiner Plattformen Schaden genommen haben.

Zudem verlangt der Bundesstaat Einschränkungen für minderjährige Nutzer. So soll eine maximale Nutzungszeit von 90 Stunden pro Monat für Facebook und Instagram eingeführt werden. Meta wird dagegen in Berufung gehen.

Abschließend: Eine Liste von KI-Gewinner 2026 findest Du in unserem kostenlosen Report.

Für mich ist die Meta Platforms-Aktie vor diesem Hintergrund derzeit keinen Kauf wert. Der politische und juristische Druck auf den Konzern ist gewaltig.

Immer mehr Länder führen Altersbeschränkungen für die Nutzung der Social Media-Plattformen ein. Das wird nicht ohne finanzielle Folgen für Meta bleiben. Die Attraktivität von Facebook und Instagram für Werbekunden, vor allem jene, die sich an ein jüngeres Publikum richten, wird stark darunter leiden.

ℹ Meta Platforms in Kürze

  • Meta Platforms (ehemals Facebook) (WKN: A1JWVX) ist ein US-Technologieunternehmen und Mutterkonzern der weltweit größten sozialen Netzwerke Facebook und Instagram.
  • Darüber hinaus gehören auch die Instant-Messaging-Apps WhatsApp und Messenger sowie der Virtual-Reality-Gerätehersteller Meta Quest zu Meta Platforms.
  • Der Konzern hat seinen Sitz im kalifornischen Menlo Park und ist sowohl Mitglied des Nasdaq 100 auch als des S&P 500 Index.
  • Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 1,40 Billionen US$ liegt Meta Platforms gegenwärtig auf Platz 10 der wertvollsten Unternehmen der Welt.

The post Meta Platforms-Aktie: Das könnte brandgefährlich werden! first appeared on sharedeals.de.