SK Hynix

Der Kospi-Index eröffnete am Mittwoch mit einer Kurslücke nach unten, da Nervosität am Anleihemarkt anhält und Spitzenwerte wie Samsung und SK Hynix zurückgehen. Er fiel auf 6.473 Punkte, das sind 10 % unter dem Höchststand dieser Woche.

Langfristige Anleiherenditen in Südkorea springen an

Der Kospi-Index sackte ab und reiht sich damit unter andere führende globale Benchmarks wie den Nikkei 225 und den Nasdaq 100 ein. Dieser Rückzug erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Sorgen um den Anleihemarkt, da die Renditen auf Jahreshöchststände klettern.

In Südkorea stieg die 30-jährige Rendite auf 4,72 %, den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Sie befindet sich in einem stetigen Aufwärtstrend, nachdem sie 2021 bei 1,10 % ihr Tief erreicht hatte. Dieses Kursverhalten spiegelt sich auch in anderen Ländern wie den USA, Deutschland und Frankreich wider.

Weltweit sind die Anleiherenditen gestiegen, da die geopolitischen Risiken zugenommen haben. Eines dieser Risiken ist der anhaltende US‑Iran‑Konflikt, der inzwischen in eine Pattsituation übergegangen ist. Trump hofft, dass seine Blockade gegen Iran die Verantwortlichen zur Aufgabe zwingen wird. Iran hingegen glaubt, eskalieren zu können, zumal die Probleme, mit denen die USA konfrontiert sind, nun weithin bekannt sind. 

Diese Pattsituation betrifft Südkorea direkt, da das Land den Großteil seines Öls aus dem Nahen Osten importiert. Aktuelle Daten zeigen, dass Brent und der West Texas Intermediate (WTI) auf 91 % bzw. 86 $ gestiegen sind, und der Aufwärtstrend könnte anhalten.

Die Risiken für Südkorea nahmen auch zu, nachdem Trump das US‑Verteidigungsabkommen mit dem Land kritisiert hatte. Er lobte Nordkoreas Kim Jong Un und attackierte den südkoreanischen Präsidenten dafür, die USA in ihrem Kampf gegen Iran nicht zu unterstützen. Das bedeutet, dass Südkorea kurzfristig gezwungen sein könnte, seine Verteidigungsausgaben zu erhöhen. 

Aktien von Samsung und SK Hynix stürzen ab

Unterdessen fällt der Kospi-Index auch, da seine größten Indexbestandteile ihren starken Abwärtstrend fortsetzen. Die Samsung Electronics-Aktie fiel um 7,45 %, während SK Hynix um 8,72 % sank. In der Folge gab SK Square, das eine Beteiligung an SK Hynix hält, um 10,84 % nach.

Dieser Rückzug fiel mit dem anhaltenden Einbruch anderer großer Speicherhersteller wie Micron, Kioxia und SanDisk zusammen. All diese Unternehmen sind in den vergangenen Monaten hoch volatil geworden, da Anleger weiterhin um deren Wachstumsaussichten besorgt sind.

Weitere Top-Verlierer in Südkorea waren Unternehmen wie Samsung Electr-Mechanics, Hyundai Motor, Samsung C&T und Samsung Life Insurance. 

Technische Analyse des Kospi-Index

KOSPI-Index

Kospi-Index-Chart | Quelle: TradingView

Das Tages-Chart zeigt, dass der Kospi-Gesamtindex in den vergangenen Wochen in einem langsamen Aufwärtstrend war, da Technologieunternehmen sich erholten. Er bewegte sich von einem Tief von 5.279 im Juli bis auf ein Hoch von 7.215 Punkten.

Der Index eröffnete heute erneut mit einer Kurslücke nach unten und erreichte ein Tagestief von 6.493. Positiv ist, dass sich weiterhin eine bullische Flagge gebildet hat, ein typisches Fortsetzungssignal in der technischen Analyse. Er liegt außerdem über dem 200-Tage-EMA (Exponentieller Gleitender Durchschnitt).

Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass der Index seine Aufwärtsbewegung fortsetzt und den Widerstand bei 7.215 Punkten erneut testet. Ein Ausbruch darüber würde auf weitere Zugewinne hindeuten. Sollte dies scheitern, besteht das Risiko eines weiteren Rückgangs bis 5.279.

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