Die Ströer-Aktie bewegt sich seit Jahresbeginn sehr volatil. Zwischenzeitlich fiel sie auf etwa 30 €, anschließend erholte sie sich wieder bis auf rund 41 €. Am Montag notiert sie aktuell bei 40,60 €. Der Mehrjahreschart zeigt allerdings weiterhin die insgesamt schwache Kursentwicklung. Hier stellt sich die Frage: Besitzt die Aktie auf dem aktuellen Niveau noch weiteres Potenzial?
Markterwartungen übertroffen
Ströer konnte die Marktexperten im zweiten Quartal positiv überraschen. Sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten EBITDA wurden die Erwartungen übertroffen.
Der Umsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7% auf 542 Millionen €. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit digitaler Außenwerbung. Auch die Werbung auf den eigenen Plattformen wie t-online, watson und kino.de entwickelte sich positiv.
Das bereinigte EBITDA stieg um 3% auf 154 Millionen €. Beim Nettoergebnis zeigte sich allerdings ein anderes Bild. Es ging um 8% auf 29,7 Millionen € zurück.
Insgesamt sind die Quartalszahlen damit als solide zu bewerten. Von einer dynamischen Ergebnisentwicklung kann jedoch nicht gesprochen werden.
CEO Udo Müller erklärte:
Die Zahlen des ersten Halbjahres 2026 bestätigen unsere operative Stärke und wir entwickeln uns wie geplant.
Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.
Prognose bestätigt
Aufgrund der bisherigen Geschäftsentwicklung bestätigte Ströer seine Jahresprognose.
Beim Umsatz wird weiterhin ein Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Im Vorjahr erzielte der Konzern 2,1 Milliarden €.
Beim bereinigten EBITDA wird mit einem Wert auf dem Niveau des Vorjahres von 626 Millionen € gerechnet.
Damit bleibt die operative Entwicklung insgesamt stabil. Gleichzeitig zeigt die Prognose aber auch, dass kurzfristig kein großer Wachstumsschub zu erwarten ist.
Übernahmefantasie ist verschwunden
Lange Zeit wurde die Kursentwicklung der Ströer-Aktie maßgeblich von Spekulationen über die mögliche Übernahme beziehungsweise den Verkauf eines Teilgeschäfts beeinflusst.
Davon ist mittlerweile kaum noch etwas zu hören. Zwar ist nicht auszuschließen, dass im Hintergrund weiterhin Gespräche oder Vorbereitungen laufen, konkrete Impulse für den Aktienkurs fehlen derzeit jedoch.
Damit rückt wieder stärker das operative Geschäft in den Mittelpunkt. Und genau hier liegt das Problem: Die Geschäftsentwicklung ist stabil, aber nicht dynamisch genug, um eine deutliche Neubewertung der Aktie zu rechtfertigen.
Bewertung
Der Kursanstieg von etwa 30 auf 41 € zeigt, dass sich die Stimmung gegenüber der Aktie zuletzt deutlich verbessert hat.
Fundamental ist die Erholung durchaus nachvollziehbar. Ströer wächst beim Umsatz, das digitale Werbegeschäft entwickelt sich positiv und die Dividendenrendite ist attraktiv.
Für einen nachhaltigen weiteren Kursanstieg fehlt momentan jedoch ein entscheidender Faktor: positives Momentum bei Umsatz und Ergebnis.
Solange das bereinigte EBITDA lediglich auf Vorjahresniveau erwartet wird und das Nettoergebnis sogar rückläufig ist, dürfte es für die Aktie schwierig werden, deutlich höhere Bewertungsniveaus zu erreichen.
Weitere Kurssteigerungen sind zwar möglich, insbesondere wenn sich das Werbegeschäft stärker entwickelt oder neue Übernahmefantasie aufkommt. Ohne einen solchen Impuls dürfte der Kurs jedoch weiterhin volatil bleiben.
Aus meiner Sicht sollten Anleger bei Ströer vorerst abwarten. Die operative Entwicklung ist solide, aber nicht stark genug, um auf dem aktuellen Kursniveau einen nachhaltigen Aufwärtstrend zu erwarten. Der Aktie fehlt momentan das positive Momentum.
Was für die Aktie spricht, ist die attraktive Dividendenrendite von aktuell rund 4,5%. Als reiner Dividendentitel ist Ströer damit durchaus interessant.
Hier sei erwähnt: Nicht jede Dividenden-Aktie bietet auch Kurspotenzial – doch einige tun es durchaus. Diese zehn Titel wurden nach beiden Kriterien ausgewählt und könnten 2026 für eine doppelte Rendite sorgen.
Ströer in Kürze
- Die Ströer KGaA (WKN: 749399) ist ein führender deutscher Medien- und Werbekonzern. Neben 300.000 Außenwerbeflächen bietet das Unternehmen zunehmend Werbung auf digitalen Außentafeln an. Darüber hinaus betreibt es zahlreiche Webseiten, hierzu zählen bekannte Onlineseiten wie t-online.de oder watson.de.
- Das Medienhaus bietet seine Leistungen überwiegend im deutschsprachigen Raum an. Der Hauptsitz befindet sich in Köln.
- Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell rund 2,3 Milliarden €.
The post Stroeer-Aktie: Fehlt hier das positive Momentum? first appeared on sharedeals.de.