Die Deutsche Pfandbriefbank-Aktie befand sich bis März in einem langfristigen Abwärtstrend und sank bis auf etwa 2,70 €. Mittlerweile hat sie sich deutlich erholt und notiert am Montag bei aktuell 3,60 €. Hintergrund für die frühere Kursschwäche waren vor allem die Probleme im US-Geschäft. Hier stellt sich die Frage: Ist das Schlimmste überstanden?

Kreditgeschäft stabilisiert sich

So lässt sich die Entwicklung in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres zusammenfassen.

Der operative Ertrag im Segment Real Estate Investment Solutions verringerte sich von 206 auf 167 Millionen €. Hierzu trug auch der verstärkte Rückzug aus dem US-Geschäft bei.

Bei der Ertragslage zeigt sich dagegen eine deutliche Verbesserung. Aus einem Vorjahresverlust von 266 Millionen € wurde ein operativer Gewinn von 16 Millionen €. Davon entfielen 10 Millionen € auf das zweite Quartal.

Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank noch Kreditabschreibungen von 323 Millionen € verkraften müssen, wobei der größte Teil auf das US-Geschäft entfiel. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Risikovorsorge dagegen nur noch bei 13 Millionen €.

Auch beim Neugeschäft ist eine Verbesserung zu erkennen. Das Volumen stieg um 18% auf 3,1 Milliarden €. Der gesamte Kreditbestand reduzierte sich dagegen von 28,2 auf 26,8 Milliarden €.

In der Summe zeigt sich damit eine klare Stabilisierung. Die hohen Belastungen aus dem US-Geschäft scheinen weitgehend verarbeitet zu sein.

Kay Wolf, CEO der pbb, erklärte:

Die Geschäftsentwicklung in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres zeigt, dass die Transformation der Bank auf einem guten Weg ist.

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Zweites Halbjahr soll deutlich besser werden

Für das zweite Halbjahr gibt sich die Bank zuversichtlicher

Beim Vorsteuergewinn wird für das Gesamtjahr nun ein Wert von 30 bis 40 Millionen € erwartet. Nach lediglich 10 Millionen € im ersten Halbjahr würde damit ein deutlich stärkeres zweites Halbjahr vorausgesetzt.

Beim Neugeschäft soll ein Volumen von 7,5 bis 8,5 Milliarden € erreicht werden.

Entscheidend ist damit weniger das kurzfristige Wachstum als die Frage, ob pbb dauerhaft zu einer normalisierten Profitabilität zurückkehren kann.

US-Risiken deutlich reduziert

Der teure Ausflug in den US-Immobilienmarkt hat die Bank erheblich belastet. Der inzwischen eingeleitete Rückzug ist deshalb aus meiner Sicht der richtige Schritt.

Die Konzentration auf gewerbliche Immobilien in Deutschland und Europa reduziert die Komplexität des Geschäftsmodells. Gleichzeitig wurde das US-Portfolio deutlich verkleinert.

Damit sinkt auch das Risiko weiterer großer Abschreibungen. Die massiven Belastungen der vergangenen Jahre haben zudem dazu geführt, dass ein erheblicher Teil möglicher Risiken bereits verarbeitet wurde.

Genau hierin liegt derzeit die wichtigste Investmentstory der pbb: Nicht spektakuläres Wachstum, sondern die Rückkehr zu einer nachhaltig profitablen Spezialbank.

Bewertung

Der starke Kursanstieg von rund 2,70 auf 3,70 € ist angesichts der operativen Stabilisierung nachvollziehbar. Allerdings hat die Aktie damit bereits einen Teil der Erholung vorweggenommen.

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob die Bank die angekündigte Verbesserung im zweiten Halbjahr tatsächlich erreicht und anschließend nachhaltig profitabel bleibt.

Sollte die Rückkehr zu einer normalen Ertragslage gelingen, erscheint die aktuelle Bewertung weiterhin moderat. Gleichzeitig bleibt die Aktie aufgrund ihrer geringen Marktkapitalisierung und der Vorgeschichte deutlich volatiler als größere Bankenwerte.

Weitere Rücksetzer sind daher jederzeit möglich. Diese wären bei einer operativen Verbesserung allerdings eher als normale Schwankungen denn als grundlegender Trendwechsel zu werten.

Die pbb hat die schwierigste Phase aus meiner Sicht hinter sich. Das US-Problem wird konsequent abgebaut. Damit verbessert sich auch das Chance-Risiko-Verhältnis der Aktie.

Bei einem aktuellen Kurs von rund 3,70 € sehe ich mittelfristig ein Kursziel von 5 €. Das entspricht einem Potenzial von rund +35%. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich die operative Erholung im zweiten Halbjahr bestätigt und pbb dauerhaft in die Gewinnzone zurückkehrt.

Für risikobereite Anleger bleibt die Aktie daher interessant. Kurse unter 3,50 € würde ich als besonders attraktive Einstiegszone ansehen.

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ℹ Deutsche Pfandbriefbank in Kürze

  • Die Deutsche Pfandbriefbank, kurz (WKN: 801900) pbb, ist eine führende europäische Spezialbank für die Finanzierung von Immobilien und öffentlichen Investitionen.
  • Sie zählt zu den größten Emittenten von Pfandbriefen. Für Privatanleger bietet sie Anlagen in Fest- und Tagesgeld an.
  • Das Institut ist an über 10 Standorten in Europa sowie den USA vertreten und hat seinen Hauptsitz in München.
  • Die Marktkapitalisierung der im Prime-Standard gelisteten Aktie beträgt aktuell knapp 500 Millionen €.

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